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BAYERNS PFERDE 07.03.2026
Für den Parcoursbau schlug sein Herz, gestern ist Werner Deeg auf dem Heimweg von einem FEI-Seminar in Tokio gestorben. Der Franke gehörte nicht nur zu den bekanntesten Parcourschefs weltweit, er war auch viele Jahre lang führender Ausbilder in Sachen Parcoursbau und reiste mit seinem Kollegen Olaf Petersen um den Globus. Petersen war auch mit dabei, als Deeg jetzt im Flugzeug zum medizinischen Notfall wurde. Eine sofortige Herzmassage konnte den 75-Jährigen nicht retten.
Werner Deeg begann bereits als Zehnjähriger mit dem Reiten im RFV Feuchtwangen, spezialisierte sich bald auf das Springen und bestritt erfolgreich Turniere. Zahlreiche Siege und Platzierungen in Prüfungen der schweren Klasse folgten.
1981 entdeckte er die Tätigkeit als Parcourschef für sich. Die Prüfung für das Aufbauen von L-Parcours war bald absolviert, als Mentor funktionierte der inzwischen bereits verstorbene Dieter Heinz. Bald folgte die Qualifikation für Parcours der Klasse S. Mit Olaf Petersen lief Deeg dann noch einer der berühmtesten Männer des Springsports über den Weg, der ihn weiter förderte. „Ich bin immer zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Leuten begegnet“, erzählt Deeg gerne, der in seiner Laufbahn in 74 Ländern Parcours gebaut hat und als Chefsteward Springen bei den Olympischen Spielen in Atlanta, Sydney und Athen wirkte. Denn seit 1991 war Deeg International Course Designer. Dabei lag ihm stets die Ausbildung des Nachwuchses am Herzen. Also ging es auch weiter nach oben auf der Ausbildungsleiter. 2001 wurde Werner Deeg „Chairman FEI Working Group Course Design“. Kurz gesagt: Er gehörte ab da zur absoluten Weltelite unter den Parcoursbauern und war ab dem Zeitpunkt quasi Chefausbilder.
Als die FEI die Arbeitsgruppe Working Group Course Design schuf mit dem Ziel, neue Strukturen zu schaffen und vor allem gegen die Tatsache anzugehen, dass es bislang bei der FEI kein Ausbildungsprogramm und keine einheitlichen Lehrinhalte für Parcoursbauer gab, war es Deeg zu verdanken, dass ein neues Levelsystem mit viel Transparenz eingeführt wurde. Hier investierte Deeg viel Zeit. Die heimische Fahrschule betrieb der Vater dreier mittlerweile erwachsener Töchter mehr nebenher, denn im Hauptberuf war er in Sachen Parcoursbau unterwegs.