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von Mona-Sophie Wieland am Sonntag, 22.12.2024 um 17:22

Frankfurt: Internationale Platzierung für Yara Reichert

Die Kür ist einfach immer ein Stimmungsgarant, in Frankfurt definitiv. Schon am Samstagabend brodelte die Frankfurter Festhalle als es für die besten Drei des Nürnberger Burgpokals noch einmal im Siegerpreis, einer S*-Kür, um den Titel ging. Am Ende setzten sich Leonie Richter und ihr erst siebenjähriger Hengst Vitalos FRH. Schon im Vorhinein hatte Leonie Richter geschmunzelt: „Ich freue mich auf die Kür. Vitalos kennt solch eine Atmosphäre von den Hengstvorstellungen“. Und die beiden zelebrierten die S*-Kür am kleinen Finger. Das Frankfurter Publikum feierte die beiden und „trug“ sie zu einer 9,2, womit sich Leonie Richter gegen Dorothee Schneider mit Maxi Kraft’s Barcelo OLD durchsetzte. Der Finalsieger verlor durch leichte Spannung in der Galopptour ein paar Punkte, beendete die Kür dennoch mit einer tollen 9,1. Juliane Brunkhorst und DSP Diamante Negro folgten mit einer 9,0 auf Rang drei. Alles in allem überzeugten alle drei Damen mit äußerst gefühlvollen Runden. In der Grand Prix Kür am Sonntagvormittag zeigte sich dann eine ähnlich stimmungsgeladene Atmosphäre und die Dressurreiter, ja der Dressursport wurde gefeiert. Schlussendlich freute sich der Spanier Juan Matute Guimon mit seinem bewegungsstarken Lexus über den Sieg (76,5 Prozent) vor Juliane Brunkhorst mit Aperol (76,3 Prozent) und Laura Strobel mit Valparaiso (75,9 Prozent). Allen Grund zur Freude hatte auch die Bayerin Yara Reichert. Nachdem bei ihrer internationalen Kür-Premiere mit Springbank VH im Rahmen der Amadeus Horse Indoors in Salzburg der Floorplan nicht zur abgegeben Kürmusik gepasst hatte, stimmte in Frankfurt alles. In toller Harmonie zur Musik und einer technisch schon gut ausgereiften Kür punkteten sich die beiden zu starken 75,75,1 Prozent. Highlights bildeten unter anderem die gut ausgehaltenen Passagen, die aktiv abfußenden Piaffen und die gut zentrierten Galopppirouetten. Einen kleinen Schreckmoment gab es auch, als Springbank aus dem Schritt nicht sofort angaloppierte. Auch zeigten sich die Serienwechsel noch leicht schwankend. Dennoch war der heutige Erfolg ein wahrlich verdienter Lohn, gar ein echtes Weihnachtsgeschenk für Yara Reichert!

Carina Harnisch dominiert Louisdor-Preis Finale

Es lag in der Luft und dennoch galt es erst einmal die Nerven zu behalten. Das ist meistens wahrlich leichter gesagt als getan. Doch Carina Harnisch bewies absolute Nervenstärke und startete mit einer bärenstarken Trabtour in die Prüfung. Super dynamische Verstärkungen, eine sehr gleichmäßige Piaff-Passage-Tour und kraftvolle Übergänge führten zu einem Zwischenergebnis von über 76 Prozent. Im Schritt fand der 1,91 Meter große DSP-Wallach nicht zur optimalen Losgelassenheit. Doch gleich darauf folgten weitere Highlights, wie beispielsweise schnurgerade Zweierwechsel und eine lockere Zick-Zack-Traversale. Und dann musste man kurz den Atmen anhalten. Denn in der Einleitung zu den Einerwechseln passierte ein kleines Missverständnis und „Shelly“ baute ein Zweierwechsel ein, worauf dann wiederum gute Einerwechsel folgten. Auch aus der ersten Galoppirouette kamen die beiden nicht ganz ideal raus. Demgegenüber stand eine top zentrierte zweite Galopppirouette. Alles in allem führte die gemeinsame Grand Prix Premiere zu einem Traumergebnis von 74 Prozent. „Der Wallach wirkt unheimlich gelassen und ist dennoch enorm ausdrucksvoll. Er arbeitet unglaublich schön mit. Es ist bemerkenswert, in welcher Selbstverständlichkeit er die Übergänge von Passage in die Piaffe und umgekehrt präsentiert. Das sieht man selbst bei erfahrenen Pferden selten in dieser Selbstverständlichkeit. Er hat eine überragende Fähigkeit sich versammeln zu können“, fasste Dr. Dietrich Plewa treffend zusammen, der jeden Ritt im Anschluss kommentierteDer Louisdor-Preis ist eine FN-Serie für acht- bis zehnjährige Pferde, die behutsam an die schwerste Prüfungsklasse herangeführt werden sollen. Zu den bisherigen Siegern zählen unter anderem El Santo NRW, Dablino FRH, Weihegold OLD, Emilio, DSP Samy Davis jr. und TSF Dalera BB, die alle wenig später in den deutschen Championatsmannschaften eingesetzt wurden. Auch für DSP Sheldon Cooper könnte es nun in diese Richtung gehen!

Die Selbstverständlichkeit, in welcher „Shelly“ seinen ersten Grand Prix heute absolvierte, war fast schon einzigartig. Die restlichen Finalisten zeigten sich reichlich „grüner“ und so wurden fast alle vom Fehlerteufel begleitet. Erneut auf Platz zwei fand sich Frederic Wandres mit Joy Game. Eine äußerst vielversprechende Stute, die heute vor allem in der Trabtour zu überzeugen wusste. Im Galopp fehlt noch die letzte Selbstverständlich und so gingen beispielsweise mit Fehlern in den Einerwechseln und einem nicht ganz optimalen Durchsprung in den Galopppirouetten wertvolle Punkte verloren. Mit 70,7 Prozent verwies Wandres Nadine Plaster mit Shiva NRW auf Platz drei (69,7 Prozent). Die Plätze vier und fünf gingen an Thomas Wagner mit Escolux (69,6 Prozent) und Katharina Hemmer mit Slaide (69,2 Prozent). Auf Rang sechs folgte die sympathische Ungarin Berill Szöke-Toth mit ihrem vielversprechenden Velasco (68,2 Prozent). Die Ungarin hatte heute mit Nervosität zu kämpfen, wodurch teure Fehler passierten.

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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