Waldhauser Hof: Grand Prix Sieg für Yara Reichert
Es war fast schon eine märchenhafte Kulisse, ein stark besetzter Grand Prix bei Sonnenuntergang, ja gegen Ende sogar schon in der Dämmerung. Der zweite Turniertag beim großen Dressur- und Springturnier auf dem Waldhauser Hof endete mit einem gut besetztem Grand Prix, wobei es am Ende eine strahlende Siegerin gab. Yara Reichert freute sich im Sattel des zehnjährigen Hengstes Valverde NRW mit 73,8 Prozent über die goldene Schleife. Dabei klappte in Sauerlach alles. „Valverde ist eher introvertiert und sehr sensibel. Er ist ein sehr guter Lehrmeister. Wenn ich eine Hilfe nicht gut gebe, zeigt er mir das sehr deutlich. So arbeite ich immer weiter an mir“, erläuterte Yara Reichert. Im Grand Prix zählte die gleichmäßige Piaff-Passage-Tour, die kleinsten Galopppirouetten und die gesamte Lässigkeit der Durchführung der Lektionen zu den Highlights der Prüfung. Teilweise könnte sich der Hengst noch runder über den Rücken bewegen, was jedoch wahrlich meckern auf äußerst hohem Niveau darstellte. Auch in den eigentlich gut nach vorne gesprungenen Einerwechseln zeigte sich ein Galoppwechsel in der Hinterhand etwas knapp durchgesprungen. Auf dem zweiten Platz sah man eine erfolgreiche Premiere: Jessica Neuhauser, die Lebensgefährtin von Turnierleiter Uwe Schwanz, nahm gestern erstmals Platz im Sattel von Rockson. Der 13-jährige Wallach war in den letzten Wochen mit seinem Ausbilder Uwe Schwanz von Sieg zu Sieg galoppiert. Doch auch Jessica Neuhauser und Rockson scheinen sich gut zu verstehen und so punkteten sie sich mit guten Piaffen und Passagen, weit kreuzenden Trabtraversalen, fehlerfreien Serienwechseln und gut zentrierten Galopppirouetten zu starken 71,9 Prozent und der silbernen Schleife. Bei einem Übergang in die Piaffe gab einen kleinen Verhaspler, was ein paar Punkte kostete. Auch Max Wadenspanner und sein routinierter 15-jähriger Zack Nachkomme Zardetto knackten die magische 70-Prozentmarke und reihten sich mit einer technisch sicheren Runde auf Platz drei ein (70,8 Prozent). Die Baden-Württembergerin Ines Fleischmann und High Noon (69,7 Prozent) und Lisa-Maria Klössinger mit Incredible Boy (69,3 Prozent) reihten sich auf den Plätzen vier und fünf ein.
Am Samstagabend darf man sich in der Flutlicht-Kür auf ein Wiedersehen mit den Teilnehmern des Grand Prix‘ freuen. Dressurgenuss pur ist hier schon vorprogrammiert.