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Sonntag, 10.09.2023 um 16:47

EM Riesenbeck: Jessica von Bredow-Werndl ist Doppel-Europameisterin

Foto: S. Lafrentz  /  © honorarfreie Nutzung des Bildes

So spannend wie heute war Dressursport selten- und so stimmungsvoll auch! Fiel das Ergebnis des Grand Prix Special am Freitag eindeutig aus, so kämpfte man heute in der Kür um jeden einzelnen Punkt, um am Ende auf dem Podium zu stehen. Jessica von Bredow-Werndl sicherte sich mit TSF Dalera BB die Goldmedaille und verteidigte damit ihren Titel. Mit einem neuen persönlichen Bestergebnis von 92,181 Prozent, wie es sich für eine neue, alte Europameisterin gehört. Historisch ist dieses Ergebnis auch, da es nie ein höheres Ergebnis bei einer Welt- oder Europameisterschaft gab. Mit 92,379 Prozent kam Weltmeisterin Charlotte Fry mit einem heute bestens aufgelegten Glamourdale allerdings gefährlich nahe an die Titelträgerin heran. Mit 91,396 Prozent setzte Charlotte Dujardin als letzte Starterin ein zweites deutliches Ausrufezeichen aus britischer Sicht und gewann hochverdient Bronze.

„Ich bin unendlich dankbar, für meine Tanzpartnerin Dalera, die so athletisch und zuverlässig ist, für meine Familie und das große Team, dass hinter diesem Erfolg steht. Das heute war nicht nur mein Erfolg, es haben viele dazu beigetragen.“ erklärte Jessica von Bredow-Werndl in der Presse-Konferenz überglücklich. „Ich habe mich so auf das Einreiten fokussiert, dass ich fast vergessen habe die richtige Hilfe für die Einer zu geben.“ schmunzelte die frischgebackene Europameisterin. Tatsächlich war die Vorstellung von Bredow-Werndl und der 16-jährigen Easy Game-Handryk-Tochter aus der Zucht von Silke Druckenmüller nicht ganz fehlerfrei. In den Einer-Wechseln schlich sich ein dicker Patzer ein, das Publikum fieberte lauthals mit. „Ich habe euch alle gehört, es tut mir leid!“ beteuerte Bredow-Werndl dem Publikum. So spitze sich die Stimmung im Stadion zu, ein Knistern der Spannung lag in der Luft.

Auch bei den Verfolgern auf dem Silberrang lief nicht alles glatt. Auch wenn sich der KWPN-Hengst Glamourdale von Lord Leatherdale – Negro heute nochmals stark verbessert als an den Vortagen präsentierte. „Am ersten Tag war er frisch, aber nicht konzentriert. Am zweiten Tag war er konzentriert, aber auch etwas müde. Heute, nach dem freien Tag, hatte er endlich den richtigen Mix.“ freute sich Vize-Europameisterin Charlotte Fry. Sie gab zu, dass die ersten beiden Prüfungen nicht ganz nach Plan liefen. „Natürlich freue ich mich, zurück auf dem Podium zu sein.“ Auf den Zweikampf zwischen Dalera und Glamourdale hatte nicht nur die Szene lange gewartet. Der Druck bei den beiden Reiterinnen war hoch. „Ich bin froh, dass wir endlich aufeinandergetroffen sind. Ich war schon beim Weltcup-Finale in Omaha oder in Aachen bereit.“ grinste Bredow-Werndl. Für die Olympischen Spiele 2024 versprechen sich beide hochspannenden Sport. „Wir dürfen aber auch nicht Charlotte Dujardin, Nanna Skodborg Merrald oder Isabell Werth unterschätzen.“ mahnte Fry. Beim nächsten Weltcup-Finale wird Dalera übrigens nicht nochmal an den Start gehen, sollte sich das bayerische Duo qualifizieren. „Sie wird in der Hallensaison Turniere gehen. Aber nach Omaha habe ich Dalera versprochen, dass sie nicht mehr für mich fliegen muss.“ stellt Bredow-Werndl klar. Das Weltcup-Finale 2024 wird in Saudi-Arabien ausgetragen.

Voller Stolz zeigte sich auch die Britin Charlotte Dujardin mit dem Gewinn der Bronzemedaille. Vor sechs Monaten sei sie Mutter geworden, sie habe nicht mal damit gerechnet, hier dabei zu sein. Nun tritt sie die Heimreise mit Mannschafts-Gold und zwei Einzel-Bronzemedaillen an. Und das mit einem noch unerfahrenen erst zehnjährigen Imhotep (KWPN v. Everdale – Vivaldi). Die Kür-Musik ist erst in dieser Woche fertig geworden. Sie war zur Filmmusik zu Madagaskar. „Wenn Pete nicht eingeflochten ist, dann hat er eine wilde Mähne wie ein Löwe. Und auch sein Charakter erinnert mich an den Löwen Alex aus dem Film Madagaskar, daher wollte ich es unbedingt mit dieser Musik versuchen.“ erklärte Dujardin. Erst drei Wochen zuvor sei der Plan für die Kür fertig geworden, heute sei sie es zum ersten Mal durchgeritten. 91,396 Prozent waren das Ergebnis, eine Premiere nach Maß.

Mit 89,546 Prozent verpasste die Dänin Nanna Skodbord Merrald mit Blue Hors Zepter (Old Wallach v. Blue Hors Zack – Wolkentanz II) nach Silber im Grand Prix Special, heute auf Rang vier knapp eine Medaille. Auch die 27-jährige Dänin hatte eine neue Kür im Gepäck, in der sich noch kleine Ungereimtheiten eingeschlichen hatten.

Das Stadion zum Überkochen brachte Isabell Werth mit ihrer rockigen Kür im Sattel von DSP Quantaz. 88,407 Prozent bedeuteten heute Rang fünf für die Rekord-Dressurreiterin und den 13-jährigen DSP-Wallach (Brandb. V. Quaterback – Hohenstein, Z.: Dr. Kathrin Damm). Hätte man die Dezibel im Stadion gemessen, wäre das Duo sogar noch weiter vorne gewesen. Das steht fest!

Hinter Werth platzierte Therese Nilshagen den 16-jährigen Dante Weltino OLD (v. Danone – Welt Hit II, Z.: Olaf Bahls) auf Rang sechs mit 86,132 Prozent. Frederic Wandres und Bluetooth OLD (v. Bordeaux – Riccione, Z.: Gestüt Lewitz) wurden mit 84,568 Prozent Neunte. Ihre gerittene Kür hatte sich vom vorgelegten Floorplan unterschieden, die Traversalen waren eigentlich anders geplant als gezeigt. „Klarer Fehler des Piloten, aber wir sind auch keine Maschinen“ sagte Wandres im Anschluss. Dennoch hatten es die beiden in die Top Ten geschafft, ein beachtenswerter Erfolg. Nochmal steigern konnten sich auch Isabel Freese und der elfjährige Oldenburger Hengst Total Hope OLD (v. Totilas – Blue Hors Don Schufro, Z.: Christine Arns-Krogmann) mit starken 82,593 Prozent auf Rang zehn. (akb)

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