Warendorf: Finalticket für Ralf Kornprobst und DSP F-Grace St
Na, das ist ein voller Erfolg für, vor allem für das Züchterhaus Steidl: Nach Datejust unter dem Sattel von Uwe Schwanz bei den fünfjährigen Dressurpferden qualifiziert sich auch DSP F-Grace unter dem Sattel von Ralf Kornprobst bei den sechsjährigen Dressurpferden direkt fürs Finale.
F-Grace hat schon so einige Male für Aufmerksamkeit gesorgt. So hatte die Glamourdale-Fürstenball-Tochter 2024 das DSP-Stutenchampionat als Gesamtsiegerstute Dressur angeführt. Zuletzt avancierte sie in überlegener Art und Weise zur bayerischen Landeschampionesse. Und nun in Warendorf, ja, da knüpft sie unter ihrem Ausbilder Ralf Kornprobst an diese Erfolge an. Die eifrige Stute überzeugte bereits im Trab mit aktivem Abfußen und guter Bewegungsmechanik (8,5). Die gleiche Note gab es auch für den kompakten Galopp (8,5). Für den gut durch den Körper schreitenden Schritt mit gutem Vor- und Übertritt gab es eine 8,7. Hinzu kamen in der Durchlässigkeit und im Gesamteindruck die Noten 8,2 und 8,6, woraus eine Endnote von 8,5 und Platz fünf in der ersten Abteilung resultierte. Damit stehen die beiden im großen Finale der sechsjährigen Dressurpferde. Ein wahrlich nicht selbstverständlicher Erfolg. So zeigte sich das Feld der sechsjährigen Dressurpferde so dicht und stark besetzt wie selten zuvor. Gleich drei Pferde knackten die magische 9er-Note. An der Spitze standen am Ende zwei Herren, die auf ihre Art und Weise begeisterten. Die Tageshöchstnote erzielte dabei mit einer Endnote von 9,22 Viva las Vegas (v. Viva Gold-Foundation, Z.: Reinhard Baumgartner) unter dem Sattel von Charlott-Maria Schürrmann. Der kompakte Hannoveraner, welcher bereits im vergangenen Jahr bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde am Start war, kann seinen Vater Viva Gold nicht nur in puncto Aussehen nicht verleugnen. Auch in den Aspekten Bewegungsdynamik sowie Schulterfreiheit hat er sehr viele Gemeinsamkeiten mit Viva Gold. So überzeugte Viva las Vegas bereits im Trab mit sehr aktivem Abfußen, viel Schulterfreiheit und in den Verstärkungen mit enormer Schubkraft. Verdient griffen die Richter mit einer 9,6 tief in die Notenkiste. Für den Schritt mit viel Übertritt sowie leicht unruhiger Anlehnung gab es die 8,8. Im Galopp setzte sich die enorme Schulterfreiheit fort. Hinzu kam ein aktiver Durchsprung ins Bergauf, wofür es die 9,2 gab. Wollte man etwas meckern, so könnte sich der Hengst hier und da im Genick noch nachgiebiger präsentieren. So gelang beispielsweise auch das Rückwärtsrichten zunächst mit leichtem Widerstand. Daraus ergab sich für die Durchlässigkeit die glatte 9. Im Gesamteindruck stand eine 9,5, woraus für das kompakte „Powerpaket“ mit seiner einmal mehr gefühlvoll einwirkenden Reiterin die Tageshöchstnote von 9,22 resultierte. Das bedeutete in der ersten Abteilung den Sieg vor Kira Goerens-Ripphoff mit dem leichtfüßigen und eleganten Wallach Fürst FRH (v. Fürst Romancier-Sandro Hit, Z.: Gerold Gögele) (9,04) und Thomas Schulze mit dem Secret-For Romance-Nachkommen Sinato (Z.: Christine Feichtinger) (8,7).
Und in der zweiten Abteilung? Ja, am Ende rollten Kira Laura Soddemann und Fiete NRW (v. Fashion in Black-Rock Forever, Z.: Robert Drenker) das Feld wahrlich von hinten auf und sicherten sich als letztes Starterpaar den Sieg in der zweiten Abteilung. Der Sympathieträger der letztjährigen Entscheidung der fünfjährigen Dressurpferde, wobei der Westfale damals zur Bronzemedaille getrabt war, hat über den Winter mühelos den Sprung in die nächste Klasse geschafft. Vor wenigen Wochen avancierte er zum Westfalenchampion und lieferte in der heutigen Finalqualifikation eine Runde, die besonders in puncto Durchlässigkeit kaum zu übertreffen war. Durchgehend tolles Seitenbild sowie hohe Taktsicherheit und viel Gleichmaß führten zu einer 9,5 für die Durchlässigkeit. Für den dynamischen Trab mit guter Mechanik und viel Schwung gab es die glatte 9. Im Schritt fand der Hengst nicht sofort zur vollen Losgelassenheit, kam dann aber auf der zweiten Diagonalen mehr aus sich heraus und überzeugte mit einem guten Schreiten durch den Körper (8,7). Auch der Galopp präsentierte sich aktiv ins Bergauf springend, wofür es erneut die glatte 9 gab. Der Gesamteindruck von 9,1 komplettierte die Endnote von 9,06. Dahinter folgten Eva Möller mit dem kompakten Oldenburger-Hengst Globall OLD (v. Global Player-Fürstenball, Z.: Arnold Wegbünder) (8,98) und Alina Schneider mit der sympathischen Oldenburger-Stute Weihforca OLD (v. Fynch Hatton-De Niro, Z.: Christine Arns-Krogmann) (8,64).
Auch der Bayerin Sofie Stollberger gelang mit Bonbonito (v. Belissimo-Herbstkönig, Z.: Zuchtbetrieb Brech) ein schöner Erfolg. Die beiden sicherten sich mit einer 8,24 und Rang neun eine grüne Schleife. Leider verpassten sie knapp den direkten Finaleinzug, haben aber natürlich noch die Chance übers kleine Finale.