Balve: Der Kukuk macht’s
Auch im Parcours sind die Titel bei den Deutschen Meisterschaften vergeben. Aus süddeutscher Sicht schlägt sich Michael Viehweg äußerst beachtlich.
Beim Babysitting entdeckt
Vor dem letzten Umlauf stand fest: Wer Deutscher Meister werden möchte, musste abwurffrei bleiben. Auch wenn sich das Feld der Titeljäger nach vier anspruchsvollen Runden lichtete, blieben immerhin drei: Maximilian Lill mit Casallco’s George PS, der Sieger der ersten Wertungsprüfung, Marco Kutscher mit Cool Fox und Christian Kukuk mit Akarad Tivoli Z. Für Ersteren, der in dieser Saison einen guten Lauf hat, lief es im Stechen nicht wirklich gut. So kassierte Lill drei Abwürfe. Es blieb ein spannendes „K-Duell“. Schlussendlich sollte sich Christian Kukuk mit dem zehnjährigen Akarad Tivoli Z durchsetzen. Der Olympiasieger hat den Wallach erst seit Januar unter dem Sattel und sich bereits in CSI5*-Springen platziert und glänzte in Balve mit größtem Feingefühl, aber auch sein Wallach bewies seine Vorsicht. Die beiden blieben fehlerfrei, was Marco Kutscher mit Cool Fox nicht gelang. Die beiden kassierten bereits an Sprung zwei einen Abwurf. Das bedeutete Silber für Marco Kutscher und für Christian Kukuk erstmals Gold bei den Deutschen Meisterschaften. Übrigens, die Geschichte, wie Christian Kukuk den Akarad Tivoli entdeckt hat, ist süß: Christian Kukuk hatte auf seine Tochter aufgepasst und währenddessen den Großen Preis von Opglabbeek angeschaut. Dort begeisterte ihn der Wallach unter Bertram Allen sofort und es dauerte nicht lange, bis der Akarad Tivoli bei ihm einzog. Im Vergleich dazu kennen sich Michael Viehweg und Contario schon sehr viel länger, gar sind die beiden ein eingespieltes Team. Der Bayer spielte diese gemeinsame Routine in Balve voll und ganz aus und kassierte am Finaltag lediglich im ersten Umlauf einen ärgerlichen Abwurf. Im zweiten Umlauf gelang den beiden eine tadellose Nullrunde, womit sie sich im Gesamtranking auf Rang acht einreihten.
Bleiben wir bei den Herren: Auch Lukas Weiler schlug sich im U25-Springpokal sehr beachtlich. Der Bereiter vom Erdbeerhof kassierte mit seinem Kilian im Springen über 1,50 Meter zwar einen ärgerlichen Abwurf, durfte sich mit Platz elf dennoch über eine Platzierung freuen. Auch Elisabeth Meyer sicherte sich noch weitere Platzierungen: Im Finale der Youngster-Tour rangierte sie mit Caramella auf Rang elf. Im Championat von Balve landete sie mit der vorsichtigen Oratrice vd Donkhoeve auf Rang fünf. Die beiden hatten mit 41,22 Sekunden im Stechen die schnellste Zeit geliefert, mussten aber einen Abwurf in Kauf nehmen. Der Sieg ging an Daniel Lahmann mit Chess vd Berghoeve (43,61 Sekunden). Bei den Amateuren sicherte sich Tobias Rist mit dem erst achtjährigen Undercover im 1,40-Meter-Springen Rang drei. Auch Günter Schmaus mit Farezzo, Thomas Fessler mit Carlos und Lisa Schill-Huber mit H Kawawa Seben platzierten sich.
Laura Klaphake neue Deutsche Meisterin
Apropos Eli Meyer: In der Entscheidung um den Titel der Deutschen Meisterschaft der Springreiterinnen verfügte sie am Finaltag nicht über das letzte Quäntchen Glück und verpasste als Siegerin der ersten Wertungsprüfung mit mehreren Abwürfen den Einzug in die finale Runde. Am Ende hatten vier Damen eine „weiße Weste“: Justine Tebbel, Britt Roth, Laura Klaphake und Sarah Nagel-Tornau. Als erste Starterin musste Justine Tebbel in den Stechparcours. Sie legte mit Cote de Pablo eine fehlerfreie und flotte Runde in 44,55 Sekunden vor. Nach ihr ritt Laura Klaphake ein. Klaphake war 2017 auch schon einmal Deutsche Meisterin bei den Springreiterinnen. Mit VDL Quizano van’t Merelsnest zeigte sie in Balve, dass es noch schneller geht. Nach 38,84 Sekunden blieb die Uhr stehen, fehlerfrei und neue Führung. Die dritte Starterin Sarah Nagel-Tornau kassierte mit Balisto einen Abwurf. Jetzt konnte nur noch Nachwuchsreiterin Britt Roth Klaphake den Sieg streitig machen. Mit ihrem neunjährigen Holsteiner Jeffrey war sie ebenfalls schnell, aber mit 39,33 Sekunden im Ziel nicht schneller als Klaphake. Das bedeutete Gold für Laura Klaphake, Silber für Britt Roth und Bronze für Justine Tebbel. „Es ist die Belohnung für jahrelange Arbeit und es ist ein Privileg mit so besonderen Tieren arbeiten zu dürfen, jeden Morgen stehen wir auf dafür, für diese Leidenschaft, und es ist umso schöner, wenn man dann mit sowas dafür belohnt wird“, resümierte Laura Klaphake.