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von Mona-Sophie Wieland am Sonntag, 12.04.2026 um 06:41

Weltcup-Finale: Große „Kür-Party“ und ein Favoritensieg

Emotionen pur – eigentlich war es schon vor dem großen Kür-Finale in Fort Worth klar, dass es eine mitreißende Stimmung geben wird. Doch im Endeffekt übertraf diese die Erwartungen, die Amerikaner feierten die Dressurreiter. Jubelschreie während der Kür, pure Begeisterung für den Dressursport – einerseits sehr schön, andererseits besonders für die Pferde eine echte Herausforderung. Einer, der das liebte, war Jagerbomb, der sich gemeinsam mit seiner Reiterin Becky Moody verdient den Sieg sicherte.

Ein unglaubliches „Pony“

Becky Moody und Jagerbomb siegen bei den FEI Worldcup Finals 2026  /  © FEI/Sannon Brinkmann

„Das Publikum war der Wahnsinn. Ich würde es gerne überall mitnehmen. Das war ein einzigartiges Erlebnis“, schwärmte Becky Moody. Doch die Britin kam nicht nur bei der Beschreibung der Atmosphäre der FEI World Cup Finals ins Schwärmen, auch ihr nun zwölfjähriger Wallach Jagerbomb brachte sie zum Strahlen, gar rührte er sie fast schon zu Tränen. „Ich bin unfassbar stolz auf mein Pony. Er war einfach unglaublich. Er hat die Atmosphäre, das Publikum geliebt. Trotzdem die Stimmung wirklich so mitreißend war, war er zu jeder Zeit so toll bei mir. Unsere Kür ist schwer, er hat sich aber zu jeder Zeit auf mich fokussiert“, schwärmte Becky Moody. Ihren selbst gezogenen und selbst ausgebildeten Jagerbomb bezeichnet die Britin gerne liebevoll als ihr Pony. Doch von einem Pony ist der großrahmige Wallach weit entfernt. Das bringt es aber auch schon auf den Punkt. Trotz seiner Größe und vielleicht nicht der letzten Elastizität brilliert das Paar besonders in den Aspekten Harmonie, Balance und Selbsthaltung. Von der ersten Grußaufstellung bis zum Schlussgruß befand sich Jagerbomb in bester Anlehnung und spielte nur so mit den Schwierigkeiten. Absolute Highlights bildeten die Serienwechsel, die Becky Moody in völliger Leichtigkeit auf gebogenen Linien sowie mit Übergang von Zweier- in Einerwechsel zelebrierte. Auch die Piaffen und Passagen zeigten sich gleichmäßig abfußend, hätten aber etwas kraftvoller abfußend sein dürfen. Auch in den gut zentrierten Galopppirouetten könnte der Wallach etwas mehr Last aufnehmen. Das alles war jedoch Meckern auf höchstem Niveau und sicherte dem bereits im Vorfeld favorisierten Paar verdient den überlegenen Sieg im diesjährigen Weltcup Finale (88,3 Prozent). Neben dem Sieg durfte sich das sympathische Paar auch über ein neues Personal Best freuen. Apropos Personal Best: Das gab’s auch für den 23-jährigen Christian Simonson, der sich mit Indian Rock erneut über den zweiten Platz freuen durfte. „Ich bin unglaublich stolz auf mein Pferd und überglücklich hier sein zu dürfen. Das war eine tolle Nacht. Das Finale war genau so, wie es sein sollte: Gemeinsam Spaß und einfach eine gute Zeit haben“, erläuterte Christian Simonson, der gleich zu Beginn mit ausdrucksvollen Piaffen und Passagen das Publikum von den Sitzen riss. Erneut punkteten die beiden besonders in der Trabtour, wobei sich auch hier die Traversalen mit mehr Stellung und Biegung hätten zeigen dürfen. Auch wäre in den Verstärkungen eine bessere Rahmenerweiterung wünschenswert. Diese zog sich auch bis in den Galopp. Hier zeigte sich der 13-jährige Wallach, besonders in den Serienwechseln, immer wieder eng. Demgegenüber standen Galopppirouetten mit hoher Lastaufnahme. Teuer wurde es, als Indian Rock die angestaute Spannung im starken Galopp und durch einen Freudenbuckler beim Wechsel nach dem starken Galopp rausließ. Dennoch: Die beiden sind sicherlich eine der Entdeckungen und positiven Überraschungen im diesjährigen Weltcup-Finale. Der zweite Platz war mit 83,8 Prozent verdient. Ein absoluter Gänsehautmoment gelang auch Sandra Sysojeva mit ihrer bewegungsstarken Maxima Bella, die übrigens erst zehn Jahre alt ist. Es ist immer wieder beeindruckend, was für eine Bewegungsdynamik die Millennium-Tochter in den Piaffen und Passagen sowie Trabtraversalen an den Tag legt. Demgegenüber stand auch heute eine nicht immer ganz losgelassene Galopptour, wobei sich auch in den Einerwechseln ein in der Hinterhand nachgesprungener Wechsel einschlich. Zur Freude des amerikanischen Publikums reihten sich die beiden mit 80,7 Prozent auf Rang drei vor dem Siegerpaar von 2024, Patrik Kittel und Touchdown (80,2 Prozent), ein.

Zwei starke Jungs

Raphael Netz und DSP Dieudonné trabten im Weltcup-Finale von Fort Worth zu Platz fünf.  /  © Lafrentz/Tiffany van Halle

Und die beiden Deutschen? Was machten sie? Sie schlugen sich mehr als tapfer, gar begeisterten sowohl Raphael Netz als auch Moritz Treffinger mit absolut gefühlvollem Reiten.  Besonders für Ersteren bildete die Atmosphäre eine große Herausforderung. So hatte sich sein DSP Dieudonné im Grand Prix von der Atmosphäre der Dickies Arena noch sehr beeindrucken lassen. In der Kür nahm der vielversprechende Wallach sein Herz in die Hand und kämpfte für seinen Reiter. Absolut keine Selbstverständlichkeit, denn die enorme Bewegungsdynamik führte beim Publikum zu etlichen Jubelschreien. Das bayerische Duo brillierte mit ausdrucksvollen Piaffen und Passagen und einer insgesamt sicheren Runde. Klar, der Schritt zeigte sich nicht optimal losgelassen schreitend, in den Galopppirouetten könnte der Wallach noch besser vor dem inneren Bein stehen und in den Serienwechseln noch ausbalancierter sein. Das sollte jedoch wahrlich in den Hintergrund rücken. Fest steht: Es war beeindruckend, wie sich Dieudonné in der Kür versuchte zu fokussieren und über das Potenzial des lackschwarzen Wallachs muss man wohl wirklich nicht mehr sprechen. Der Lohn in Fort Worth: Platz fünf mit 79,2 Prozent. Auch Moritz Treffinger und Fiderdance setzten, wie schon im Grand Prix, große Ausrufezeichen. Auch hier ist es beeindruckend, wie fokussiert und harmonisch sich Pferd und Reiter präsentierten. So gelang den beiden eine weitestgehend sichere Runde. Absolute Highlights bildeten die Galopppirouetten, die, wie soll es anders sein, zu Jubel beim Publikum führten. Demgegenüber schlichen sich (teure) Kleinigkeiten ein, wie ein Taktfehler in einer Trabverstärkung, zwei nicht ganz fließende Übergänge und in den Einerwechseln in der Hinterhand nicht ganz losgelassen durchgesprungene Wechsel. Am Ende hätte sich das Finaldebüt von Moritz Treffinger nicht erfolgreicher präsentieren dürfen, Platz acht mit 77,3 Prozent. Zwischen Netz und Treffinger schoben sich Julio Mendoza Loor mit Jewel’s Goldstrike (78,6 Prozent) und Alexa Fairchild mit Fairplay (78 Prozent). Ersterer entpuppte sich in Fort Worth zum absoluten Publikumsliebling und begeisterte auch in der Kür, wobei für ihn in puncto Aktivität und Lässigkeit immer wieder das Motto galt: Weniger ist mehr. Und was bleibt nach den FEI World Cup Finals der Dressurreiter? Vor allem die Erkenntnis, wie gut dem Dressursport eine Veranstaltung mit dieser besonderen Atmosphäre tut - davon dürfte es gerne mehr geben. Umso bedauerlicher, dass einige der führenden Reiter in diesem Jahr nicht am Start waren. Ihre Teilnahme hätte das Niveau der Finals wohl noch einmal gesteigert.

Ein erfolgreicheres Debüt hätte es für Moritz Treffinger wohl nicht geben können.  /  © Lafrentz/Tiffany van Halle

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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