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Mittwoch, 25.03.2020

Statistik 2019: Warmblut- und Kaltblutzucht stabil

Rasseübergreifend waren die Stuten- und Bedeckungszahlen allerdings rückläufig. Der deutlichste Abwärtstrend war in der Ponyzucht zu verzeichnen.

Wie die Deutsche Reiterliche Vereinigung jetzt bekannt gab, ist in der Warmblutzucht eine Stabilisierung zu erkennen. Sowohl die Zahl der eingetragenen Zuchtstuten (2019: 51.944, 2018: 51.649) als auch die der neu registrierten Stuten erhöhte sich leicht von 8.231 auf 8.263. Bei den Bedeckungen waren die Züchter etwas zurückhaltender gegenüber dem Vorjahr. Diese gingen um rund zwei Prozent von 31.327 auf 30.694 zurück. Bei der Zahl der registrierten Fohlen wirkte sich ein kleiner positiver Trend in der Warmblutzucht aus.: Mit insgesamt 25.709 Warmblutfohlen gab es im Vorjahr 0,6 Prozent mehr Nachwuchs als 2018 (25.560).

Insgesamt betrachtet war die deutsche Pferdezucht 2019 jedoch leicht rückläufig. Über alle Rassen hinweg ging die Stutenzahl von 81.140 im Jahr 2018 auf 80.873 zurück, die Bedeckungen sanken von 45.202 auf 43.287 und damit noch unter das Niveau von 2017 (44.978).

Besonders betroffen vom Rückgang ist die Ponyzucht. Wenngleich die Zahl der eingetragenen Stuten gerade einmal um 0,6 Prozent zurückging (von 19.589 auf 19.477), sank die Zahl der Bedeckungen j um 7,8 Prozent, so dass im kommenden Jahr über 700 Ponyfohlen weniger zu erwarten sind (2018: 9.847, 2019: 9.083). Von diesen rückläufigen Entwicklungen bei den Bedeckungen sind insbesondre die drei größten Populationen in der Ponyzucht betroffen: Deutsche Reitponys, Islandpferde und Shetland Ponys. Erfreulich hingegen die Entwicklung bei den Schweren Warmblütern und Kaltblütern. Hier liegt ein leichtes Plus an Stuten und Bedeckungen vor.

Nach wie vor rückläufig ist die Zahl der gekörten Hengste über alle Rassen hinweg. Waren 2018 noch 7.544 Hengste in ein Hengstbuch eingetragen, lag ihre Zahl 2019 bei 7.244. Dies gilt auch für die Warmblutzucht. Hier sank die Zahl der potenziellen Vererber um rund vier Prozent von 2.398 auf 2.305. Erfreulich ist dagegen die Entwicklung der leistungsgeprüften Hengste: Wurden im Jahr 2015, also vor der HLP-Reform, gerade einmal 280 Hengste bundesweit geprüft, traten 2019 insgesamt 439 Hengste zur Hengstleistungsprüfung für Reitpferde an. Dabei gab es ein Plus bei den Sportprüfungen (188 Teilnehmer in 2019; 182 Teilnehmer in 2018) und den 14-tägigen Veranlagungsprüfungen (176 Teilnehmer in 2019; 172 Teilnehmer in 2019), wohingegen deutlich weniger Hengsthalter die 50-tägige Veranlagungsprüfung nutzten (75 Teilnehmer in 2019; 95 Teilnehmer in 2018).

Theodor Leuchten, Vize-Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und Vorsitzender des FN-Bereichs Zucht, erklärt die Entwicklung so: „Das erleben wir ja hautnah in vielen Bereichen von Pferdesport und Pferdezucht. Im Sport werden die Starterfelder der Springpferde sowie der Spring- und Vielseitigkeitsponys bei den Bundeschampionaten immer kleiner. Es sind aber auch einige andere Ponyrassen betroffen, was sicherlich auf viele Faktoren zurückzuführen ist. Ich denke da an die sich verändernden wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen, wie beispielsweise die Erhöhung von Futterkosten und Weideland oder die zunehmenden Auflagen bezüglich Düngeverordnung, Leitlinien zur Pferdehaltung etc.. Und nicht zuletzt spielt hier sicher auch der demografische Wandel eine Rolle. Wir haben einfach weniger Kinder und Jugendliche in Deutschland.“ (Pm/mic)

 

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