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Basel: Wenn Offenheit belohnt wird

BAYERNS PFERDE 11.01.2026

Es war angerichtet, das Weltcup-Springen in der St. Jakobshalle. Traditionell bildet das Weltcup-Springen den Abschluss eines mehr als besonderen Turniers. Besonders ist auch das Stichwort für das Hauptspringen des Turniers: Die achte Weltcup-Etappe hätte nicht spannender sein können. Und am Ende gaben die Europameister höchstpersönlich den Ton an.

Parcourschef Gerard Lachat hatte bereits im Umlauf eine meisterliche Linienführung auf die Beine gestellt, wobei Klippen wie eine Dreifache, bestehend aus Doppel-Steil und Oxer, oder auch eine leicht aufgelegte Planke die Weltelite vor eine (machbare) Herausforderung stellten. Dies führte schlussendlich zu einem erlesenen Feld von sieben Stechteilnehmern. Auch der Stechparcours zeigte sich hochinteressant. Beispielsweise zeigte sich von Sprung eins auf zwei fast schon eine 180-Grad-Wendung. Und generell stand schon vor dem Start des Stechens fest: Die ein oder andere kurze Wendung wird den Unterschied machen. So sollte es auch kommen, oder besser gesagt, kam der Stechparcours besonders einem Paar entgegen: Richard Vogel und United Touch S. Bereits im Umlauf hatten die beiden eine Bilderbuchrunde gezeigt. Dieses genau passende Risiko, bei bester Kontrolle und Zug nach vorne, setzten die Europameister von 2025 auch im Stechen fort, wobei sie einmal mehr besonders in den Wendungen zu überzeugen wussten. Am Ende zeigte die Uhr eine starke Zeit von 40,12 Sekunden. Das sollte der Sieg in der achten Weltcup-Etappe sowie der vierte Sieg in der gemeinsamen Karriere der beiden bedeuten. „Wir sind natürlich superhappy. Viele Freunde und Familie sind hier und United hat heute super gekämpft“, freute sich Richard Vogel und fügte hinzu: „United hat so viel Qualität und Vermögen. Was ihn aber wirklich ausmacht, ist sein Charakter. Er ist ein echter Kämpfer.“ Doch der Sieg hatte auch etwas Kurioses, oder wie es Richard Vogel selbst erläuterte: „In letzter Zeit hatten wir gute Runden, aber immer wieder einen kleinen Fehler. Aus diesem Grund habe ich diese Woche entschieden, mal die Trense zu wechseln, und Julien Epaillard hat mir dabei etwas geholfen. Er hat mir seine Hackamore-Trense geliehen und meinte, dass sich United damit vielleicht noch wohler fühlen könnte. Am Freitag meinte Julien dann nach dem Springen: Siehst du, er hat sich wohler gefühlt, und am Sonntag treffen wir uns im Stechen. Ich bin natürlich froh, dass ich heute gewonnen habe – aber natürlich auch sehr dankbar für Juliens Hilfe.“ Das nennt man Kollegialität und verdeutlicht auch die Offenheit, die Richard Vogel einfach auszeichnet. Nur so kommt man weiter!

Hinter Richard Vogel präsentierte sich mit Kim Emmen eine kleine Sensation. Bereits am Freitag hatte Emmen mit Imagine N.O.P. den Grand Prix in Basel für sich entscheiden können. „Es war ein super Wochenende. Imagine gibt einfach immer alles“, resümierte die Niederländerin, die mit einer Zeit von 41,55 Sekunden den Norweger Johan-Sebastian Gulliksen mit Equine America Harwich VDL (46,85 Sekunden) auf Platz drei verwies. Der Norweger hatte im Stechen für eine kleine Schrecksekunde gesorgt, als er seine Zügel verlor. Das Duo blieb dennoch abwurffrei. Apropos abwurffrei: Die restlichen Stechteilnehmer kassierten Abwürfe. Martin Fuchs und L&L Lorde riskierten vor heimischem Publikum alles, fast sollte es auch belohnt werden. Doch dann fiel eine Stange und ließ Fuchs auf Rang vier zurückfallen (40,43 Sekunden). Julien Epaillard komplettierte mit Donatello d’Auge mit einem ärgerlichen Abwurf und einer Zeit von 40,56 Sekunden die Top 5.