EM Mailand: Max Kühner holt Mannschafts-Bronze mit österreichischer Equipe
Des einen Leid, ist des anderen … oder wie war das? Bei den Europameisterschaften der Springreiter im italienischen Mailand wurden heute die ersten Medaillen vergeben. Mit dem zweiten Umlauf des Nationenpreis entschied sich, welche Teams sich über eine Medaille freuen durften. Nach dem ersten Zeitspringen am Mittwoch und der zweiten Wertungsprüfung gestern lag die deutsche Equipe mit einem hauchdünnen Vorsprung vor den Schweden und den Schweizern. Österreich positionierte sich auf Rang fünf und lauerte – wie man jetzt weiß! Der heutige Tag sollte das Ranking nochmal kräftig durchmischen.
Noch bevor es für das deutsche Team zum ersten Mal richtig ernst wurde, die erste Ernüchterung: Nachdem sich Stargold in der Box beim Fertigmachen erschrocken hatte, fühlte sich der Hengst beim Abreiten nicht wohl. „Er war nicht wie sonst, hat nicht richtig losgelassen.“ erzählte dessen Reiter Marcus Ehning. „Daher habe ich schweren Herzes entschieden, nicht zu reiten.“ Damit stand das Streichergebnis der Deutschen fest. Als zweiter Teamstarter erlaubte sich Philipp Weishaupt mit dem erst neunjährigen Zineday einen Fehler. Bei Jana Wargers und dem 14-jährigen Holsteiner Limbridge aus der Zucht des Heidenheimers Ralf Pawlowski fielen gar zwei Stangen gen Boden. Gerrit Nieberg trat mit Ben deutlich souveräner als an den Vortagen auf, nur ein Fehler. Damit kam die schwarz-rot-goldene Truppe mit 25.31 Punkten ins Ziel. Auf Rang vier verpasste die Equipe um Bundestrainer Otto Becker denkbar knapp eine Medaille.
Mit dem Patzen der Deutschen war der Weg in die Medaillenränge frei. Die Österreicher wussten ihn zu nutzen! Als erstes Paar erlaubten sich Gerfried Puck und Equitron Naxcel V eine bedachte Runde ohne Hindernisfehler, lediglich mit zwei Zeitfehlern. Katharina Rhomberg und Cuma, die am Vortag tadellos abgeliefert hatten, lieferten mit 12 Strafpunkten das Streichergebnis. Als drittes Paar für Österreich galoppierte Max Kühner mit Elektrik Blue P in die Bahn. Der zwölfjährige DSP-Wallach „machte toll mit“, wie sein Reiter im Anschluss bestätigte. Die Null stand – und die war enorm wichtig. „Die vielleicht wichtigste Runde bislang“ grinste der 49-jährige Springreiter vom Starnberger See. Als letzte Starterin hatte es Alessandra Reich in der Hand. Nachdem ihr erst neunjähriger Oeli R sich zu Beginn der Championatswoche noch mächtig beeindruckt von der imposanten Kulisse des Rennbahn-Stadions zeigte, fand der belgische Wallach bereits gestern immer mehr zu sich. Auch heute verstand es die 26-jährige Amazone vom Bodensee ihren Oeli in der Spur zu halten. Lediglich ein Fehler musste dem österreichischen Ergebnis addiert werden. Das sollte in der Endabrechnung die Bronzemedaille bedeuten!
Kein Vorbeikommen gab es an den favorisierten Schweden, die überlegen Gold gewannen. Henrik von Eckermann erlaubte sich als erster Starter zwar eine Stange mit der zehnjährigen Iliana, danach blieb allerdings alles liegen. Wilma Hellström pilotierte ihre einäugige Cicci BJN zu einer traumhaften Nullrunde, ebenso Jens Fredericson den zwölfjährigen Markan Cosmopolit. Die beiden liegen nun auch in der Einzelwertung vorne. Als Schlussreiter machte Rolf-Göran Bengtsson mit dem Holsteiner Hengst Zuccero den Sack zu, auch wenn der Titelgewinn da schon feststand. Lediglich 9.51 Punkte summierten sich auf dem Konto der Schweden. Mit 18 Punkten holten die Iren mächtig auf. So wurde es Silber für das Team bestehend aus Michael Duffy, Trevor Breen, Shane Sweetnam und Eoin McMahon.
Morgen haben alle Pferde Pause. Am Sonntag steht ab 12 Uhr das Einzel-Finale auf dem Programm. Die Einzelmedaillen werden in zwei Umläufen über 1,60 Meter ausgetragen. (akb)