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Sonntag, 05.03.2023 um 12:00

Braunschweig: Emma Bachl ist die neue HGW-Bundesnachwuchschampionesse

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Die Sensation ist perfekt! Emma Bachl siegte an diesem Vormittag im HGW-Bundesnachwuchschampionat in Braunschweig. Nach der Qualifikation im Rahmen des Munich Young-Talents Turnier im letzten November, ging es für alle Teilnehmeraspiranten für einen dreitägigen Auswahllehrgang nach Warendorf. Drei Talente aus Bayern wurden vom Bundestrainer zum Finalstart an diesem Wochenende in Braunschweig nominiert, darunter auch Emma Bachl.

Mit gerade ein Mal 15 Jahren bewies Emma Bachl heute in der Braunschweiger Volkswagenhalle ihr ungemeines Talent im Sattel, ihr Einfühlungsvermögen und ihre Reaktionsschnelligkeit. Die Deutsche Meisterin der Children aus dem Jahr 2021 kam bereits aus dem ersten Umlauf als Wertnotenbeste. Im Sattel des Bayern-Wallachs Donald aus der Zucht von Stefan Hipp zauberte Emma unter den Augen ihres Vaters und Trainers Tobias Bachl eine wahre Traumrunde in die Bahn, die vom Richter-Gremium völlig zurecht mit einer sagenhaften 9,5 bewertet wurde. Im anschließenden Kommentar blieb der Jury nicht viel zu sagen, als „Das war genauso wie wir uns das vorstellen. Du hast immer das Richtige im richtigen Moment getan.“ Mit ihrer Spitzenposition war der Schülerin aus Postmünster der Einzug in das Finale mit Pferdewechsel sicher.

Im zweiten Umlauf ging es dann erneut über den gleichen Parcours der Stilspringprüfung der Klasse M**, allerdings saß Emma Bachl dieses Mal im Sattel der bis dato viertplatzierten Tippi Heineking Canossa. Den Teilnehmern des Pferdewechsel-Finales bleiben nur wenige Minuten zur Vorbereitung, in de Halle selbst dürfen sie nur vier kleinere Sprünge machen, bevor es ernst wird. Emma Bachl bewies auch in der zweiten Runde Nerven aus Draht. Zwar begann das neu zusammengekommene Duo etwas doll, erlaubte sich an Sprung zwei gar einen Fehler. Da Bachl allerdings mit einem Puffer aus dem ersten Umlauf kam, sollte sie diese Stange nicht den Gesamtsieg kosten. Die Richter stellten klar, dass der Fehler an dieser Stelle nebensächlich sei, sie habe „einfach herausragende Leistungen an diesem Tag gezeigt.“ Die Richter vergaben eine 9,0 als Grundnote, abzüglich dem Fehler blieb eine 8,5. In der Endabrechnung wurden daraus 18,0 Punkte und damit der Sieg. Auch wenn der Vorsprung am Ende nur noch hauchdünn war. Eva Kunkel war mit 17,9 Punkten der Siegerin dicht auf den Fersen.

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Im anschließenden Pressegespräch zeigte sich Emma Bachl unheimlich stolz, aber auch bescheiden. Zunächst habe es mit Wechselpferd Canossa nicht gleich gefunkt, „wir waren zuerst nicht wirklich ein Team, haben dann aber immer mehr zusammen gefunden“ erklärte die 15-Jährige, die später ein Mal die Hengststation ihres Vaters übernehmen möchte. „Ich habe mir in der Pause das Video angeschaut, wie Tippi Heineking ihr Pferd geritten ist. Sie hatte immer einen schönen Fluss, so wollte ich das dann auch machen.“ ließ Emma Bachl hinter die Kulissen blicken. Als nächstes wird Emma Bachl in Samorin und beim internationalen Jugendturnier im Opglabbeek starten, danach hat die frisch gekürte Bundesnachwuchschampionesse die bayerischen Meisterschaften und dann die Deutschen Jugend-Meisterschaften, die in diesem Jahr ebenfalls auf bayerischen Boden stattfinden werden, fest im Blick.

Nicht unerwähnt sollen an dieser Stelle die beiden weiteren bayerischen Reiterinnen bleiben. Marlene Jobst und Quinn van de Heffinck zeigten eine tadellose Runde in Braunschweig. Die Jury lobte die Kontrolle und die sichere Einwirkung, kleinere Abzüge gab es für die Handeinwirkung. Das machte in der Endabrechnung eine 8,5, die einen beachtlichen achten Platz im Finale des HGW-Bundesnachwuchschampionats bedeuten sollte. Ava Ferch hatte heute Pech. Ihre sonst so treue Schimmelstute Quintessa Lox, mit der sie bereits Mannschafts-Gold bei den Europameisterschaften der Children gewinnen konnte, stoppte heute zwei Mal bei einem blau-gelb unterbauten Steilsprung am Einritt. Beim dritten Anlauf sprang die Quinton-Tochter zwar, der Rhythmus ging im weiteren Verlauf des Parcours allerdings verloren. Die Richter entschieden sich dazu, die heutige Runde als Trainingsrunde ohne Bewertung zu werten. (akb)

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