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von Petra Krayl am Freitag, 24.01.2025 um 20:10

DSP-Hengsttage: Großzügige Entscheidungen bei der Körung

Gekört wurde dieser begeisternd springende Schimmel vom Chacoon Blue.  /  © Bischoff

Ein Züchter und Aussteller brachte es bei den 22. DSP-Hengsttagen in München-Riem treffend auf den Punkt: "Es ist ein langer Weg, bis man seinen Hengst hier präsentieren kann." Am heutigen Freitag entschied sich für die Züchter, nach Monaten intensiver Vorbereitung ihrer Junghengste, ob ihr Hengst ein positives Körurteil erhielt.

Der dritte Körtag begann bereits früh am Morgen mit dem Freilaufen der Dressurhengste. Dabei konnten einige Junghengste mit beeindruckenden Auftritten besonders überzeugen, während jedoch ein beträchtlicher Anteil Schwächen im Schritt offenbarte. Jeder Hengst wurde von fachkundigen Kommentaren und umfassendem Hintergrundwissen des Sprechers Norbert Freistedt, Geschäftsführer des PZV Baden-Württemberg, begleitet. Die mit Spannung erwarteten Körurteile wurden verkündet, nachdem alle Ringe abgeschlossen waren. Ein Hengst musste allerdings aus der Bewertung genommen werden, da er nicht taktrein lief.

Die Körkommission zeigte sich großzügig: Von den 47 vorgestellten Hengsten wurden 29 mit dem Prädikat "gekört" ausgezeichnet. Ein Hengst wurde vorläufig nicht gekört, da die Hoden noch nicht vollständig entwickelt sind. Er hat jedoch die Chance auf eine positive Bewertung, sofern ein Tierarzt später die Zuchtzulassung freigibt.

Drei der gekörten Dressurhengste stammen aus dem bayerischen Zuchtgebiet. Darunter ein imposanter Sohn des Floricello (MV: Stedinger), ein Dunkelfuchs aus der Zucht von Ambros Rinser aus Schechen, der von Frieder Heilemann ausgestellt wurde. Auch Dressurreiterin Yara Reichert konnte sich freuen: Ein Sohn ihres Dressurstars und Vorzeigehengstes Springbank II VH wurde gekört. Der Youngster überzeugte nicht nur mit seinen Qualitäten, sondern auch mit seinem exzellenten Typ. Ebenfalls gekört wurde ein Hengst von Franz Winklmaier – ein Sohn des Va Bene aus einer Vitalis-Mutter.

Springhengste überzeugen mit Technik und Übersicht

Die Olympiahalle war bis auf den letzten Platz gefüllt, als der abschließende Finalteil des Freispringens begann. Die meisten Junghengste meisterten die Springgasse mit beeindruckender Übersicht und exzellenter Technik. Leider musste ein Hengst aufgrund einer leichten Verletzung am Sprung aus dem Wettbewerb genommen werden. Einige wenige Junghengste zeigten jedoch ein unnatürliches Verhalten am Sprung und übersprangen sich deutlich. In solchen Fällen wäre ein Eingreifen der Körkommission wünschenswert gewesen. Allerdings wurden diese Aspiranten nicht gekört.

In den anschließenden Schrittringen verkündete der bayerische Zuchtleiter und Jury-Mitglied Torsten Große-Freese die Körurteile. Von den 38 vorgestellten Hengsten wurden insgesamt 21 gekört. Aus dem bayerischen Zuchtgebiet wurde ein vielversprechender Nachkomme des Hengstes Chaccoon Blue gekört. Aus der Zucht von Baden-Württemberg erhielten vier Springhengste ein positives Körurteil. Dabei handelte es sich um Nachkommen der Vererber Solid Gold, Chaplin, Forlee und Heartbreaker. Am Abend findet der Galaabend statt, bei dem bekanntgegeben wird, welche Hengste eine Prämie erhalten. Wer jedoch die begehrten Siegerschärpen mit nach Hause nehmen darf, wird erst am Samstagvormittag enthüllt. Die Spannung bleibt also bis zuletzt erhalten.

Petra Krayl (Redakteurin)

Die Agraringenieurin ist die Expertin für das Zuchtgeschehen, Schwerpunkt Bayern, aber auch in den Themen Pferdehaltung, Stallbau und Technik versiert. Sie stammt aus einem landwirtschaftlichen Betrieb mit einer kleinen Pferdezucht. Bevor sie zum Matthaes Medien Verlag kam, war sie in der Erneuerbaren Energien Branche als Marketing und PR-Managerin tätig. In Marbach absolvierte sie eine Reitwartausbildung und war auf ländlichen Turnieren im Springen und in der Dressur unterwegs. Heute trifft man sie auf den bayerischen Turnierplätzen als Begleiterin ihrer Tochter.

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