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s’Hertogenbosch: Raphael Netz mit Top5-Platzierung

BAYERNS PFERDE 13.03.2026

Frühlingsgefühle – so könnte die Überschrift für den Weltcup Grand Prix in s’Hertogenbosch lauten. Viele Pferde zeigten sich hochmotiviert, gar übermotiviert bei der letzten Station der diesjährigen Weltcup-Saison.

Und am Ende hatten wieder die Europameister höchstpersönlich, Justin Verboomen und Zonik Plus, die Nase vorn. Für die beiden war es der erste Start seit dem Top10-Finale in der Frankfurter Festhalle Ende Dezember und diese Turnierpause merkte man dem zehnjährigen Hengst auch an. Bereits in der Trabtour zeigte sich leichte Spannung, die sich beispielsweise in nicht ganz fließenden Trabtraversalen oder einer kleinen Spannung im Hinterbein in der ersten Piaffe bemerkbar machte. Demgegenüber standen jedoch sehr leichtfüßige und aktiv vom Boden abfußende Passagen sowie eine gute zweite Piaffe. Auch im versammelten Schritt zeigte sich leichtes paradieren in der Vorhand. Im Galopp hielt die Aufmerksamkeit von Zonik Plus an der beeindruckenden Halle an. So schlich sich beispielsweise ein leichtes Schiefwerden in der Galoppverstärkung oder eine nicht ganz durchlässige ZickZack-Traversale. Die Serienwechsel gelangen fehlerfrei und die kleinsten Galopppirouetten mit optimaler Lastaufnahme bildeten einmal mehr eines der Highlights der Prüfung. Insgesamt hätte sich der Hengst heute in der Oberlinie noch losgelassener präsentieren dürfen. Aber auch Europameister dürfen sich mal etwas übermotiviert präsentieren. Unterm Strich standen 78,4 Prozent, womit sich das belgische Duo gegen die Weltcup-Titelverteidiger, Charlotte Fry und Glamourdale, knapp durchsetzte (78 Prozent). Das britische Paar punktete einmal mehr in den Trabtraversalen, Verstärkungen, Serienwechseln und Passagen. Die Piaffen zeigten sich erneut verbessert, wenn auch nicht mit der letzten Geschlossenheit aus dem Hinterbein. Außerdem wurde es in der zweiten Galopppirouette teuer. Hier verlor der Hengst die Balance. Die morgige Kür verspricht also, äußerst spannend zu werden. Marieke van der Putten und ihre vielversprechende, bewegungsstarke Stute Zantana RS2 OLD (74,6 Prozent) komplettierten das Podest.

Raphael Netz nutzt die Weltcup-Qualifikation, um mit dem 13-jährigen Dieudonné weiter Erfahrung zu sammeln. Im Grand Prix zeigte sich, dass der Rappe erneut an Selbstsicherheit gewonnen hat. So präsentierten sich die Piaffen und Passagen weiter verbessert und gleichmäßiger. Auch die Serienwechsel gelangen fehlerfrei, wenn auch die Einerwechsel in sich noch ausbalancierter sein könnten. Teuer wurde es vor der Galoppverstärkung, als Dieudonné kurz in den Trab ausfiel. Die Galopppirouetten verfügten über eine gute Lastaufnahme. Dieudonné könnte sich hier jedoch noch besser ums innere Bein biegen. Das war jedoch alles Meckern auf höchstem Niveau, und so reihten sich die beiden mit 72,8 Prozent auf Rang fünf ein. Zwischen van der Putten und Netz rangierte Larissa Pauluis mit einem heute ebenso nicht ganz losgelassenen Flambeau (72,8 Prozent).