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Mittwoch, 29.03.2023 um 17:26

Herpes-Impflicht bleibt bestehen, so wie Bayern es wollte

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Alle Pferde, die an einem Turnier teilnehmen wollen in Deutschland, müssen seit diesem Jahr neben Influenza auch gegen Herpes (EHV-1) geimpft sein. Die FN hatte dies im Juli 2021 beschlossen, seit jeher wird die Impflicht sehr emotional diskutiert. Nach der Einführung der neuen Tierärztegebührenordnung sowie den damit steigenden Kosten für eine Impfung war der Aufschrei von Turnierreitern und -fahrern groß, vor allem auf den gängigen Social Media-Plattformen. Dies in Kombination mit den sinkenden Teilnehmerzahlen vor allem im Basis- und Jugendturnierreitsport brachte die Offiziellen ins Grübeln. Um eine erneute Abstimmung wurde gebeten, bis zum 28. März 2023 mussten alle Landesverbände ihre Stimme schriftlich abgeben. Das Ergebnis gab der FN Beirat Sport nun in einer offiziellen Presse-Mitteilung bekannt: Die Herpes-Impflicht bleibt bestehen.

„Wir sehen natürlich, dass diese Impfpflicht für Turnierpferde zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kommt. Alles wird teurer, erst die gestiegenen Energiekosten und jetzt ist auch noch die neue Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) hinzugekommen, die eine Impfung deutlich teurer macht“, so FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach in der Pressemitteilung. „Das war nicht abzusehen, als im Sommer 2021 die Impfpflicht vom Beirat Sport beschlossen worden war. Die Delegierten der Mitglieds- und Anschlussverbände haben sich die aktuelle Entscheidung nicht leicht gemacht. Ihr gingen sehr intensive Diskussionen voraus. Und das Ergebnis von 131 zu 82 Stimmen für die Impfpflicht zeigt, dass die Meinungen zum Thema durchaus geteilt sind. Gerade die aktuellen Herpes-Fälle im Ausland und in Deutschland zeigen, dass die Entscheidung im Grundsatz richtig war. Viele Menschen haben ihre Pferde jetzt auch schon geimpft, so dass ein erster großer Schritt in Richtung eines flächendeckenden Impfschutzes gemacht wurde. Die Aussetzung der Impfpflicht zum jetzigen Zeitpunkt wäre ein Rückschritt.“ so Lauterbach weiter.

Wie Thomas Schreder, Geschäftsführer des Bayerischen Reit- und Fahrverband e.V., im Rahmen der LK-Sitzung am vergangenen Samstag in München verlauten ließ, hat Bayern gegen das Aussetzen der Impflicht abgestimmt. Als eine der größten Mitgliedsverbände unter dem Dach der FN kann man davon ausgehen, dass der Freistaat bei der Abstimmung eine wichtige Rolle eingenommen hat, vor allem wenn man sieht wie knapp das Ergebnis der Abstimmung ausfiel. Im Rahmen der LK-Sitzung unterstrich Schreder, dass für ihn und Präsident Gerhard Eck eigentlich gar keine andere Entscheidung in Frage komme. Vor allem aus tiermedizinischer Sicht, aber auch aus Gründen der Glaubwürdigkeit. Man könne nicht eine Impflicht ansetzen und diese dann - nachdem nun ein Großteil der Turnierpferde eh bereits grundimmunisiert und geimpft sei - wieder zurücknehmen. Das Plenum vor Ort hatte ihm zugestimmt.

Tierarzt Dr. Michael Zeitelhack, der als Vertreter der Veterinäre im Bayerischen Reit- und Fahrverband fungiert und seine Praxis auf der Anlage betreibt, hatte im Rahmen der LK-Sitzung den Sachverhalt nochmals erläutert. Der jüngste Fall auf der Olympiareitanlage unterstreiche die Wichtigkeit einer Impfung. Anfang März war eines der Schulpferde, welches seit acht Jahren die Anlage nicht verlassen hatte, an Herpes erkrankt. Weitere sieben Stallgenossen infizierten sich ebenfalls. Nur durch schnelles und korrektes Handeln konnte Schlimmeres verhindert werden und alle Pferde finden sich wieder auf dem Weg der Besserung. Dr. Michael Zeitelhack ist sich sicher, auch dass alle Pferde geimpft waren, möge seinen Teil dazu beigetragen haben, dass keines der betroffenen Pferde um sein Leben ringen muss. (akb)

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