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Montag, 13.03.2023 um 08:01

's-Hertogenbosch: Benjamin Werndl mit Famoso Vierter in der Kür

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Wie schon im Grand Prix wurde es auch in der Weltcup-Kür in ‘s-Hertogenbosch Platz vier für Benjamin Werndl und seinen Oldenburger Famoso. Es war die letzte Etappe vor dem Finale in Omaha im April. Benjamin Werndl zeigte die neue Kür zu Klängen von Frank Sinatra (Come fly with me) und Robbie Williams unter dem Motto „Swing“. Famoso ist die Musik sozusagen auf den Leib geschneidert, „er schwingt durch den ganzen Körper“, so Benjamin Werndl. Das konnte der 14-Jährige Farewell III-Sohn in der Kür noch besser unter Beweis stellen als im Grand Prix. Schwungvoll und elastisch durch den Körper, stets konzentriert bei seinem Reiter, der im Vergleich zur Einlaufprüfung noch eine Schippe drauflegen konnte. Auch waren die Lektionen taktsicher zur Musik angelegt, besonders in Piaffe und Passage harmonierten Klang und Bewegung. Der Auftakt mit gleichmäßigen Piaffen und schwungvollen Passage-Traversalen, dann gab es einen kleinen Wackler nach dem starken Trab vor dem Übergang in die Piaff-Pirouette. Vorbildlich in der Anlehnung zeigte sich der Wallach dennoch gut ausbalanciert im Gleichgewicht, dabei immer losgelassen und zufrieden. „In der Kür hat mir Famoso ein gigantisches Gefühl gegeben. Er war voll bei mir und ich bin sehr happy.“ 82,050 Prozent vergaben die Richter für die Vorstellung, deren Schwierigkeitsgrad mit 9,58 bewertet wurde. Ab und zu wünschte man Famoso in der Passage noch etwas mehr Abdruck der Hinterhand, hier tippt er mit dem linken Hinterbein hin und wieder kurz auf, das kostet Punkte.

„Natürlich gibt es noch ein paar Dinge, die ich verbessern kann, deshalb war diese Prüfung gut für uns, bevor die Freilandsaison startet. Wir werden noch ein paar Dinge verfeinern und anpassen und etwas an den Details feilen“, so das Fazit von Benjamin Werndl. Im Weltcup-Ranking liegt er nun als Reservist mit 65 Punkten hinter Isabell Werth (74) und Ingrid Klimke (72), Vorjahressiegerin Jessica v. Bredow-Werndl ist für das Finale als Titelverteidigerin gesetzt.

Siegerpaar Charlotty Fry und Glamourdale Der Sieg in der Kür ging wie auch schon im Grand Prix an das Weltmeisterpaar Charlotte Fry und Glamourdale. Der Hengst zeigte sich ebenfalls verbessert zum Grand Prix, dennoch nach wie vor mit viel Spannung und teilweise unsicherer Anlehnung. Der Lord Leatherdale-Sohn begeisterte mit viel Aktivität und Schub, dennoch schlichen sich ein paar Fehler ein. Das Paar begann mit einer guten Trabtour, die Traversalen mit viel Schulterfreiheit weit kreuzend. Charlotte Fry parierte dann sehr deutlich durch in den Schritt, wodurch Glamourdale im Bewegungsfluss stockte und nicht richtig zum Schreiten kam. In der Galopptraversale nach rechts blockierte er dann einmal völlig, machte sich für mehrere Galoppsprünge kopfschlagend frei, bevor seine Reiterin ihn wieder bei sich hatte. Dafür konnte er erneut mit seiner Paradelektion, dem starken Galopp punkten, für den die Richter einheitlich die 10 vergaben. 86,835 Prozent wurden es schlussendlich. Das Ticket für das Weltcup-Finale in Omaha hat Fry mit dem Sieg in der Tasche, doch es ist noch unklar, ob sie es einlösen wird. Da Glamourdale auch im Deckgeschäft sehr gefragt ist, werde man in Kürze einen Plan machen, so die 27-Jährige.

Platz zwei ging an Dinja van Liere mit Hèrmes (83,375 Prozent), die ebenfalls mit Anspannung zu kämpfen hatten. In der ausdrucksstarken Trabtour zu Beginn konnte van Liere das noch gut abfangen, hier verwarf sich der Hengst allerdings hin und wieder im Genick, in der Passage zog er das Hinterbein einmal exaltiert nach oben. Ansonsten konnte er zeigen, dass die Passage wohl seine Lieblingslektion ist, das kann er einfach wie ein Uhrwerk. Nach dem starken Schritt schien ihn dann etwas besonders zu irritieren und dies zog sich durch die gesamte Galopptour. Dadurch bekam ihn van Liere kaum noch vor sich, die Einerwechsel misslangen, die Rückführung nach dem starken Galopp wurde sehr handlastig.

Platz drei ging an Isabell Werth und ihren 17-jährigen Emilio, der zunächst außerhalb des Vierecks eine lustige Bockeinlage zeigte, mit der er seine Reiterin aber schon lange nicht mehr aus dem Konzept bringt. Der Ehrenpreis-Sohn war sichtbar motiviert und konnte sich zum Grand Prix deutlich steigern. Die Trabtour sehr sicher mit Piaffe-Pirouette zu Beginn, dann starker Trab und nochmal eine sehr gleichmäßige Piaffe-Pirouette. In den Galopp-Verstärkungen konnte Werth ihn mit deutlich mehr Rahmenerweiterung präsentieren als im Grand Prix, doch die Wechsel waren teilweise kurz gesprungen. 82,76 Prozent. (mj)

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