Mannheim: Erneut ein goldener Viva Gold im Special
Die CDI4*-Tour von Mannheim mündete heute schon in einen ersten Höhepunkt, dem Grand Prix Special. Am Ende zeigten sich zwei Dinge: zum einen der nächste Sieg für Isabell Werth und Viva Gold OLD und zum anderen war da die Sache mit der Kraft.
Routine und Kraft
„Das ist schon noch alles in einer Findungsphase, in der wir uns bewegen“, resümierte Isabell Werth und fügte hinzu: „Heute war ich mit dem Beginn sehr zufrieden. Dann mangelte es im Verlauf der Prüfung an Kraft und auch an der letzten Selbstverständlichkeit“. Es war erst der zweite Grand Prix Special für den bildhübschen, erst zehnjährigen Hengst Viva Gold OLD. Erneut wusste der Enkel von Weihegold mit hoch abfußenden Passagen zu brillieren. Ansonsten zeigten sich die Trabvrstärkungen leicht laufend. In der ersten Piaffe kam der Hengst nicht sofort ideal rein, die zweite Piaffe gelang aktiv abfußend und verbessert. Im Galopp machte sich dann wahrlich die noch nicht ganz ausgereifte Kraft bemerkbar. So kam Viva Gold immer wieder leicht hinter die treibenden Hilfen und damit zusammenhängend im Genick eng. Daraus resultierten auch Fehler in beiden Einerwechsel-Touren. Die Galopppirouetten gelangen mit guter Lastaufnahme. Alles in allem brachte es Isabell Werth schlussendlich treffend auf den Punkt: „Wir müssen noch Kraft und Stabilität bekommen“. Einen weiteren Sieg, und das mit 76,3 Prozent, gab’s dennoch verdient. Außerdem steht nach wie vor das enorme Potenzial des Hengstes.
Dahinter überzeugte der Hesse Thomas Wagner mit dem elfjährigen Escolar’s Emil FRH. Super dynamische Verstärkungen, viel Abdruck in den Passagen, super durch den Körper arbeitende Passagen und Serienwechsel sowie sehr gut zentrierte Galopppirouetten stellten einen Teil der Highlights der beiden dar und führten zu einem Ergebnis von 71,2 Prozent. Demgegenüber gelangen die Piaffen noch nicht ganz gleichmäßig abfußend. „In Hagen war Emil noch sehr umweltorientiert und hatte das Steuer selbst in die Hand genommen. So entstand der Gedanke, dass ich doch hier in Mannheim an den Start gehe. Gestern wollte ich ihm ein ruhiges Gefühl geben und heute eine Schippe drauflegen. Mit dem Ergebnis bin ich nun sehr zufrieden. Hinter Isabell Zweiter zu sein, ist für mich wie ein Sieg“, resümierte Thomas Wagner. Auch dieses Duo verfügt über enorm viel Potenzial und schöpft dieses bei Weitem noch nicht ganz aus. Das gilt auch für Carina Harnisch und ihren sympathischen DSP Sheldon Cooper. Auch dieses Duo legte heute eine gewaltige Schippe obendrauf, zeigte sich noch energischer und geschlossener als am ersten Tag. Absolute Highlights bildeten die Trabtraversalen, die gut ausbalancierten und energisch abfußenden Piaffen und Passagen. Teuer wurde es durch einen in der Hinterhand nachgesprungenen Wechsel in den Einerwechseln sowie eine nicht am Punkt gerittene, aber eigentlich gute Galopppirouette (69,6 Prozent). „Wir sind beide am Lernen. Er ist noch sehr jung und auch für mich ist es erst die zweite internationale Saison. Wenn ich alles richtig machen würde, würde er das sicherlich auch machen. Ich merke immer noch, dass es schlussendlich etwas an Kraft fehlt. Aber das wird kommen“, erläuterte Carina Harnisch. Ebenso eine vielversprechende Runde gelang erneut Anna Fuchs mit Duvetico, die sich mit 68,1 Prozent auf Rang fünf hinter Felicia Simoncic mit Four Legends (68,7 Prozent) einreihte.
Auch in der Intermediaire I, dem Finale der kleinen Tour, zeigte sich eine unveränderte Spitze. Anna Fuchs sicherte sich mit DSP Dimanche Royal erneut den Sieg (70,4 Prozent) und setzte sich damit erneut gegen Jaya Gutheil mit Feentanz (69,7 Prozent) durch. Nicole Grosch konnte sich mit Visser’s Hit Valeria VEC OLD noch einmal steigern und komplettierte mit 69,5 Prozent das Podest.