München-Riem: Deutsches Team bei der Einspänner-WM auf Rang vier
Einen starken Auftritt lieferten Claudia Lauterbach und ihr Wallach Verano am zweiten Dressurtag bei der WM der Einspänner in München-Riem ab. „Ich kann mich einfach immer auf ihn verlassen“, lobte sie ihren 13-jährigen Schweren Warmblüter, den sie, seit er zweieinhalb Jahre alt ist, besitzt und selbst ausgebildet hat. „Einige in meinem Bekanntenkreis hatten Zweifel, ob er wirklich gut genug ist für den großen Sport, aber man muss auch manchmal einfach an ein Pferd glauben“, sagte Claudia Lauterbach nach ihrer Dressur, für die sie 46,91 Punkte erhielt (Platz zehn) und damit auch ein gutes Ergebnis für die deutsche Mannschaft lieferte.
Für das Team hatte Anne Unzeitig mit ihrem De Niro am ersten Tag auch schon mit 47.78 Punkten geliefert (Platz zwölf). Als letzte Teamfahrerin startete Ciara Schubert mit ihrer Schimmelstute Lassila. Die beiden sind eher Marathon-Spezialisten und kamen mit 54.17 Punkten (Platz 26) aus dem Dressurviereck. „Ich bin mega happy, es haben sich ein, zwei kleine Fehlerchen eingeschlichen, aber im Großen und Ganzen bin ich sehr glücklich und freu mich auf den Marathon“, sagte die 24-Jährige Baden-Württembergerin nach ihrer Dressur.
Damit liegt das deutsche Team nach der ersten Teilprüfung auf Rang vier. Es führt die Mannschaft aus der Schweiz, vor den Teams aus Frankreich und den Niederlanden. „Wir haben uns natürlich schon nach der Dressur etwas mehr als Platz vier erhofft, aber sie haben alle gekämpft und alle abgeliefert“, zeigte sich Bundestrainer Dieter Lauterbach zufrieden mit den Leistungen der deutschen Fahrer. Die Dressurprüfung gewann der Schweizer Stefan Ulrich, der vor zwei Wochen noch mit seinem Vierspänner bei der WM in Aachen am Start war.
Seinen ersten Auftritt bei der WM hatte der Einzelfahrer Christoph Dieker mit seiner Stute DSP Siebenstein. 14 Jahre nach seinem Weltmeister-Titel mit FST Elmor ist er wieder bei einer WM dabei. „Im Rahmen der Möglichkeiten war es ganz ok,“ sagte Dieker nachher. Er kam auf 57.44 Punkte (Platz 34).
Das beste deutsche Dressurergebnis lieferte Einzelfahrerin Marie Tischer mit Fortino am ersten WM-Tag ab. Mit 44.05 Punkten belegte sie am Ende der Prüfung Platz sieben. Ebenfalls als Einzelfahrer am Start sind Jens Motteler mit Calida (Platz 29), Martin Stötzer mit Elsaß (Platz 43) und Lars Krüger mit DSP Fenne Lily (Platz 53), die alle schon am Vortag in der Dressur gestartet waren.
Heute steht das Gelände für alle 85 Gespanne aus 20 Nationen auf dem Programm. Acht spektakuläre Hindernisse, wie der „Münchener Biergarten“, bei dem Zuschauer direkt im Hindernis sitzen können, müssen dann möglichst schnell durchfahren werden. „Das Gelände wird sehr anspruchsvoll, es sind sehr schwierige und technischen Passagen dabei, die Fahrer müssen unwahrscheinlich aufpassen, dass sie nicht auch mal ein falsches Tor erwischen und außerdem sauber fahren, denn an den passenden Stellen liegen hier Bällchen auf den Geländehindernissen und wenn da eins fällt, kommen nochmal zwei Strafpunkte dazu“, gibt der Bundestrainer Lauterbach einen Ausblick auf den Geländetag.
Am Sonntag entscheidet sich in der dritten Teildisziplin, dem Kegelfahren dann auf der Olympia-Reitanlage, wer Mannschafts- und wer Einzel-Weltmeister wird.