Wiesbaden: Yara Reichert löst Ticket für das Finale im Louisdor-Preis
In der Qualifikationsprüfung für den Louisdor-Preis zeichnete sich erneut das Ergebnis der Einlaufprüfung ab. Yara Reichert und der neunjährige Valverde v. Vitalis wurden Zweite (70,915) vor Raphael Netz und dem zehnjährigen Baden-Württemberger Dieudonné (70,830). Reichert begann ihre Vorstellung sehr engagiert mit ausdrucksvoller Trabverstärkung. In der Piaffe gab es noch den ein oder anderen Wackler, hier fehlt dem Westfalen noch etwas Kraft. Der Schritt geregelt, im starken Schritt mit viel Raumgriff. In der Galoppverstärkung sprang er einmal hinten um und machte in der Galopptour den Eindruck, noch etwas fest in der Oberlinie zu sein. Die Zweierwechsel gelangen sicher, die Einerwechsel ebenfalls aber auch hier wirkte der Braune noch etwas festgehalten. In der anschließenden Trabverstärkung kam er nochmals gut zum Schwingen. Damit hat Yara Reichert das Ticket für das Finale im Louisdor-Preis gelöst und darf spätestens im Dezember erneut mit Valverde nach Hessen reisen.
Raphael Netz und der Dante Weltino-Sohn kamen diesmal schon besser mit der Atmosphäre zurecht als in der Einlaufprüfung. Der Rappe ist hin und wieder doch noch etwas umweltorientiert und beeindruckt von der Kulisse. Doch Netz schafft es immer wieder, ihm Sicherheit zu geben und Ruhe zu vermitteln. Dieudonné beeindruckt mit einem sehr aktiven Hinterbein, sehr elastisch in der Trabtour mit viel Schub nach vorne und klarer Bergauf-Tendenz. In der Piaffe tut er sich teilweise noch etwas schwer und zeigt die Tritte mit eher hohem Sprunggelenk. Im starken Schritt fehlte etwas die Losgelassenheit, damit der bildhübsche Rappe richtig zum Schreiten kommt. In den Galopp-Pirouetten nimmt er schon deutlich Last auf und springt diese sehr gleichmäßig, allerdings sprang er nach der Rechts-Pirouette einmal hinten um. Dennoch ließ er klar sein Potential als Grand Prix-Pferd erkennen.
Und es gab noch mehr gute Ergebnisse für Bayern zu verzeichnen: Victoria Nielsen wurde mit der achtjährigen Hannoveraner-Stute Dajoya Fünfte mit 68,579 Prozent in der S**-Dressur für Sieben- bis Neunjährige.
In der Grand Prix-Kür unter Flutlicht wurde Franz Trischberger mit dem DSP-Wallach James Bond Sechster mit 75,485 Prozent. Wer James Bond heißt, präsentiert natürlich auch die Kür unter diesem Motto. Trischberger begann mit einer sehr gleichmäßigen Piaffe-Passage-Tour. Daraus ging es im Anschluss direkt in die Galopptour mit anspruchsvoller Lektionenfolge. Der Übergang von den Zweier- in die Einerwechsel klappte nicht ganz, hier stockte der Johnson-Sohn kurz. Aus den Einerwechseln ging es wieder zurück in die Zweier, was gut gelang. "Ich bin sehr zufrieden, er war unten am Abreiteplatz wirklich noch geladen und ich konnte teilweise nicht bremsen. Hier hat er sich zusammengerissen. Schade mit den Einerwechseln aber sonst bin ich echt happy."
Im Ranking-Springen der Großen Tour belegte Michael Viehweg im Sattel seines zehnjährigen Contario Rang vier. Im CSI4*-Springen über 1,40 Meter wurde er mit Comanche Dritter. Mit dem elfjährigen Westfale Cartal kam er im Zweiphasen-Springen über 1,45 Meter auf Rang vier. Im Ranking-Springen über 1,50 Meter am Pfingstmontag wurde es mit Comanche Platz elf. (mj)