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Donnerstag, 28.05.2020

Abschied von Roland Arthur Disterer

Bayerns Pferdeszene trauert: Am 23. Mai hat das Herz von Roland Arthur Disterer aufgehört zu schlagen. Der 69-Jährige war leidenschaftlicher Familienmensch, Reiter, Züchter und Richter und weit über die Grenzen des Freistaats hinaus bekannt.

Nach seiner Schulzeit absolvierte der Franke eine Ausbildung zum Bankkaufmann, die ihm das nötige Rüstzeug verlieh, die familieneigenen Immobilien zu verwalten. Schon als Bub begann er im Nürnberger Tattersall mit dem Reiten und wurde dabei von seinem Vater von Anfang an gefördert. Dieser wiederum ließ in seinem Haus in Erlenstegen extra ein zum wenige hundert Meter entfernten Reitstall hin ausgerichtetes Fenster bauen, um einen eventuellen Brand dort rechtzeitig erkennen zu können.
Als Roland Arthur Disterer dann im Jahr 1983 seine spätere Ehefrau, die mehrfache Deutsche Meisterin im Dressursattel, Gabriele Tempelmann, kennen und lieben lernte, widmete auch er sich immer mehr dieser Disziplin. Gemeinsam mit seinem Schwiegervater, Reitmeister Fritz Tempelmann, erwarb er drei Jahre später einen Aussiedlerhof in Speikern und baute diesen zu einer herrlichen Reitanlage um. Immer mehr verlegte sich Disterer auf die Dressur, wurde unter anderem mehrfacher Fränkischer Meister und erzielte weit über 100 S-Siege im Viereck. Vor rund 25 Jahren begann der Träger des Goldenen Reitabzeichens zudem eine Karriere als Richter.
Zwar plagten Disterer seit einigen Jahren gesundheitliche Probleme, doch ging es nach einer Herzoperation 2011 wieder bergauf. Umso überraschender kam jetzt der plötzliche Tod des beliebten Franken. „Mein Vater hat bis vor einer Woche Reitunterricht gegeben und sich schon auf den Zeitpunkt gefreut, an dem er mit mir wieder zu Turnieren fahren kann“, sagt sein Sohn Jan, ebenfalls erfolgreicher Dressurreiter. Der 35-Jährige behält seinen Vater als stets fröhlichen und fürsorglichen Familienmenschen in Erinnerung. „Er hat die Freundschaften und die Verantwortung für andere sehr ernst genommen.“ Auch die Leidenschaft für die Pferde sei nie weniger geworden. „Bei all seinen Zuchtprodukten kannte er die Abstammung bis in die fünfte Generation auswendig.“ Ein Pferdemann, der fehlen wird. (ms)

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