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von Mona-Sophie Wieland am Sonntag, 18.02.2024 um 19:52

Neumünster: Michael Viehweg mit Podestplatz in BEMER Riders Tour

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Im Rahmen der VR Classics wurde mit Spannung die letzte Etappe der BEMER Riders Tour erwartet. Auch Bayern hatte mit Michael Viehweg ein heißes Eisen im Feuer. Er lag vor der letzten Etappe auf dem vielversprechenden dritten Platz, bei welchem es auch bleiben sollte.

Der Große Preis von Neumünster, einem 1,55 Meter Springen, war mit einigen Klippen aufgebaut. Michael Viehweg und sein elfjähriger Contario kamen mit gutem Fluss in den Parcours. Doch das letzte Glück lag nicht auf der Seite der beiden. In der dreifachen Kombination kassierten die beiden am Aussprung einen Abwurf. Auch am darauffolgenden Sprung fiel eine Stange. Dabei sollte es bleiben und so beendeten Michael Viehweg und Contario den Parcours mit zwei Abwürfen, wodurch sie sich auf Platz 27 einreihten. Doch auch Patrick Stühlmeyer, der vor Neumünster auf Platz zwei rangierte, erwischte heute nicht den besten Tag und kassierte mit Drako de Maugre einen Abwurf. Besser lief es für den bislang Führenden des Gesamtrankings, Hans-Dieter Dreher. Der 52-Jährige lieferte im Umlauf mit seinem Cous Cous eine tadellose Nullrunde und so durfte er sich schon vor dem Stechen als „Rider of the year“ bezeichnen. Im Stechen selbst ging der 52-Jährige kein volles Risiko, zeigte eine flüssige Runde ohne einen einzigen Stangenwackler und beendete den Parcours in einer Zeit von 35,46 Sekunden. Damit mussten sich Dreher und zwölfjähriger Schimmelwallach nur von Philip Rüping mit Baloutaire PS geschlagen geben (34,71 Sekunden). 2017 konnte Rüping seinen ersten Erfolg im Großen Preis verbuchen, damals saß er im Sattel von Clinta, heute gelang ihm das Kunststück mit dem 13-jährigen Hengst Baloutaire PS. “Ich muss sagen, es fühlt sich fast genauso schön an wie damals. Es gibt nichts besseres, als den Großen Preis auf seinem Heimturnier zu gewinnen,” freute sich Rüping. “Ich hatte mir schon etwas vorgenommen für heute. Ich wusste aber auch, wenn der Hansi null reitet, dann liegt die Messlatte hoch. Daher musste ich alles versuchen, was irgendwie geht und einfach probieren, dass mein Pferd nicht zu überehrgeizig wird. Das wird er manchmal noch, wenn ich zu viel will. Heute konnte ich die nötige Ruhe und Entschlossenheit erhalten und wenn das klappt, gibt es nicht viel, was er nicht springen kann“. Doch auch Michael Viehweg hatte Grund zur Freude. Er beendete die diesjährige BEMER Riders Tour auf einem starken dritten Platz.

Disziplinwechsel: Auch im Dressurviereck durfte ein schöner bayerischer Erfolg gefeiert werden. Die Dressurreiter hatten in Neumünster noch einmal die Chance wichtige Punkte für das Weltcup-Finale sammeln. Auch Raphael Netz und Great Escape Camelot reisten in den Norden. Nach einem vierten Platz im gestrigen Grand Prix reihten sich die beiden in der heutigen Grand Prix Kür auf Platz fünf ein und erwischten, genauso wie Michael Viehweg nicht ihren allerbesten Tag. Neben abfedernden Passagen und toll kreuzenden Trabtraversalen kam die Kruppe des 13-jährigen Wallachs immer wieder nach oben. So zeigten sich die Piaffen in der Hinterhand nicht immer ganz gleichmäßig abfußend und auch in den Galopppirouetten fehlte es am letzten Durchsprung. Dennoch: Die beiden haben sich mittlerweile in der Weltcup-Tour stabilisiert und etabliert. Mit dem heutigen fünften Platz (78 Prozent) dürfte ein Finalticket schon winken. Den Sieg schnappte sich heute wiederum die Holländerin Emmelie Scholtens mit Indian Rock. Ihre Kür war von der Formel Eins inspiriert, weil Indian Rock seine Reiterin an “ein Rennauto” erinnert. “Manchmal ist man wirklich in der Musik und manchmal nicht. Aber heute hat es perfekt gepasst. Es war eine tolle Atmosphäre, Indian Rock hat einen super Job gemacht. Gestern war es schon gut, aber heute hat es sich für mich noch besser angefühlt. Ich habe beim Reiten Gänsehaut bekommen und das ist ein tolles Gefühl.” Mit Highlights in sehr ausdrucksvollen Piaffen und Passagen sowie Galopppirouetten mit höchster Lastaufnahme knackten die beiden die magische 80-Prozentmarke (81,5 Prozent) und setzten sich knapp gegen Patrik Kittel mit Forever Young HRH (81,1 Prozent) durch. Auch Matthias Alexander Rath freute sich mit Destacado FRH über 80-Prozent (80,4 Prozent) und komplettierte das Podest. Der Desperados-Sohn zeigte sich heute im Vergleich zum gestrigen Grand Prix verbessert. So gelangen die Piaff-Passage Touren deutlich flüssiger, wenn auch die Piaffen sicherlich nicht zu den Paradedisziplinen des Hannoveraners zählen. Demgegenüber stand jedoch ein überragender starker Schritt. Auch Matthias Alexander Rath kann mit der Punkteausbeute von Neumünster sicherlich schon die Koffer für das Weltcup-Finale in Neumünster packen. Zwischen Rath und Netz schob sich eine überglückliche Bianca Nowag-Aulenbrock, die sich mit ihrer Florine OLD über ein neues Personal Best freuen durfte (79,2 Prozent).

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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