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Sonntag, 26.03.2023 um 08:39

Herpes: Entwarnung in München-Riem

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Anfang März war auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem ein Pferd positiv auf den Equinen Herpesvirus getestet worden. Vier weitere Pferde wurden sofort isoliert, zudem wurden 40 andere Vierbeiner getestet, sieben davon waren ebenfalls infiziert.Alle Tiere standen in einem Stalltrakt, die anderen Stallbereiche, in die die Anlage aufgeteilt ist, waren nicht betroffen.„Wir hatten bei keinem Pferd einen schlimmen Verlauf, weil alle Pferde geimpft waren“, sagt Tierarzt Dr. Michael Zeitelhack, der als Vertreter der Veterinäre im Bayerischen Reit- und Fahrverband fungiert und seine Praxis auf der Anlage betreibt. Die Olympia-Reitanlage wurde sofort gesperrt, sämtliche Veranstaltungen wurden abgesagt. Da bis dato keine weiteren Fälle auftraten, soll die Anlage am 6. April wieder aufmachen.Herpes ist ein hoch ansteckendes Virus, das bei 60 bis 80 Prozent der Pferde latent schlummert. Die Viren ziehen sich in die Nervenzellen zurück. Das Immunsystem erreicht sie nicht. Das Virus kann nicht eliminiert werden. Ein einmal erkranktes Pferd bleibt lebenslang Virusträger.Meistens wird Herpes durch Tröpfcheninfektion übertragen. Weil die klimatischen Bedingungen dafür in der nasskalten Jahreszeit am günstigsten sind, tritt Herpes in der Regel in der Übergangszeit zwischen Winter und Frühjahr auf.Eine Impfung gegen Herpes wird von der StIKo, der ständigen Impfkommission der Veterinäre schon lange empfohlen. Seit dem 1. Januar 2023 muss jedes Pferd, das an einer Turnierveranstaltung gem. LPO teilnimmt, gegen EHV-1 geimpft sein.„Die Historie des Pferdes O zeigt, wie wichtig diese Impfung auch für die sogenannten Freizeitpferde ist“, betont Dr. Zeitelhack. Der betroffene Vierbeiner ist seit acht Jahren auf der Olympia-Reitanlage beheimatet, wird nicht auf Turnieren gestartet und hat die Anlage nie verlassen.„Die Impfung bewirkt, dass die Patienten weniger Virusmaterial ausscheiden. Außerdem wird die Phase der Virämie, also des Ausscheidens von Viren in die Blutbahn, verkürzt. Der Krankheitsverlauf ist entsprechend beschleunigt“, so Dr. Zeitelhack. (ms)

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