Kronberg: Jana Lang siegt zum Auftakt
Der Preis der Besten ist eines der wichtigsten Nachwuchsturniere Deutschlands, da es einer der Sichtungen für die Nachwuchs-Europameisterschaft ist. Klar, dass die Nachwuchsreiter dort alle dabei sein möchten. Doch wer beim Preis der Besten dabei sein möchte, muss im Dressurlager zunächst einmal das erste Sichtungsturnier sowie einen Sichtungslehrgang beim Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen meistern. Diese Stufen haben die Teilnehmer des an diesem Wochenende stattfindenden (zweiten) Sichtungsturniers in Kronberg alle erfolgreich gemeistert. Nun gilt es die letzte Stufe zu meistern und einige bayerische Nachwuchsreiter sind schon auf einem guten Weg in Richtung heißbegehrter Teilnahme beim Preis der Besten. Genauer gesagt mischten die bayerischen Nachwuchsdressurreiter schon am ersten Turniertag kräftig vorne mit.
Den Auftakt machten die Junioren. Hier wusste einmal mehr Josephine Ruppert zu überzeugen. Die Schülerin von Nikolas Eichelsbacher kann als Überraschung des vergangenen Jahres bezeichnet werden. Sie hatte sich ganz „still und heimlich“ ein EM-Ticket geschnappt, gewann bei den Nachwuchs-Europameisterschaften mit dem Junioren-Team Gold und ritt in der Einzelwertung unter die Top10. Bei der „Heim“- Deutschen Jugendmeisterschaft setzte sie ein i-Tüpfelchen oben drauf und sicherte sich den Titel. Doch nun ist ein neues Jahr und schon in Kronberg verdeutlichte Josephine Ruppert mit ihrer stets motivierten Bella Donna, dass sie auch in diesem Jahr ins EM-Team möchte. Die beiden überzeugten besonders im Galopp mit toll ins Bergauf gesprungenen Galoppwechseln. Im Trab kostete ein kleiner Taktfehler in einer Verstärkung wertvolle Punkte. Alles in allem reihte sich Ruppert auf einem bärenstarken dritten Platz ein und wurde mit 71,7 Prozent belohnt. Dies konnten nur Maria Teresa Pohl mit Lennox und Alessa Marie Maass mit Descolari toppen. Erstere verfügt ebenso schon im Ponylager über Championatserfahrung und ist im vergangenen Jahr in die Juniorentour hineingewachsen. Heute punktete sie sich mit Höhepunkten in den Verstärkungen, der losgelassenen Schritttour sowie ausdrucksvollen Galoppwechseln zu 72,7 Prozent. Knapp dahinter folgte Alessa Marie Maass mit Descolari (72 Prozent), den man von etlichen EM-Auftritten unter Luca Sophia Collin kennt. Ebenso eine gute Runde gelang Marie Sohler. Die Schülerin von Benjamin Werndl und Jessica von Bredow-Werndl reihte sich mit Sir Max heute auf Platz vier ein (71,5 Prozent) und überzeugte mit einer sehr gleichmäßigen Runde, wobei ein kleines Erschrecken zu Beginn der Prüfung Punkte kostete. Sohler schnappte sich auch mit ihrem zweiten Pferd, dem achtjährigen Hengst Global Player OLD, eine Schleife und rangierte auf Platz sechs (70,4 Prozent). Neben ausdrucksvollen Verstärkungen und fliegenden Galoppwechseln, kostete ein nicht ganz williges Rückwärtsrichten Punkte. Nicht zu vergessen ist ein weiteres "Kücken", nämlich Vivianne Mercker. Die letztjährige Bundesnachwuchschampionesse und Mannschaftseuropameisterin bei den Children kann gleich in ihrem ersten Juniorenjahr vorne mitmischen und lieferte heute eine äußerst konzentrierte und gleichmäßige Runde, die mit 70,4 Prozent und Platz acht belohnt wurde.
Noch besser lief es bei den Jungen Reitern. Vielmehr ist Bayern in dieser Altersklasse in diesem Jahr sehr breit aufgestellt. Fast schon unantastbar an die Spitze setzte sich Jana Lang. Sie erfüllte mit ihrem Erfolgspartner Baron einmal mehr die Erwartungen und verdeutlichte ebenso, dass sie nach ihren etlichen Europameisterschaftsteilnahmen und Medaillen, auch in diesem Jahr dabei sein möchte. Die heutige S-Dressur der beiden zeigte sich wie aus einem Guss. Der nun 18-jährige Wallach zeigte sich wieder frischer und so jagte ein Highlight das andere, wie beispielsweise weit kreuzende Trabtraversalen, kleinsten Galopppirouetten und toll nach vorne gesprungenen Serienwechseln. Der Lohn: 73,5 Prozent. Charlotte Wendenburg mit Jaguar (70,9 Prozent) und Paul Löcher mit Amaro (70 Prozent) komplettierten das Podest. Schon auf den Plätzen vier und fünf folgte ein starkes bayerisches Doppelpack. Die Rede ist von Celestine Kindler mit Quotenkönig (69,2 Prozent) und Capri-Marie Raum mit Blickfang (68,2 Prozent). Als frisch gebackene Trägerin des Goldenen Reitabzeichens zeigte Celestine Kindler eine sehr konzentrierte Runde, wobei die Höhepunkte in der Galopptour lagen. Im Trab fehlte heute noch das letzte Risiko. Auch Capri-Marie Raum wusste vor allem im Galopp mit sicheren Viererwechseln und gut zentrierten Galopppirouetten zu überzeugen. Fehler in den Dreierwechseln kosteten Punkte. Auch für diese beiden Bayern-Mädels eine starke Top5-Platzierung.
So kann es aus bayerischer Sicht definitiv weitergehen. Den morgigen Turniertag eröffnen die Children-Reiter, worauf die Pony-Reiter und die Junioren folgen. Hier gelangen Sie zu den Ergebnissen.