Stuttgart: Favoritin Yara Reichert ist geschlagen
Er blickte einige Sekunden lang hinauf zum Hallendach, dann reckte er die Faust in die Luft. Diese Art der Freude ist mittlerweile ein Markenzeichen des baden-württembergischen Dressur-Nachwuchsstars Moritz Treffinger. Der Triumph war verdient. Sensationell siegte der 19-jährige Treffinger am Donnerstag im Finale des iWest-Dressurcups in der Schleyer-Halle und dabei hatte Eine das Nachsehen, die heißgehandelte Favoritin Yara Reichert. Sie landete mit ihrem imposanten Hengst Springbank II, jüngstes Finalpferd, auf dem zweiten Platz (73,9 Prozent). Das Erfolgspaar begann mit ausdrucksstarken Trabverstärkungen, toll kreuzenden Trabtraversalen sowie einer gelassenen Schritttour gewohnt stark. Doch besonders in der Galopptour folgten dann die Schwächen, die wertvolle Punkte kosteten. Hier wirkte der Hengst heute etwas angespannter in der Oberlinie, wodurch sich die Serienwechsel aufwändig und nicht immer gut durchgesprungen zeigten. Auch in der linken Galopppirouette hätte Springbank II besser durchspringen können. Dem stand Treffingers Kür, die von hoher Präzision, Lektionssicherheit, einer leichten Anlehnung sowie eines eleganten Sitzes des Reiters geprägt war. Auch in der Trabtour zeigte sich Treffingers Superstition heute nicht verkantet. In der Galopptour punkteten die Beiden mit gut zentrierten Galoppirouetten und schön bergauf gesprungenen Serienwechseln. Mit diesen Höhepunkten konnte sich der ehemalige Ponyeuropameister Moritz Treffinger sogar noch einen Fehler in den Zweierwechseln leisten, als der Wallach Einerwechsel einbaute. Die Wiederholung klappte dann. Alles in allem stand am Ende mit 75,4 Prozent ein verdienter Sieg an der Anzeigetafel. Auch der zweite Platz des jüngsten Finalpferdes ist eine wahrlich tolle Leistung. Zum Abschluss gab es von Matthias Meyer gute Nachrichten: Der IWEST Cup soll im nächsten Jahr weiterhin in gewohnter Form stattfinden. Auf dem dritten Platz rangierte Ann-Kathrin Lindner (71,4 Prozent), die im Sattel ihres Dr. Mops ihre wohl beste gemeinsame Prüfung des Jahres zeigte. Karen Welz mit Sidney sowie Julia Becker mit San Gennaro rangierten auf den Plätzen vier und fünf. Isabella Winklmeier verlor mit einem Beinsalat in den Serienwechseln wie die Mehrheit der Finalteilnehmer wertvolle Punkte. Dennoch durfte sie sich bei ihrem ersten Finalstart im Sattel ihrer selbstausgebildeten Stute Miss Maj mit 68 Prozent über den achten Platz freuen. (msb)