DSP Gründleinshof Gipfelstürmer bleibt der Warendorfer Multichampion
DSP Gründleinshof Gipfelstürmer siegt bei den sechsjährigen Dressurponys.
So etwas sieht man nicht alle Tage oder besser gesagt solch eine Überlegenheit gibt es nur selten. Für den bayerisch gezogenen DSP Gründleinshof Gipfelstürmer (v. Golden West – Gründleinshof’s San Royal) aus der Zucht von Cordula Kraus scheinen die HKM Bundeschampionate ein gutes Pflaster zu sein. Im vergangenen Jahr konnte er das Triple voll machen und sicherte sich nach 2021, 2022 auch bei den fünfjährigen Dressurponys den Titel. Und in diesem Jahr? Ja, wie soll es anders sein, er trumpfte unter seiner gefühlvoll einwirkenden Reiterin Carolina Miesner erneut auf und schnappte sich auch bei den sechsjährigen Ponys den Titel.
Gleich zum Prüfungsaufakt überzeugte der Palominowallach mit einer unglaublichen Dynamik und Bereitschaft abzufußen. "Das war ein wunderbarer Auftakt. Wir haben hier ein unglaublich talentiertes Pony gesehen", kommentierte Nicole Nockemann. Die Verstärkungen zeigten sich mit viel Ausdruck, was im Trab zu einer 9,3 führte. "Der Trab war in allen Tempi sehr schwungvoll, schön herangeschlossen und ganz klar spurend. Besonders hervorzuheben sind die Mechanik, der Abdruck und die Schwebephase“, so Nockemann. Im Schritt präsentierte er sich taktsicher und fleißig, jedoch nicht mit dem größten Übertritt (7,7). Ein weiteres Highlight bildete der Galopp, welcher sich ebenso dynamisch und klar ins Bergauf gesprungen präsentierte (8,8). Die Durchlässigkeit wurde mit einer 8,2 belohnt. Im Gesamteindruck stand eine 8,8 – das ergab eine Gesamtnote von 8,56. Hut ab vor der Züchtern des Multichampions und natürlich auch vor Carolina Miesner, die DSP Gründleinshofs Gipfelstürmer einmal mehr bestens in Szene setzte.
Auf dem zweiten Platz folgte Nabucco HW (v. FS Numero Uno – Don Davidoff, Z.: Claus Wohlers) unter dem Sattel von Lilli von Helldorff. "Was für ein unglaublich charmantes Pony. Zum Auftakt zeigte sich ein sehr elastischer und losgelassener Trab. Egal, ob in der Wendung oder in den verschiedenen Tempi – Nabucco trabte wie ein Metronom“, erläuterte Nicole Nockemann. Der Lohn: eine 8,6. Der Schritt präsentierte sich von Anfang an gut durch den Körper schreitend mit ausreichend Vor- und Übertritt (8,7). Im Galopp überzeugte die gut ins Bergauf angelegte Grundgaloppade. „Leider war es ein Ritt mit Höhen und Tiefen. Der Außengalopp rechts war heute doppelt teuer“, beschrieb Nicole Nockemann. Denn hier fiel der Hannoveraner auf der Zirkellinie aus und Lilli benötigte etwas länger um das zu korrigieren. Daraus folgend ergab sich für den Galopp eine 7,8. In der Durchlässigkeit stand eine 7,4. Dennoch hinterließ auch Nabucco einen positiven Eindruck, weshalb die Richter im Gesamteindruck eine 8,2 vergaben. Die Endnote lautete 8,14, womit Nabucco Vizechampion wurde.
Auf dem Bronzerang folgte eine echte Trabmaschine. Die Rede ist von Golden Nugget (Golden West – Nabucco, Z.: Mareike Teeken) unter dem Sattel von Birte Bunte. „Das war ein Höchstmaß an Elastizität und an Rhythmus, ein ganz gleichmäßiges und bedeutendes Abfußen“, erläuterte Nicole Nockemann die heutige Tagesbestnote im Trab von 9,7. Im Schritt zeigte das Paar keinen wirklichen Unterschied in den Tempi und Golden Nugget kam auch nicht zum optimalen Schreiten bei gutem Übertritt (6,9). Der Galopp präsentierte sich sicher durchspringend, aber etwas frei (7,9). Die Anlehnung im Schritt führte unter anderem zu kleineren Abstrichen in der Durchlässigkeit (7,8). Eine 8,2 für die Durchlässigkeit komplettierte die Endnote von 8,2, was für Golden Nugget erneut Bronze bedeutete. Schon im vergangenen Jahr hatte er sich bei den fünfjährigen Dressurponys auf Rang drei eingereiht.
Insgesamt zeigten sich im heutigen Finale so einige Überraschungen. Mein Astaire unter Filippa Jager Jensen, Zweitplatzierter der Finalqualifikation, hatte heute mit der Atmosphäre zu kämpfen und verpasste eine Platzierung. Auf dem vierten Platz rangierte Dijon (Dating AT – Cocky Man, Z.: Martin Vieth-Brehe) unter dem Sattel von Lilli von Helldorff (8,08). Platz fünf ging an Great Again (v. Golden Grey – A new Star, Z.: Jill Mieleszko-Vekens) unter dem Sattel von Lennea Höfler (7,98). Lotta Plaas mit Candice d’or (7,82), Philine Otten mit Dreamlike (7,7) und Maike Norrmann mit Double Cream WE (7,64) freuten sich ebenso über Finalplatzierungen.