EM Dressur: Marie Sohler ist Europameisterin
Die Sensation ist perfekt oder besser gesagt hat Marie Sohler alle Erwartungen (mehr als) übertroffen: Bei ihrem ersten Championat krönt sie nach Mannschaftsgold und Einzelsilber das Wochenende und sichert sich in der finalen Kür Gold.
Schon vor der finalen Kür war klar, Marie Sohler und ihr achtjähriger Hengst Global Player werden von Tag zu Tag besser. Das war schon vor den Europameisterschaften im belgischen Opglabbeek kein Geheimnis. Und die beiden lieferten wahrlich ab. In ihrer Junioren-Kür jagte ein Highlight das Andere. Fließende Trabseitengänge, ausdrucksvolle Verstärkungen, sichere fliegende Galoppwechsel kombiniert mit einer kreativen und durchaus schwierigen Linienführung führten zu einem Ergebnis von 77,9 Prozent. Damit war den beiden schon einmal Silber sicher. Doch Rose Oatley, die Goldmedaillengewinnerin der Einzelwertung, startete noch nach dem bayerischen Erfolgduo. Sollte Marie Sohler’s Spitzenergebnis für den Titel, ja die EM-Sensation, reichen? Die Antwort ist ja. Rose Oatley begann im Sattel von Sommernacht stark. Eine sehr ausdrucksvolle Trabtour bei bestem Seitenbild führte zu einem Zwischentrend von 83 Prozent. Doch dann kam die Galopptour und der „Wechselteufel“ schlug zu. So misslangen alle fliegenden Galoppwechsel und zeigten sich entweder in der Hinterhand nachgesprungen oder einen nach der Hilfe. Das drückte natürlich das Ergebnis und warf Rose Oatley mit 76,1 Prozent auf Rang vier zurück. Damit stand es fest oder besser gesagt war die Sensation für Marie Sohler perfekt: Die Schülerin von Jessica von Bredow-Werndl und Benjamin Werndl ist die neue Europameisterin. „Ich bin sprachlos. Ich bin mit Globis Leistung überglücklich. Er ist der beste Partner, den ich mir wünschen könnte“, strahlte Marie Sohler. Silber sicherte sich die Holländerin Yasmin Westerink mit Amphitryon (76,7 Prozent) vor Marie Sohlers Teamkollegin Alix von Borries mit Feingefühl (76,4 Prozent).
Im Springparcours hatten es Lena-Marie Kraus mit Voodstock de l’Astree und Rafael Reichart-Eisenhardt ins Finale geschafft. Schon das ist für die beiden bei ihrer Championatspremiere ein großer Erfolg. Am Finaltag kassierten sie dann in beiden Umläufen jeweils zwei Abwürfe. In der Gesamtwertung schafften sie dennoch den Sprung unter die Top20. So beendete Rafael Reichart-Eisenhardt die Europameisterschaften auf Rang 17. Lena-Marie Kraus folgte auf Rang 19. Wie schon bei den vorherigen Europameisterschaften der Jungen Reiter dominierten die Iren auch die Entscheidung der Ponyreiter. Jack Kent sicherte sich mit Double Pleasure Gold vor der Holländerin Lieselot Kooremans mit Elando van de Roshoeve und der Schwedin Victoria Jensen mit Inez. Sowohl Jack Kent als auch Lieselot Kooremans behielten über alle Turniertage hinweg eine weiße Weste. Am Ende entscheidete im Stechen die Zeit. Hier lieferte der Ire eine unschlagbar Zeit von 39,17 Sekunden. Kooremans beendete den Stechparcours in einer Zeit von 41,37 Sekunden. Spannender hätte es wohl kaum sein können!
Nach dem erfreulichen Abschneiden der deutschen Jugendlichen in den Mannschaftsprüfungen bei den Europameisterschaften im belgischen Opglabbeek ging die Jagd auf Medaillen in den Einzelwettbewerben erfolgreich weiter. Insgesamt kamen noch drei Gold-, drei Silber- und drei Bronzemedaillen hinzu. Unisono zogen die Bundestrainer Caroline Roost (Pony Dressur), Hans-Heinrich Meyer zu Strohen (Children und Junioren Dressur) sowie Peter Teeuwen (Pony Springen) ein rundum zufriedenes Fazit. Meyer zu Strohen fasst es zusammen: „Wir sind sehr glücklich, wir haben quer durch alle Altersklassen, auch bei den Pony-Springreitern, nicht nur gute Pferde und Ponys, sondern auch gutes Reiten gesehen. Die Bedingungen in Opglabbeek waren hervorragend, ebenso die tolle Gemeinschaft der Eltern, der Kinder und Jugendlichen und der Pferdebesitzer.“