„Es ist so beeindruckend wieviel Energie Chip hat“
Die zweite Verfassungsprüfung liegt, begleitet von einem gewissen Spannungsbogen hinter den Vielseitigkeitsreitern in Aachen. Während Michael Jungs fischerChipmunk FRH, Libussa Lübbekes Caramia FRH, Malin Hansen-Hotopps Carlitos Quidditch K und Christoph Wahlers D`Accord FRH das "fit to compete" direkt erhielten musste Uelzener´s Nickel zunächst in die Holding Box, wurde dann jedoch akzeptiert. Generell zeigte sich das Richtergremium sehr streng und so mussten auch Frieda von Felix Vogg und Kiarado d´Arville von Lara de Liedekerke-Meier in die Holding Box, bekamen jedoch beide das Go. Insgesamt treten im Parcours noch 65 Paare an.
Michael Jung zeigte sich nach dem sensationellen Geländeritt begeistert von seinem fischerChipmunk und geht bestens vorbereitet ins Springen, in dem das erste Starterpaar um 13 Uhr die Hindernisse in Angriff nimmt:
Der Ritt des Tages, Superlative und die Führung vor dem Springen. Dir und fischerChipmunk ist im Gelände einmal mehr ganz Großes gelungen: Wie fühlte sich der Ritt für dich an?
Dieses Pferd ist einfach genial. Es ist beeindruckend wieviel Energie Chip hat! Auf dem Abreiteplatz hat er noch voller Freude gebuckelt. Er hat während des gesamten Rittes auf die feinsten Hilfen reagiert, wenn ich mich nur leicht aufrichte ist er immer sofort komplett bei mir und absolut aufmerksam und am Ende hat alles ideal gepasst. Wir haben es geschafft, bis ins Ziel voll konzentriert zu bleiben, was natürlich auch durch die Routine möglich war. fischerChipmunk hat so viel Erfahrung, kannte die Hindernisse alle und hatte mit nichts ein Problem. Etwas in die Karten gespielt hat uns auch der einsetzende Regen, der für ein bisschen Abkühlung gesorgt hat.
Man sagt dir gerne eine sehr präzise innere Uhr nach. Diese tickte, zusätzlich zur Uhr am Arm auch in Aachen wieder absolut im Takt. Wie gelang dir dieses Meisterwerk der Zeiteinteilung im Gelände?
Mein Start war ja ziemlich weit hinten und so konnte ich mir gut einen Plan zurechtlegen. Bei der ersten Minute war ich etwa drei Sekunden hinter der Zeit, in der Linkskurve nach neun war es noch ca. eine Sekunde. Man weiß nie, was zum Ende hin noch kommt und ich habe dann versucht noch etwas mehr vor die Zeit zu kommen, was ja auch gelungen ist. Das Ganze richtig einzuteilen war schon eine Schwierigkeit im Gelände, auch was die Kondition angeht. Man durfte nicht zu früh, zu schnell los. Meine Taktik war es direkt in einen guten Rhythmus zu kommen und immer sauber an der Innenbahn zu galoppieren. Schon zu Sprung eins hin hatten wir eine super Distanz.
Mit welchen Gedanken gehst du ins heutige Springen?
Die Verfassung liegt inzwischen hinter uns, Chip ist topfit und natürlich gilt es jetzt im Springen Null zu bleiben. Allerdings reiten eben auch Erfahrungswerte mit, dass das nicht selbstverständlich ist. Aber in dieser Hinsicht muss man ruhig bleiben und bereits beim Abgehen einen guten Plan entwickeln. Auch ist es mir wichtig, schon beim Abreiten ein gutes Gefühl zu haben. Dazu kommt noch die Wahl der richtigen Stollen und vieles mehr. Es sind noch einige Schritte bis zum ersten Sprung und wir gehen diese einen nach dem anderen.