DJM Riesenbeck: Silber für Victoria Schumacher, Bronze für Luise Konle
Was für ein Erfolg für Bayern: Gleich im ersten Finale gehen zwei Medaillen in den Freistaat. Silber für Victoria Schumacher und Bronze für Luise Konle bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der Springjunioren in Riesenbeck. Im Sattel ihres Sam vd Tojohoeve lieferte Victoria Schumacher über 1,45 Meter einen fehlerfreien ersten Umlauf und baute damit ihre Chancen auf eine Medaille weiter aus. Im zweiten Umlauf dann der Schreck, als direkt am ersten Sprung die Stange fiel. Doch sie kämpfte bis zum Ziel und brachte das Springen ohne weiteren Abwurf nach Hause. Damit hatte sie 5, 74 Punkte auf dem Konto und holte sich die Silbermedaille. „Im zweiten Umlauf war klar, dass wir nur eine Chance auf den Sieg haben würden, wenn wir mit einer schnellen Zeit den Druck auf Tony hochhalten würden. Leider hatten die beiden dann einen kleinen Fehler an Sprung eins - danach konnten sie die Runde aber sauber nach Hause reiten und wurden mit Platz sechs in der Prüfung und dem Titel als deutsche Vizemeisterin belohnt“, freute sich Papa Björn Schumacher riesig. „Nach dem Sieg im Finale beim Preis der Besten vielen internationalen Erfolgen und der Aufnahme in den Bundeskader einfach nur die Krönung eines tollen Jahres.“ Was zeichnet Sam aus? „Sam ist ein unglaubliches Pferd, klein wie ein großes Pony, aber das Herz eines Löwen. Als wir ihn vor zwei Jahren in Belgien ausprobiert haben, ist mir das Herz stehen geblieben, weil er so viel Blut und Zug hatte. Aber für die beiden war es ‚Liebe auf den ersten Blick‘.“ Victoria meinte damals zu ihrem Vater: „Papa, der ist es. Gib mir bitte ein bisschen Zeit mit ihm, das bekomme ich hin.“ Wie Recht sie hatte. „Die beiden sind zu einem fantastischen Team zusammengewachsen und wenn sie Null bleiben kaum zu schlagen“, sagt Björn Schumacher voller Stolz.
Gold geht ins Rheinland an Tony Stormans, der sich in allen Springen keinen einzigen Abwurf leistete (1,52). Und es gab noch eine Medaille für Bayern: Luise Konle sicherte sich mit ihrem Erfolgspartner Dressed for Success in einem tollen Finale die Bronze-Medaille. Nach einem Abwurf im ersten Umlauf blieb im zweiten Umlauf alles liegen: 6,23 Punkte.
„Die bayerischen Reiter haben die Erwartungen bisher mehr als erfüllt. Wir haben am Sonntag noch sieben Reiter im Finale, das ist phantastisch. Bei den Ponys haben Rafael Reichart-Eisenhardt und Ava Ferch noch Chancen auf eine Medaille“, freute sich Landesjugendleiterin Michaela Beer. Beide waren in der zweiten Wertung gut platziert auf den Rängen drei und vier und dürfen damit im Finale starten. Nach den ersten beiden Wertungen liegen sie nun mit Jona Jolie Schwamborn und Finja Mayleen Neubauer mit weißer Weste auf Rang eins. Auch Lena Marie Kraus hat sich für das Finale qualifiziert. Sie hatte heute leider einen Abwurf.
„Die Springen sind richtig anspruchsvoll, doch die Reiter meistern das toll. Aus Bayern ist Steffen Bühling als Parcours-Assistent dabei“, meinte Michi Beer. Bei den Jungen Reitern hatte Marie Flick leider einen Abwurf, im Finale ist sie aber dabei.
Bei den Children hat Bayern im Finale gleich vier Eisen im Feuer: Charlotte Finke, Philippa Walischewski, Laeticia Gass und Lynn Renner. Letztere konnte sich heute als Sechste platzieren, Laeticia Gass wurde mit einer fehlerfreien Runde 13.
Ein Sprung zum Üben
Fun-Fact am Rande: Philipp Weishaupt hat von der Global Tour einen Sprung mitgebracht, den sein Pferd dort nicht gerne gesprungen ist. Also hat er den Sprung für das Training zuhause gekauft. Der stand nun heute im Parcours der Children, die wohl keine Probleme mit dem Sprung hatten. Einzige Ausnahme: Das Pferd von Philipps Bruder Luis fand den Sprung ebenfalls nicht sehr ansprechend – hoffentlich kein Grund für einen Zwist zwischen den Brüdern.
Von den Bedingungen ist Michaela Beer unterdessen begeistert: „Das Wetter ist zwar richtig kalt, aber der Boden hält gut. Toll ist auch, dass alle Pferde in festen Boxen untergebracht sind. Die Bedingungen sind wirklich hervorragend.“
In der Dressur hatten die bayerischen Reiter heute etwas Pech, dennoch haben es in der Altersklasse der Jungen Reiter auch hier zwei ins Finale geschafft: Lilli Purrmann und Celestine Kindler dürfen am Sonntag in der Kür starten. „Schade war auch, dass Marie Sohler nicht starten konnte, weil ihr Pferd nicht fit war. Aber so ist das leider manchmal“, meinte Michaela Beer.