Basel: Jessica von Bredow-Werndl auch in der Kür das Maß der Dinge
Der Finaltag des CHI CLASSICS BASEL startete mit der Weltcup-Kür in die Vollen. Wie bereits im gestrigen Grand Prix sollten auch heute Jessica von Bredow-Werndl und TSF Dalera BB das Maß der Dinge sein. Die 36-jährige Olympiasiegerin zauberte eine fehlerfreie Kür in das Basler Viereck, das erneut umrandet von vollbesetzten Rängen war. Die Jury griff tief in die Notenkiste und vergab insgesamt 90,795 Prozent. Besonders in der Piaff-Passage-Tour punktete das hochdekorierte Duo aus Aubenhausen. Für Harmonie, Choreographie, Schwierigkeitsgrad und musikalische Interpretation zückte das Richter-Gremium (fast) durchgängig die 10. Damit war Bredow-Werndl der Weltcup-Etappen-Sieg sicher. Über die Dressur-Premiere in Basel fand die Siegerin in der anschließenden Presse-Konferenz viele lobende Worte. „Es wird sich toll um uns gekümmert, die Verpflegung für uns alle ist super. Die Halle ist wunderschön. Basel hat eine große Zukunft in der Dressur, wenn sie da weiter drauf aufbauen.“ so Bredow-Werndl. Auch der Boden sei wirklich gut, setzte sie nach. Es sei aber auch „etwas kompliziert in der Schweiz“, damit spielte die Dressurreiterin unter anderem darauf an, dass die Pferde erst morgen wieder über die Grenze zurück nach Hause reisen dürften.
Hinter Jessica von Bredow-Werndl reihte sich erneut Isabell Werth mit DSP Quantaz ein. Der 13-jährige DSP-Nachkomme des Quaterback lieferte heute eine tolle Runde ab, zeigte sich nochmals besser und gestärkter als bei vorherigen Vorstellungen, wie auch die Reiterin selbst im Anschluss bestätigte. „Ich bin sehr, sehr zufrieden. Er war schon gestern super im Grand Prix, auch wenn er sich ein Mal bei den Zweiern erschrocken hatte. Heute war es eine super Prüfung, ich glaube es war seine beste Kür bislang!“ resümierte die Rekord-Medaillensammlerin in der Pressekonferenz stolz im Anschluss. „Er hat im letzten halben Jahr eine wirklich großartige Entwicklung hingelegt. Anfang des Jahres hatten wir etwas Beziehungsschwierigkeiten, das konnten wir jetzt aber wieder aufarbeiten. Jetzt lieben wir uns wieder und es ist schön, dass sich diese Entwicklung so konstant zeigt.“ schmunzelte Werth. Der Jury war diese fantastische Entwicklung 85,650 Prozent wert und damit Rang zwei.
Über Rang drei freute sich die Dänin Nanna Skodborg Merrald mit ihrem Blue Hors Zepter, der erst seit wenigen Monaten unter ihren Fittichen ist. Für die beiden war es der erste gemeinsame Kür-Start an diesem Morgen in Basel, dementsprechend höchst zufrieden zeigte sich die Dänin mit 84,130 Prozent und Rang drei. Der großrahmige Fuchs sei heute nochmal entspannter gewesen als gestern, sagte sie im Anschluss. Heute passagierte und piaffierte der Sohn des Blue Hors Zack wie ein Uhrwerk, auch die Pirouetten waren toll anzusehen. Die Kür-Musik „Time to say goodbye“ passte nicht ganz, denn man darf sich sicherlich freuen, was die Zukunft für diese beiden noch bereit hält.
In eine ganz entspannte Zukunft darf Daily mirror nun blicken. Nach dem heutigen Kür-Start wurde der Rappe mit Stallnamen „Ken“ mit 19 Jahren topfit in seine wohlverdiente Rente verabschiedet. Sein langjähriger Ausbilder Benjamin Werndl und Besitzerin Flora Keller entschieden sich gegen eine große Zeremonie, da Daily mirror noch nie ein Freund von Siegerehrungen und großem „TamTam“ war. Emotional war es bei der heutigen Vorstellung dennoch, Reiter und Pferd genossen ihren letzten gemeinsamen öffentlichen Auftritt sichtlich, was mit 83,995 Prozent und Platz vier belohnt wurde.
Dressur-Fans, die sich heute Morgen pünktlich den Wecker auf 09.15 Uhr zum Auftritt von Dorothee Schneider und Showtime FRH gestellt hatten, wurden bitter enttäuscht. Schneider zog ihren „Showi“, der noch am gestrigen Tag nach langer verletzungsbedingter Pause sein Comeback noch etwas wacklig in den Lektionen gefeiert hatte, vor dem Start zurück. „Showtime war heute auf dem Abreiteplatz nicht ganz in Ordnung“ sagte Bundestrainerin Monica Theodorescu dazu. (akb)