Bundeschampionate: Chiara Göbels Abenteuer in Warendorf
Für Chiara Göbel könnte die Woche kaum aufregender sein. In diesen Tagen nimmt die 17-Jährige an ihren ersten Bundeschampionaten in Warendorf teil. Nach Platz drei im Rahmen des baden-württembergischen Landeschampionats nominierte der Pferdezuchtverband des Ländles die junge Dressurreiterin aus Schirmitz mit der Vitalis-Tochter Vjera für Deutschlands wichtigstes Nachwuchspferdeturnier für die Altersklasse der vierjährigen Reitpferdestuten und -wallache. Wenn man mit Chiara Göbel in diesen Tagen spricht, dann macht sie einen entspannten Eindruck voller Vorfreude. „Dabei sein ist alles!“ war ihr Motto als sie gen Norden gefahren ist, betonte sie gegenüber BAYERNS PFERDE. Eine Note über 7,5 hatte sich Göbel als persönliches Ziel gesetzt, was dann passierte konnte die 17-Jährige Schülerin erst selbst nicht glauben. Vjera, die Göbel vom Gestüt Greim zur Verfügung gestellt wird, zeigte sich in der Finalqualifikation in echter Bestform, „so gut wie noch nie“ schwärmte die junge Amazone im Anschluss. Mit einer Endnote von 8,1 zog das Duo ins große Finale.
Chiara Göbel reitet und trainiert schon seit 2020 auf dem Gestüt Greim. Zunächst noch zu ihrer Ponyzeit, nun verbringt sie jeden Tag in dem Zucht- und Ausbildungsstall in Bärnau/Thanhausen. Göbel schätzt den Unterricht und das Training dort, aber auch die Pferde, die ihr dort zur Verfügung stehen. Hier lernte sie auch Bundeschampionats-Finalistin Vjera kennen. Nach einigen Malen in ihrem Sattel bot man ihr an die Stute regelmäßig zu reiten, „bei so einem Ausnahmepferd sagt man auf keinen Fall Nein“ grinst die Bayerin, wenn sie sich zurückerinnert. Aktuell reitet Göbel die bildschöne braune Stute aus der Zucht des Gestüts drei bis vier Mal die Woche. Sie beschreibt die Vitalis-Tochter als sehr arbeitswillig, kooperativ und sehr fein zu reiten. Auch im nächsten Jahr soll das elegante Stutenmodell weiterhin unter dem Sattel der Schülerin zu sehen sein.
Für das Finale am heutigen Samstag nahm sich Chiara Göbel vor mehr Ruhe in die Stute reinzubringen. Ein schweres Unterfangen wie sich herausstellen sollte, auch heute war der Ofen mehr als „an“. Göbel hatte alle Hände voll zu tun die großrahmige Vierjährige in der Spur zu halten. Die Jury schätzte den Einsatz im Sattel, musste aufgrund der fehlenden Losgelassenheit dennoch einige Abstriche in der Benotung machen. Letztendlich platzierte Chiara Göbel Vjera mit einer Endnote von 7,7 auf Rang neun des Finales, eine respektable Leistung für ein Paar, welches zusammen gerade ein Mal 21 Jahre alt ist! (akb)