Kristina Olson bereit für den Titel
Beim Dressurfestival in Marbach stoßen die Süddeutschen Berufsreiter-Meisterschaften wieder auf besonderes Interesse in der Fachwelt, allerdings nicht so sehr bei den Sportlern selbst. An den ersten beiden Wertungsprüfungen beteiligten sich nur sechs Paare, wobei die Ilsfelder Ausbilderin Renate Gohr-Bimmel schon vorher wusste, dass sie mit ihrem Dance with the devil das Pferdewechselfinale meiden würde. So waren es nur noch fünf.
Man muss wissen, dass die Berufsreitermeisterschaften nur Profis mit Berufsreiterprüfung offenstehen, die auch Mitglied im Deutschen Reiter- und Fahrerverband sind. Da aber immer mehr Profis Quereinsteiger sind, kommen sie dafür nicht in Frage und die Zahl der potentiellen Bewerber sinkt.
Nach zwei Wertungsprüfungen und zwei Siegen zieht die Bayern Kristina Olson mit ihrem erst neunjährigen DSP-Wallach Felipe als Führende ins Finale ein, das am Samstag in einem Pferdewechsel-Finale auf Inter I-Niveau entschieden wird. Kristina Olsen will den Titel auch für Felipes Besitzerin Anke-Lisa Paul gewinnen, die erkrankt in der Klinik liegt, die Vorstellungen ihres Pferdes aber aufmerksam verfolgt. Kristina Olson wäre reif für einen Titel. In den zurückliegenden Jahren holte sie schon zweimal Silber und einmal Bronze – aber noch nie Gold.
Im Finale tauscht sie die Pferde mit der Ditzinger Ausbilderin Beate Siegle auf ihrem rotinierten Ben und dem jungen Marbacher Gestütsreiter Lukas Maier mit dem gekörten Hengst Doubtless. Er ist der erste Marbacher in einem Finale zur Süddeutschen Berufsreitermeisterschaft. Am Standort des Haupt- und Landgestütes verzeichnet auch die Landeszucht beim Championat einen Erfolg: Alle drei Finalpferde sind Württemberger. Felipe von Fürstenball/Scolari ist bei Resi Würz im Landkreis Reutlingen zur Welt gekommen, Ben (von Bellisimo) bei Norbert Humpf auf der Ostalb und Doubtless bei Martha-Rose Kullen ebenso bei Reutlingen am Fuße der Schwäbischen Alb.