Omaha: Jessica von Bredow-Werndl und Dalera verteidigen ihren Titel
Zum 13. Mal erklang bei einem Weltcup-Finale die deutsche Nationalhymne. Für Jessica von Bredow-Werndl war es nach 2022 der zweite Titel. Die Olympiasieger haben in Omaha ihren Titel verteidigt und mit 90,4 Prozent keinerlei Zweifel gelassen. „Ich bin dankbar, solch eine wunderbare Stute reiten zu dürfen. Ich weiß, dass das, was ich erleben darf, etwas ganz Besonderes ist. Dalera will immer alles richtig machen, das ist nicht selbstverständlich. Beim Reinreiten hat sie sich schon groß gemacht, noch größer als sie überhaupt ist“, beschreibt die Siegerin. Und es stimmte, die 16-jährige Stute gab einmal mehr 200 Prozent in Kombination mit absoluter Harmonie und Perfektion. Besonders die Trabtour ist den Beiden selten so gut gelungen, wie im Weltcup-Finale. Die Piaff-Passage-Tour geht in Hinsicht Takt und Ausdruck nicht viel besser. Im Vergleich zum Grand Prix gelang die Schritttour wieder sehr viel gelassener, wenn auch nicht mit maximalen Übertritt. In der Galopptour bildeten die Galopppirouetten mit maximaler Lastaufnahme bei gutem Durchsprung die Highlights. Die Serienwechsel gelangen fehlerfrei, wenn auch nicht ganz gelassen. Auch Bundestrainerin Monica Theodorescu bestätigte die Meisterleistung von Jessica von Bredow-Werndl in der Kür zu en Klängen von Edith Piaf: „Dalera ging toll heute. Alles so im Flow, so geschmeidig und elegant und im Genick toll mit viel Ausdruck: Das war große Klasse.“. Auch, wenn Ingrid Klimke und Franziskus leider ausfielen, wurde das Finale von den deutschen Reiterinnen dominiert. Isabell Werth zeigte im Sattel ihres 13-jährigen Wallachs Quantaz mal wieder eine reiterliche Meisterleistung. Vor vollen Zuschauerrängen legten die Beiden wahrlich vor, zeigten ihre höchst schwierige Kür fehlerfrei mit Highlights in tollen Verstärkungen, Trabtraversalen und sehr gleichmäßigen Piaff-Passage-Touren. Die Serienwechseln (u.a. 22 Einerwechsel!) gelangen fehlerfrei, wenn auch leicht schwankend. Am Ende standen starke 85,7 Prozent auf der Anzeigetafel, was auch gut etwas mehr hätte sein dürfen. Quantaz hat noch mehr an Sicherheit gewonnen und nach seinen Auftritten beim Weltcup-Finale sicherlich noch weitere Ausrufezeichen hinter seinen Namen gesetzt. Auch seine Reiterin zeigte sich höchstzufrieden: „Die beste Kür, die er je gegangen ist. Keine Fehler, Risiko, die Reaktion des Publikums. Das spricht für sich selbst. Alles hat geklappt., Es ist ein wahnsinnig kompliziertes Programm. Ich bin stolz auf ihn!“. Zwischen die beiden deutschen Paare setzte sich die Dänin Nanna Skodborg Merald mit dem 15-jährigen Zepter, ein Paar das man sich für die Zukunft definitiv merken sollte. Sie kennen sich erst seit vier Monaten und es war erst das dritte gemeinsame Turnier, schon jetzt bestechen sie durch sehr viel Harmonie und Ausdruck. Sie punkteten besonders in einer sehr gleichmäßigen Piaff-Passage-Tour und in super zentrierten Galopppirouetten mit maximaler Lastaufnahme. Im Vergleich zum Grand Prix gelangen die Serienwechsel fehlerfrei, wenn auch noch nicht mit dem maximalen Risiko nach vorne. Generell hat der Wallach in allen drei Grundgangarten keine richtige Schwäche, weshalb der zweite Platz mit 87,1 Prozent absolut verdient war. Vor heimischen Publikum durfte sich Steffen Peters mit Suppenkasper und 83,9 Prozent über den vierten Platz freuen. Insgesamt war es schade, dass das Finale „nur“ über 13 Starter verfügte. Natürlich auch begründet durch das wirklich bittere Ausscheiden dreier Top-Paare vor Ort. Dennoch führte das Spitzentrio bei allen Dressursportbegeisterten zu purer Begeisterung und Genussmomenten! (msb)