DJM: Die neuen Dressurmeister stehen fest
Die Macher in Riem haben wieder einmal gezeigt, worin die Bestimmung des Areals liegt und auch die bayerische Medaillen-Ausbeute bei den Dressurspezialisten in der Horst-Rohde-Arena konnte sich sehen lassen: Dreimal standen Aktive aus dem Freistaat ganz oben auf dem Treppchen. Zwar war der Titelgewinn bei Jana Lang nicht wirklich die ganz große Überraschung, doch machte es die 20-Jährige aus Schmidgaden, die nach bravourös bestandenem Abitur ein Studium der Medizin anstrebt, am Ende richtig spannend. „Baron war in der Kür total heiß“, schmunzelte die junge Frau, doch letztlich fand sie viel Lob für ihren vierbeinigen Partner: „Ich bin so froh, wie sehr Baron in den letzten Tagen für mich gekämpft hat. Er ist einfach mein Champion“, freute sie sich über die Deutsche Meisterschaftsmedaille, mit der sie nach EM-Team-Silber und Einzel-Bronze ihre Championats-Saison bei den Jungen Reitern krönte. Mit ihrem siebzehnjährigen Baron konnte sie wieder einmal zeigen, was für ein eingespieltes Team die beiden sind. Sie gewannen die erste Wertungsprüfung, wurden Zweite in der zweiten Wertungsprüfung und siegten auch in der Kür mit 77,33 Prozent.Auf dem fünften Platz in der Gesamtwertung landete Katharina Schuster vom RC Gut Adelsried am Starnberger See, die ihre Qence L souverän durchs Viereck lenkte und am Ende ihr Glück kaum fassen konnte: „Ich wollte diese Runden in meiner letzten Saison als Junge Reiterin einfach genießen und dieses Ergebnis ist unglaublich“, so die junge Studentin.In der Deutschen Meisterschaft der Junioren sorgte Josephine Ruppert aus Wielenbach für eine kleine Sensation. Die Reiterin der Weilheimer Pferdefreunde gewann mit ihrer zehnjährigen bayerischen Bellisimo-Tochter Bella Donna aus der Zucht ihres Opas Karl-Gregor Ruppert die Goldmedaille. Es ist bereits ihre zweites Gold in diesem Jahr nach dem Mannschaftssieg bei der Europameisterschaft in Kronberg. In München-Riem wurden sie in allen drei Wertungsprüfungen jeweils Zweite und sicherten sich so den Meistertitel. „Es war mein Jahresziel, hier in der Kür an den Start gehen zu dürfen. Jetzt als Deutsche Meisterin nach Hause zu fahren, kann ich selbst kaum glauben“, freute sich die 16-Jährige. Und auch dem Opa, treuer Zuschauer am Viereck, leuchtete der Stolz aus den Augen. „Ich züchte seit rund 40 Jahren und wenn dann die Enkelin auf einem selbst gezogenen und ausgebildeten Pferd solche Erfolge nach Hause reitet, das ist schon fantastisch.“ Einen starken sechsten Platz belegte Marie Sohler aus Aubenhausen, die Sir Max gesattelt hatte und mit dem Wallach immer mehr zusammenwächst.Und auch eine dritte bayerische Dressurreiterin ließ bei den Deutschen Meisterschaften die gesamte starke Konkurrenz hinter sich. Vivianne Mercker von der TSG Hofgut Allerer sicherte sich den Sieg im Bundesnachwuchschampionat. Die Prüfung für junge Talente bis 14 Jahre wird mit Pferdewechsel ausgetragen und zählt zu den wichtigsten Nachwuchsprüfungen. Nach zwei Qualifikationen dürfen die drei Punktbesten im Finale mit Pferdewechsel antreten, in München waren das Vivianne Mercker, Leni-Sophie Grosmann und Marie Bernard. Alle drei stellten im Finale jeweils ihr eigenes Pferd sowie die Pferde ihrer beiden Mitstreiterinnen in einer Sonderaufgabe auf dem Niveau der Klasse L vor. Mit den Wertnoten 9,0 und zweimal 8,8 siegte Vivianne Mercker, die bei Franz Trischberger trainiert und großes Lob von Bayerns Landesjugendleiterin Michaela Beer einheimste. „Der Pferdewechsel ist eine absolut anspruchsvolle Aufgabe, die Vivienne souverän gelöst hat.“Auch Vivienne Mercker kann auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. So siegte sie mit Belladonna beim Preis der Besten in der Altersklasse der Children und gehörte zum deutschen Team, das Mannschaftsgold bei den U14-Europameisterschaften gewann. „Ich habe viel gelernt und bin dankbar, dass ich diese beiden tollen anderen Pferde reiten durfte“, sagte die Siegerin. Für sie war die DJM ein Heimspiel, die 14-Jährige lebt mit ihrer Familie in München. „Ich bin überglücklich, dass ich hier gewonnen habe und kann es noch gar nicht so richtig realisieren.“ Auch die internationale Dressurrichterin Katrina Wüst, die in Riem vier Tage lang am Tisch saß, fand lobende Worte: „Das Bundesnachwuchschampionat ist eine besondere Prüfung. Es ist toll zu sehen, wie sich diese jungen Talente auf die Pferde einstellen.“Lilly Marie Collin aus dem Rheinland und Cosmo callidus NRW sind die neuen Deutschen Meister der Ponyreiter. Beste Bayerin auf Rang neun war hier Lotta Beckmanns (RV Oberland Thann), deren Grenzhoehes Dragon Kiss an den ersten beiden Tagen etwas heiß war und erst am Finaltag zu seiner gewohnt starken Leistung fand. (ms)