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Sonntag, 13.08.2023 um 07:58

Julia Sarah Hamberger ist die neue Süddeutsche Championesse der Berufsreiter

© honorarfreie Nutzung des Bildes
Nach zwei Qualifikationen mit einem Prix St Georges und einer Intermediaire I fand heute das Finale des Süddeutschen Berufsreiterchampionat beim Marbacher Dressurfestival statt. Das Finale fand wiederum im veränderten Modus statt, wodurch die Reiter im Finale selbst nur noch die Prüfungen im Sattel der beiden Fremdpferde zeigten. Und das Finale hat es Jahr um Jahr wahrlich in sich: Fünf Minuten zur Eingewöhnung auf dem fremden Pferd und dann geht es schon in eine Sonderaufgabe auf S**-Niveau. Nach den zwei Qualifikationen lag der baden-württembergische Erfolgsreiter Pieter van der Raadt mit Abstand in Führung und verfügte für das Finale über eine gute Ausgangsposition. Doch im Finale sah man dann nicht nur einfühlsame Ritte, sondern ebenso gelang Julia Sarah Hamberger eine starke Aufholjagd.
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Doch von Anfang an. Als Knackpunkt des Finales stellte sich der achtjährige Wallach Felipe von Kristina Olson heraus. So erlebte der Favorit Pieter van der Raadt einen nicht ganz optimalen Einstieg ins Finale. Im Sattel von Felipe musste er 62,7 Prozent in Kauf nehmen. Nach einer ordentlichen Trabtour folgten teure Fehler in der Galopptour, wie misslungene Dreier- und Zweierwechsel sowie ein Schwungverlust in der ersten Galopppirouette. Das kostete natürlich Punkte. Felipe scheint wohl voll und ganz ein Damenpferd zu sein. Denn die zweite Fremdreiterin Julia Sarah Hamberger kam mit dem jüngsten Pferd des Finales besser zurecht. Mit viel Feingefühl pilotierte sie den Wallach weitesgehend fehlerfrei durch die Prüfung und erhielt 68,7 Prozent. Die beste Prüfung gelang Pieter van der Raadt mit Vicento, dem Pferd von Julia Sarah Hamberger. Die Prüfung mit einer schwungvollen Trabtour, kleinsten Galopppirouetten und sicheren Serienwechseln belohnten die Richter mit 71,7 Prozent. Dennoch reichte es nicht für den Titel. Denn Julia Sarah Hamberger gelangen einfach die konstanteren Runden. So punktete sie sich mit Remy Martin, dem Pferd von Pieter van der Raadt, zu 68,7 Prozent. Remy Martin wurde auch als bestes Finalpferd ausgezeichnet. Egal, ob es der eigene Reiter war, oder die zwei Finalistinnen, der 14-jährige Wallach drehte mit allen Reitern zuverlässig seine Runden. Dies zeigt auch einmal mehr die gute Ausbildungsarbeit von Pieter van der Raadt auf.

Am Ende wurde es wahrlich spannend und Julia Sarah Hamberger setzte sich mit einer Gesamtprozentzahl von 69,2 Prozent knapp vor Pieter van der Raadt (69,0 Prozent) an die Spitze. Die Bayerin Kristina Olson zeigte ebenso schöne und harmonische Runden, musste jedoch im Vergleich zu den beiden anderen Finalisten mehr teure Fehler in Kauf nehmen. Am Ende freute sie sich über die Bronzemedaille. „Das hat richtig Spaß gemacht. Ich habe zum ersten Mal so etwas mitgemacht. Es ist so ein interessanter und technisch höchst anspruchsvoller Modus. Ich bin nächsten Jahr aufjedenfall wieder dabei“, beschrieb die strahlende Süddeutsche Championesse der Berufsreiter 2023. Die Bayerin Julia Sarah Hamberger hatte wohl niemand auf der Favoritenliste und so fasste sie am Ende treffend zusammen: „Ich habe mir alles selbst erarbeitet. Man muss einfach dran bleiben und probieren, dann geht das!“. (msb)

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