Abschied: Trauer um Sepp Beilmaier
Die Reitsportszene trauert um ein echtes Urgestein: Sepp Beilmaier, Organisator und Parcourschef des internationalen Chiemsee-Pferdefestivals auf Gut Ising und vieler weiterer Turniere, ist völlig unerwartet im Alter von 71 Jahren gestorben. Er war quasi das Gesicht von Ising, glänzte mit seinem trockenen Humor und war wegen seiner urbayerischen Gemütlichkeit und Geselligkeit weit über den Chiemgau hinaus bekannt und geschätzt.
Die Turniere in Ising lenkte er seit mehr als 40 Jahren – und das mit enormer Leidenschaft und großem Erfolg. „Wohl kein Turnierplatz dieser Größenordnung kann mit einem derartigen Panoramablick auf Chiemsee und Berge aufwarten. Auch unser Rahmenprogramm ist immer top, die Mischung aus Sport und Society-Event stimmt zu hundert Prozent.“ Für ihn selbst sei das Chiemsee-Pferdefestival stets „das schönste Ereignis im ganzen Jahr“ gewesen.
Angefangen hatten die Veranstaltungen in Ising eher in kleinerem Rahmen: Sie waren zunächst „nur“ national ausgeschrieben, außerdem gab’s beispielsweise Windhunderennen und ein Zirkuszelt. Doch im Lauf der Zeit erlangten die Turniere schnell internationales Renommee.
Beilmaiers Erfahrungen, die er unter anderem auch in 35 Jahren als erfolgreicher Springreiter bis zur S-Klasse gesammelt hat, gab er in der Reitsportszene gerne mit Enthusiasmus, aber hin und wieder auch mit einem Augenzwinkern weiter – an Alt und Jung, an Hobby- ebenso wie an Berufssportler. Trotz der rasanten Entwicklung und der immer größer werdenden Professionalität „seiner“ Turniere – die auch Olympiasieger und Weltmeister anlockten – blieb der Sepp ein bescheidener Zeitgenosse. Auszeichnungen für besondere Verdienste um den Pferdeleistungssport in Bayern, die er von der Landeskommission Bayern erhielt, nahm er zwar gerne entgegen, doch sie spielten in seinem erfüllten Leben nicht die Hauptrolle. Die schenkte er vielmehr seiner Familie – er hinterlässt Ehefrau, zwei Töchter und drei Enkelkinder. (pm/ms)