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von Claus Schridde am Sonntag, 13.10.2024 um 12:46

Highlight in Marbach

Alt-Württemberger Rasse-Schau mit viel Resonanz

Imponierender Hengstsieger: Der bunte Rappe Uncle Ben hatte in Marbach viele Bewunderer  /  © Schridde

Ein (unerwartet) großes Echo verzeichnete der Pferdezuchtverband Baden-Württemberg zur Bestandsschau der Alt-Württemberger Pferde am zweiten Oktober-Wochenende in der Veranstaltungshalle des Haupt- und Landgestüts Marbach. 54 Pferde umfasaste der Katalog, und mehrere Hundert Zuschauer fanden bei sonnigem Herbstwetter den Weg auf die schwäbische Alb und sparten nicht mit Applaus für die gezeigten Pferde.
Zuchtleiterin Dr. Carina Krumbiegel zeigte sich erfreut über das positive Echo dieser nur alle zehn Jahre ausgerichteten Rasseschau: "Wir hatten auf 25 Teilnehmer gehofft bzw. mit dieser Zahl gerechnet, dann wurden es 30, dann 40 und schließlich über 50."
Gemeinsam mit Hanswilly Kusserow, ehemals Zuchtleiter in Rheinland-Pfalz-Saar und Mathias Vogt (Uslar; Vorsitzender des Zuchtverbandes für Senner und Beberbecker Pferde) bildete sie das Richter-Trio.
Die Stuten konkurrierten in vier verschiedene Altersklassen. Zehn zehnjährige und ältere Stuten waren zu sehen, von denen letztlich die Rappstute Sternschnuppe (*2009, v. Schalk-Abendstern-Taifun/T.-Silcher, Stutenfamilie Mitzi 1947, Z.: Meinrad Maurer, Fronreute/Eyb), die durch ihren Typ bestach und einen ausgesprochen qualitätvilen Schritt ging, trotz einer deutlich sichtbaren Piephacke rechts nach vorn gestellt wurde.
Im Klassement der sieben gezeigten sechs- bis neunjährigen Stuten siegte die schwarzbraune St. Pr. St. Sira (*2017, v. Sadie-Centimo-Herder/T.-Sombrero, Stutenfamilie Solara 1964, Z.: Erich Held, Börtlingen, B.: Gerhard Eckert, Brackenheim), die ihren Stärken im Bewegungsablauf hatte, allerdings auch eine nicht zu übersehende Länge im Mittelstück.
Der ganzen Rasse wohnt eine gewisse Typ- und Kalibervarianz inne, was insbesondere die Siegerin der zehn vier- und fünfjährigen Stuten deutlich machte. Eher klein und leicht, stand die braune Suse (*2019, v. Sadie-Corse-Ehrmann-Centimo, Stutenfamilie Sibelka 1962, Z.: Helmut Hairbucher, Wolfegg; B.: Hermann Frisch, Uttenweiler) an der Spitze. Sie führte bei der Schau ein sehr ansprechendes Fohlen bei Fuß. In Anbetracht der Tatsache, dass sie schweres Warmblut aus drei verschiedenen Richtungen (zweimal Centimo, einmal Edano I) im mütterlichen Pedigree führte, war ihr Erscheinungsbild fast zart zu nennen.
Be de Dreijährigen stand die braune Möhre, Tochter des LVV Avagon aus der vorgenannten Siegerstute der älteren Klasse, Sternschnuppe, an der Spitze (Z. u. B.: Meinrad Maurer, Fronreute/Eyb). Ein typstarkes Stutenmodell mit erstklassiger Gangmechanik und einem ausgesprochen harmonischen Körper. Sie kam im Schritt nicht zur vollen Losgelassenheit, setzte sich aber auf dem Endring der Stuten gegen die vorgenannte Konkurrentinnen durch, erhielt die Staatsprämien-Anwartschaft und die FN-Plakette in Gold. "Der Jugend die Zukunft!", fasste Richter Mathias Vogt zusammen.
Zwei Stutenfamilien wurden gezeigt, und zwar zum einen die Familie der Sternschnuppe aus dem Hause Maurer mit den Töchtern Möhre und Minze, zum anderen die Familie von Sternschnuppes Halbschwester Mercedes (v. Soran) mit Töchtern von Maitanz und Maikönig aus dem Züchterhaus Christoph Eberhardt (Deizisau).
Startberechtigt bei dieser Bestands- bzw. Rasseschau waren in einer Sonderklasse auch Wallache, bei der 13 Exemplare zu sehen war und diese Klasse war hinsichtlich ihrer Homogenität die einheitlichste. Sieger wurde hier Amadeus (v. LVV Aragon-Corse-Epos-Abutilon, Z.: Marco Köngeter, Alfdorf, B.: Monja Knaupp, Pfalzgrafenweiler).
Sein Vater LVV Aragon konkurrierte mit drei weiteren Rassevertretern im Wettbewerb der Hengste, den der imponierende bunte Rappe Uncle Ben (v. Umberto-Fleiner-Corse-Soran, Stutenfamilie Freia 1978, Z.: ZG Erz/Schnerring, Laichingen) für sich entschied. Zweiter wurde Umberto höchstselbst, ein kalibriger, bedeutend auftretender Dunkelbrauner mit viel Bewegung.  An dritter Stelle dann der deutlich leichtere LVV Aragon, gefolgt von dessen Sohn Allegro. Alle vier Hengste befinden sich im Besitz des Haupt- und Landgestüts Marbach.
Was sonst noch auffiel: Den ganzen Tag über gab es nur ein einziges Exemplar in der Farbe Fuchs, etliche (mindestens fünf) Pferde hatten deutliche Piephacken und hinsichtlich des Herausgebrachtseins und der Qualität des Vorführens gab es doch erkennbare Unterschiede, wobei das große Engagement der Württemberger Jungzüchter an dieser Stelle ausdrücklich gelobt werden soll. Weitere Informationen in der nächsten Print-Ausgabe von ReiterJournal und ZÜCHTERFORUM.

 

Claus Schridde (Redaktion)

Zuchtexperte, Fachjournalist, Züchter und Pferdemann durch und durch, mit schier unendlichem hippologischem Fachwissen bereichert er jede ZÜCHTERFORUM-Ausgabe, auch als Richter und „Mikrofon-Stimme“ bestens in der Szene bekannt.

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