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BAYERNS PFERDE 14.03.2026
Bei der letzten Weltcup-Qualifikation in s’Hertogenbosch wurde es noch einmal gewaltig spannend, oder besser gesagt, man sah, wie schon im Grand Prix, ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Charlotte Fry und Justin Verboomen. Am Ende setzte sich erneut der Europameister gegen den Weltmeister durch.
In der Rolle der Richter wollte man heute wahrlich nicht stecken: Im Vergleich zum Grand Prix zeigten sich in der Grand Prix Kür alle Pferde deutlich gelassener und konzentrierter. An der Spitze blieb jedoch eins: ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Justin Verboomen mit Zonik Plus und Charlotte Fry mit Glamourdale, die Präzisen versus die Ganggewaltigen. Auch in der Kür wollte man sich am liebsten nicht für einen Sieger entscheiden. Der zehnjährige Zonik Plus zeigte sich wieder konzentrierter und Justin Verboomen zelebrierte nur so die Galopppirouetten, die in puncto Lastaufnahme und Zentriertheit nicht zu übertreffen sind. Ein weiteres Highlight bildeten die voll auf der Stelle platzierten und aktiv abfußenden Piaffen. Demgegenüber standen aber auch kleine „Kanten“ der heutigen Prüfung, und das waren erneut die Serienwechsel, die sich nicht losgelassen durchgesprungen präsentierten. Beim ersten Versuch der Einerwechsel schlich sich am Ende sogar noch ein Fehler ein. Die Wiederholung gelang. Auch im versammelten Schritt zeigte sich erneut eine leicht paradierende Vorhand. Wollte man meckern, so konnte man in s’Hertogenbosch sagen, dass man den Europameister des vergangenen Jahres in der Oberlinie schon losgelassener gesehen hatte. Doch auch diesem Paar kann das mal nach einer längeren Pause „passieren“, und dennoch standen am Ende absolut verdiente 89,2 Prozent auf der Anzeigetafel. Damit setzten sie sich gegen Charlotte Fry mit Glamourdale durch. Der nun 15-jährige Weltmeister von 2022 befindet sich aktuell in der Form seines Lebens. So präsentierte er sich erneut geschlossener und in sich nachgiebiger, wobei die Passagen, Trabtraversalen und Verstärkungen einmal mehr zu den Highlights zählten. Demgegenüber stand ein in der Hinterhand nicht ganz durchgesprungener Wechsel in den Zweierwechseln. Auch präsentierten sich die Piaffen zwar verbessert, könnten jedoch aus der Hinterhand noch geschlossener sein. Sprich: Auch dieses Duo hatte kleine „Haker“ in der Prüfung und musste sich mit 89 Prozent knapp geschlagen geben. Auf Platz drei komplettierte ein aufstrebendes Paar, nämlich Marieke van der Putten mit der bewegungsstarken und heute gelasseneren Zantana RS2 OLD, das Podest. Die beiden freuten sich mit 82,1 Prozent über ein neues Personal Best.
Apropos neues Personal Best: Auch Raphael Netz gelang mit DSP Dieudonné erneut eine echte Traumrunde. Es ist beeindruckend, was für eine Entwicklung der Rappwallach in den vergangenen Monaten absolviert hat und mit welcher Selbstverständlichkeit er sich in der nicht ganz einfachen Kulisse präsentiert hat. Die Selbstverständlichkeit ist nicht das Einzige, was sich in den vergangenen Monaten verbessert hat. Der DSP-Wallach weiß seine aktiv abfußende Hinterhand immer besser zu „benutzen“. Das heißt, statt diese nach oben abzufußen, geht die Bewegung immer mehr von vorne nach hinten. Das macht sich beispielsweise in den Piaffen und Passagen sowie in den Übergängen bemerkbar. Aber auch die Verstärkungen gelingen mittlerweile mit noch mehr Rahmenerweiterung. Demgegenüber standen die Serienwechsel, die zwar fehlerfrei gelangen. In sich könnte Dieudonné diese jedoch noch ausbalancierter springen. Der Lohn für die Runde, gar für die tolle Entwicklung der vergangenen Monate, war ein neues Personal Best von 80,8 Prozent und Rang vier. Der Bayer darf auch die Koffer für das Weltcup-Finale in Texas packen. Sein vierbeiniger Partner wird dort aber Anfang April Great Escape Camelot sein.