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BAYERNS PFERDE 18.12.2025
Und die beiden setzen ihre beeindruckende Erfolgsserie fort: Charlott-Maria Schürmann und der achtjährige Hengst Life Time FRH siegen in der Einlaufprüfung zum Finale des Nürnberger Burgpokals in Frankfurt.
Das Frankfurter Festhallen -Reitturnier startet traditionell mit einem echten „Dressur-Leckerbissen“, der Einlaufprüfung zum Finale des Nürnberger Burgpokals. Bereits die Qualifikationen hatten gezeigt, dass die Nachwuchspferde in diesem Jahr in der Breite über ein wahrlich beeindruckendes Niveau, gar ein so gutes wie selten zuvor, verfügen. Doch wer wird in die Fußstapfen des letztjährigen Siegers, Maxi Kraft’s Barcelo OLD mit Dorothee Schneider, treten? Einer, der große Titelambitionen hat, ist der achtjährige, langbeinige Hannoveraner-Hengst Life Time FRH (Z.: Johannes Hesselink, Emlichheim). In den vergangenen Jahren hatte er unter dem Sattel seiner Ausbilderin bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde für Aufmerksamkeit gesorgt. Im vergangenen Jahr war den beiden der große Coup gelungen. Der Sohn des Livaldon aus einer Fürstenball-Mutter setzte sich die Krone des Weltmeisters der siebenjährigen Dressurpferde auf. Doch wie sollte er mit der besonderen Frankfurter Atmosphäre zurechtkommen? Die Antwort ist: sehr gut. Charlott-Maria Schürmann bewies einmal mehr feinste Einwirkung, und so schnurrten sich die beiden von einem Highlight zum nächsten. Direkt die erste Grußaufstellung überzeugte, woraufhin eine nur so von Dynamik und Taktsicherheit strotzende Trabtour folgte. Der Schritt zeigte sich gelassen schreitend und mit großem Übertritt. Auch der versammelte Schritt gelang gut, wenn auch teilweise leicht paradierend. Weitere Highlights bildeten die bestens zentrierten Galopppirouetten und die toll ins Bergauf gesprungenen sowie gut ausbalancierten Serienwechsel. Unterm Strich machte das 75,9 Prozent, was den Sieg vor Vaida-Girl OLD unter dem Sattel von Bianca Nowag-Aulenbrock (72,8 Prozent) und Juliane Brunkhorst mit Bayside AK (72,3 Prozent) bedeutete. „Wow, das war richtig gut. Life Time war, als er reinkam, etwas eingeschüchtert von der Bandenwerbung und hat einen kleinen Turn gemacht, aber dann, war er so traumhaft zu reiten. Ich habe noch ein, zwei Sachen, die ich am Samstag im Finale noch verbessern möchte, wie das Einreiten-Halten beispielsweise, aber insgesamt war er toll zu reiten, war so kraftvoll und positiv – das hat richtig Spaß gemacht“, resümierte Charlott-Maria Schürrmann, die sich mit Life Time FRH bereits bei der ersten Qualifikation in Hagen das Finalticket gesichert hatte.
Auch wenn sich Life Time FRH in der Einlaufprüfung ziemlich überlegen an die Spitze setzte, sah man auch auf den weiteren Plätzen schöne Runden. Eine Teilnehmerin konnte dabei mit dem Strahlen ebenso nicht mehr aufhören. Die Rede ist von der Zweitplatzierten Bianca Nowag-Aulenbrock. Erst Ende November war sie mit der achtjährigen Vitalis-Tochter Vaida-Girl OLD (Z.: J.J. Blonk, Lienen) ins Finale nachgerückt. „Dass ich heute Zweite geworden bin, damit hätte ich nie gerechnet. Die Stute war die ersten beiden Male in der Halle noch ganz schön beeindruckt von der Kulisse und jetzt hat sie so souverän ihre Runde gedreht – das war wirklich super“, resümierte die Dressurausbilderin. Im Vergleich zu Life Time FRH verfügt die Stute vielleicht über etwas weniger Bewegungspotenzial, dafür punktet sie vor allem in zwei Aspekten: der Rittigkeit und der Aufmerksamkeit, die sie ihrer Reiterin schenkt. Den beiden gelang ebenfalls eine technisch sehr sichere Runde (72,8 Prozent). Ebenso sehr vielversprechend zeigte sich die Bon Coeur-Tochter Bayside AK (Z.: Ludger Brinker). Der achtjährige Hannoveraner begeisterte bereits in der Trabtour mit energischem Abfußen bei guter Geschlossenheit aus dem Hinterbein oder, wie es Juliane Brunkhorst selbst beschreibt: „Bayside, eine Tänzerin“. Nicht ohne Grund fasziniere sie immer wieder der unfassbar leichtfüßige Bewegungsablauf. Im Galopp präsentierten sich die Galopppirouetten mit guter Lastaufnahme, und so verwiesen die beiden mit 72,3 Prozent um einen Wimpernschlag Manolo FRH mit Borja Carrascosa. Der Morricone-Sohn punktete sich zu 72,2 Prozent und verwies damit die achtjährige For Dance-Tochter Frieda NRW (72,1 Prozent) auf Platz fünf.
Für die Finalisten des Nürnberger Burgpokals steht nun ein Tag Pause an, bevor es am Samstagvormittag im 34. Finale um den Sieg geht.