Aktuelles
BAYERNS PFERDE 17.03.2024
In diesem Jahr stand der Bundesberufsreitertag, der diesmal beim Haupt- und Landgestüt Marbach stattfand, unter dem Motto „Ausbildung der Nachwuchsreiter – unsere Kunden von morgen!“ Dazu hielten vier erfolgreiche Betreiber von Reitschulbetrieben Impulsvorträge und teilten ihre Erfahrungen mit den Zuhörern. Roswitha Schreiber-Jetzinger vom Reitverein Pferdeerlebnis Bierbaum in Österreich stellte Lernkonzepte für Kinder und Jugendliche vor. Sie betonte vor allem, wie wichtig es sei, dass gerade Kinder sich nicht auf eine Disziplin spezialisieren, sondern eine vielseitige Grundausbildung durchlaufen. Der Unterricht sollte auch spielerische Wettkämpfe beinhalten und fordern, ohne zu überfordern.
Ein erfolgreiches Beispiel einer Kinderreitschule stellte Ulrike Mohr vor. Die 46-Jährige ist unter anderem Richterin, Pferdewirtschaftsmeisterin und EM-Bewegungstrainerin und führt heute mit dem Hauptstandort Bensheim ein großes Unternehmen mit einigen Zweigstellen. Kinder ab drei Jahren werden unterrichtet, wobei Mohr klar sagt: „Wir verkaufen keine Reitstunde, sondern Zeit mit dem Pferd“. Dabei legt sie großen Wert auf eine gute Kommunikation mit dem Kunden, denn nur so sei langfristige Kundenbindung möglich.
Jan Schulze-Niehues aus Warendorf ging in seinem Vortrag auf die aktuellen Herausforderungen ein, mit der eine Reitschule heutzutage konfrontiert wird. Neben den Kosten für Personal, tierärztliche Behandlungen und Energieverbrauch stellen auch die Lehrpferde einen großen Posten dar. Die Lehrpferde spielen eine wichtige Rolle, auch für Privatpferdebesitzer. Gerade bei Reitabzeichen-Kursen können diese oft nicht beide Disziplinen mit dem eigenen Pferd bewältigen und greifen dann gerne auf ein Lehrpferd zurück. Auf dem Hof der Familie Schulze-Niehues werden daher auch immer wieder Gastpferde übernommen, wenn die Besitzer zum Beispiel aus persönlichen Gründen keine Zeit mehr für ihr Pferd haben und es abgeben müssen.
Zum Abschluss referierte Markus Terbrack, der nahe Münster einen Reitbetrieb führt. Dort kommen wöchentlich etwa 300 Schüler zum Reitunterricht. Terbrack hat beispielsweise den landwirtschaftlichen Bereich des Betriebs komplett ausgelagert und an einen ortsansässigen Lohnunternehmer übertragen. So kann er selbst sich voll und ganz auf den Bereich der Reitausbildung konzentrieren.
Besondere Auszeichnung für Markus Lämmle
Eine besondere Überraschung wurde Ausbildungsleiter der Landesreitschule Marbach, Markus Lämmle, zuteil. Nachdem er einen Einblick in die vielseitige Ausbildung der Reiter in Marbach mit Unterstützung einiger Auszubildenden und seiner Tochter Emma gegeben hatte, wurde ihm das Verdienstabzeichen in Silber der Bundesvereinigung der Berufsreiter verliehen. Damit würdigt die BBR herausragende Leistungen und langjähriges Engagement im Reitsport.
Noch mehr Praxis gab es am Nachmittag: Im World Café konnten die rund 220 Besucher ihre Ideen austauschen, über Konzepte diskutieren und sich an sieben verschiedenen Ständen mit verschiedenen Schwerpunkt-Themen inspirieren lassen. Möglichkeit zur Bewegung gab es auch: In einem Bereich der Reithalle konnten mit Hütchen, Balance Pads, Balimo-Hocker und anderen Requisiten die Techniken der EM-Bewegungstrainer ausprobiert werden.
Mehr zum Bundesberufsreitertag lesen Sie in der nächsten Ausgabe des Reiterjournals und Bayerns Pferde, die am 22. März erscheinen.