München-Riem: Sommer, Sonne, toller Springsport auf dem Weg zum Bayerischen Meistertitel
Sommer, Sonne, Springsport: Auch heute ging es bei den Bayerischen Meisterschaften auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem munter weiter. Und auch heute stand im Springparcours wieder bester Sport auf dem Programm, als Bayerns Topstars im und unter dem Sattel um Meisterschaftsmeriten kämpften.
Den Auftakt machten in der Früh die Reiter der Altersklasse U18, die in einer M**-Prüfung über 135cm als zweite Wertung antraten. Und wieder hatte eine der besten bayerischen Nachwuchsreiterinnen die Nase vorne: Ava Ferch von den Weilheimer Pffr. sauste auf ihrer Schimmelstute Quintessa Lox in einer blitzschnellen und fehlerfreien Bilderbuchrunde zum Sieg. Auch auf Platz zwei fand sich ein Paar, das zu den besten jungen Springreitern des Freistaats zählt: Emma Bachl aus Pfarrkirchen galoppierte mit ihrer Schimmelstute Classic White zur silbernen Schleife und verwies Victoria Schumacher von der RSG Frankenhof Sonnefeld mit Gomez auf den Bronzerang.
Als Nächstes waren heute auf dem großen Hufeisenplatz die Reiter der Altersklassen U14 und U16 an der Reihe, die sich in einem M*-Springen über 120cm als zweite Wertung beweisen mussten. Mira Münz vom RFZV Babenhausen gelang hier eine tadellose Runde, nach der sie mit Olymp de Champ-Fay an die Spitze des Feldes galoppierte. Die beiden lagen über sechs Sekunden vor Lokalmatadorin Grace Isabelle Kühner, die für die RA München an den Start geht und die dunkelbraune Stute Ocean unter dem Sattel hatte, mit der sie am Ende zweitplatziert wurde. Den dritten Rang gab es dann noch einmal für Mira Münz, diesmal mit dem siebenjährigen C Fortunato B.
Spannend wurde es heute auch im Lager der Ponyreiter, für die ein L*-Springen über 115cm als zweite Wertungsprüfung ausgeschrieben war. Joelle Sprehe vom Horsepark Sprehe in Fürth servierte hier mit ihrer braunen Stute Eloclea Ro. Del Colle San Marc eine feine Runde, ritt absolut kontrolliert und mit viel Übersicht – das war der Sieg. Nur knapp dahinter allerdings lag Lena Beck vom RSV Oberallgäu Oberstdorf, die international für Österreich an den Start geht. Die junge Dame war auf der Deutschen Reitponystute Magics First Lady gestartet und sauste mit der 13-jährigen Braunen auf Rang zwei. Drittplatziert wurde hier Benedikt Raab vom TSV 1861 Mainburg Abt. Reiten mit dem 16-jährigen Wallach Crunchy Boy.
Ganz schön anspruchsvoll wurde es dann am späten Nachmittag in einem S*-Springen über 140cm, das als zweite Wertung für die Reiter der Altersklasse U21 auf dem Programm stand. Eine junge Amazone stand schließlich an der Spitze: Lydia Sarah Beutel vom RSV Oberallgäu Oberstdorf steuerte Muse de Bourgignon schnell und fehlerfrei zum Sieg. Silber ging an Ava Ferch, die auch hier glänzte – diesmal mit Elvic v/h Hoeve-Terras. Auf dem dritten Platz lag ebenfalls eine Reiterin, die in den letzten Jahren immer wieder für Furore im Parcours sorgte und sich bereits mit diversen internationalen Titeln schmücken darf: Luise Konle vom RC Küps war hier mit Neptun erfolgreich.
Große Resonanz fand heute in München-Riem auch die Eröffnung der Ausstellung „Flucht der Pferde“, die dort an den Wochenenden bis zum 17. August für Besucher geöffnet sein wird. Doppel-Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl war extra angereist, ebenso wie CSU-Landtagsabgeordnete Dr. Petra Loibl, die gemeinsam mit Thomas Schreder, dem Geschäftsführer des Bayerischen Reit- und Fahrverbands die Eröffnung vornahmen.
Im Januar 2025 jährte sich zum 80. Mal der Beginn der Flucht aus Ostpreußen. Ein wichtiger und häufig übersehener Aspekt bei diesem Fluchtgeschehen stellt das Schicksal von Pferden dar. Die zahlreichen Treckwagen wurden schließlich von Pferden der fliehenden Bevölkerung gezogen. Einzelne flohen auch zu Pferd Richtung Westen. Dabei waren die Tiere großen Strapazen ausgesetzt, konnten nicht mit ausreichend Futter versorgt werden, wurden bspw. bei der Weiterfahrt per Schiff zurückgelassen oder fielen dem Kriegsgeschehen zum Opfer. Eine besondere Rolle nahmen im Falle Ostpreußens Trakehner Pferde ein, die im berühmten Hauptgestüt Trakehnen bei Gumbinnen gezüchtet wurden.
Vor dem Hintergrund der drohenden Besatzung wurde das Gestüt komplett gen Westen evakuiert. Von den insgesamt 1000 Tieren überlebten am Ende lediglich ca. 100 Tiere, die in die westlichen Besatzungszonen gelangten. Mit diesen Tieren wurde die Zucht auch über die Zäsur von Flucht und Vertreibung wiederaufgebaut und letztendlich gesichert. Nach 1990 wurde dieser Zuchtstrang mit demjenigen aus der ehemaligen DDR, auf deren Gebiet ebenfalls einige Trakehner gelandet sind, zusammengeführt.