Stuttgart: Mit etwas „Feuer“ zum Sieg
Am Freitagmorgen wurde es in der Stuttgarter Schleyer-Halle aus Dressursicht spannend. Der Grand Prix der Weltcup-Tour stand an. Dabei zeigte sich vielleicht in der Breite nicht das bestaufgestellte Starterfeld, dennoch aber einige interessante (neue) Paare.
Zwei on fire
Eine, die weiß, wie man ein Weltcup-Finale gewinnt, ist Jessica von Bredow-Werndl. Die Olympiasiegerin führte das Finale mit ihrer Erfolgsstute TSF Dalera BB sowohl in Leipzig als auch in Omaha an. Bekanntermaßen steht für Jessica von Bredow-Werndl nun eine Art Neuanfang an, also eine spannende Zeit. In Stuttgart feiert ihre Nachwuchshoffnung, der zehnjährige Dancier-Nachkomme Diallo BB, sein Weltcup-Debüt. Im Grand Prix hätte sich dieses nicht erfolgreicher präsentieren können. So sicherten sich die beiden mit 73,2 Prozent den Sieg. Dabei zeigte sich Diallo BB hochmotiviert, gar „on fire“. Highlights bildeten gleich zu Beginn der Prüfung die fließenden Trabtraversalen und die gleichmäßigen Piaffen und Passagen mit flüssigen Übergängen. Im Galopp punkteten die beiden mit sicheren Serienwechseln und gut zentrierten Galopppirouetten. Abstriche gab’s mit einer unruhigen Grußaufstellung und einem Taktfehler in der zweiten Trabverstärkung. Alles in allem könnte der zehnjährige Wallach noch mehr „durchatmen“. So präsentierte er sich zwar sehr lektionssicher, hätte aber hier und da noch losgelassener sein dürfen. Das wird aber mit noch mehr Routine mit Sicherheit ganz von selbst kommen. Eins steht schon jetzt fest: Diallo BB ist eine vielversprechende Zukunftshoffnung. Das bayerische Duo verwies Patrik Kittel mit Touchdown, Sieger im Weltcup-Finale von 2023, auf Rang zwei (72,8 Prozent). Die beiden überzeugten mit einer sehr sicheren Runde, wobei sie besonders in der Galopptour punkteten. In der Piaff-Passage-Tour fehlte heute das letzte Engagement aus der Hinterhand. Einen schönen Erfolg durfte auch Raphael Netz mit seinem Erfolgspartner Great Escape Camelot auf Rang drei feiern. Die beiden hatten zu Beginn der Prüfung mit 72,4 Prozent eine erste Messlatte gesetzt. Die Überschrift ihres Rittes hätte wohl Harmonie der Extraklasse heißen dürfen. Eine sehr gleichmäßige Trabtour, verbesserte Galopppirouetten und eine insgesamt hohe Lektionssicherheit führten zu 72,4 Prozent. „Ich bin mehr als zufrieden. Wir hatten beide einfach Spaß. Es gab einen Moment in unserer Prüfung, wo ich wirklich gemerkt habe, wie viel Freude es ihm bereitet und das hat mir wiederum viel Freude bereitet. Von Anfang bis Ende war es fantastisch – ich hatte glaube ich noch nie oder selten so ein Gefühl wie heute“, resümierte Raphael Netz. Übrigens finden Sie in der heutigen RJ Extra -Ausgabe ein interessantes Porträt zu Raphael Netz. Larissa Pauluis mit Flambeau (71,8 Prozent) und Susan Pape mit Harmony’s Guililanta (69,9 Prozent) komplettierten die Top 5.