Waldhauser Hof: Jessica Neuhauser’s Triumphzug
Es waren wahrlich besondere Tage auf dem Waldhauser Hof. Das Team um Uwe Schwanz hat einmal mehr ein Dressur- und Springsportfestival der Superlative auf die Beine gestellt. Dabei bildete die Grand Prix Kür unter der besonderen Flutlichtatmosphäre wahrlich ein ganz besonderes Highlight. Ein Moment, den auch Jessica Neuhauser sicherlich nicht so schnell vergessen wird.
Zu Beginn der Turnierwoche ereignete sich für Turnierleiter Uwe Schwanz ein großer Schockmoment. Er stürzte im Training von einem Pferd. Zuerst sah es so aus, dass der Pferdewirtschaftsmeister noch glimpflich davongekommen ist. Doch dem war so nicht. Ein äußerst schmerzhafter Riss in den Abduktoren zerstörte jegliche Pläne von Starts auf dem Hausturnier. Bitter! Kurzum entstand bei Uwe Schwanz eine schöne Idee. Seine Lebensgefährtin Jessica Neuhauser sollte Platz im Sattel seines routinierten Erfolgspartners Rockson nehmen. Ein gewagter Plan, der (mehr) als aufgehen sollte. Schon im Grand Prix hatten sich Jessica Neuhauser und Rockson auf Anhieb gut verstanden und sich hinter Yara Reichert und Valverde Platz zwei gesichert. In der Grand Prix Kür legten die beiden dann eine gehörige Schippe oben drauf, ja es gelang wahrlich alles. Perfekte Abstimmung auf die Musik, ausdrucksvolle Piaff-Passage-Touren und fehlerfreie Einer- und Zweierwechsel in Kombination mit einer schwierigen Linienführung führten zu einem Spitzenergebnis von 78,6 Prozent. Das sieht man nicht alle Tage! Aber auch Bettina Meijs und ihr Wallach aus der Landeszucht Freddy Couples (ZG Sommer/Frauscher) bestätigten einmal mehr ihre konstant gute Form und punkteten sich zu einem ebenso tollen Ergebnis von 74,6 Prozent Vicente Arroyo Penaranda und Carl der Große (73,8 Prozent) komplettierten das Podest. Auch Enya Müller und ihr Fats Domino trumpften in ihrer Paradedisziplin, der Kür, auf und feierten mit Platz vier vor heimischer Kulisse einen schönen Erfolg (73,6 Prozent). Alexandra Sessler und DSP Dun Dee, Ricarda Franziska Peukert und Golden Gate sowie Victoria Rohrmuss mit Corelli de Luxe folgten auf den weiteren Plätzen.
Doch bleiben wir bei Jessica Neuhauser: Für die Schweizerin war der Flutlicht-Erfolg nicht der einzige Erfolgsmoment an diesem Wochenende. Die Lebensgefährtin von Uwe Schwanz führte mit Rockson auch die Ehrenrunde im Grand Prix Special am Finaltag an. Bei stets bestem Seitenbild zählten unter anderem die dynamischen Verstärkungen, die gleichmäßigen Passagen, die aktiv abfußenden Piaffen und die gut zentrierten Galopppirouetten zu den Highlights der Prüfung. Einzig in den Einerwechseln schlich sich ein kleiner Fehler ein. Dennoch eine tolle Runde! Das sahen auch die Richter so und belohnten die beiden mit 73 Prozent und einem weiteren Heimsieg. Besser geht’s wohl kaum! Max Wadenspanner und Zardetto zeigten sich weiter gesteigert und waren dem Siegerpaar mit 72,2 Prozent am dichtesten auf den Fersen. Auch Juliane Nuscheler knackte die 70-Prozentmarke und komplettierte den starken Erfolg für den Waldhauser Hof. Im Sattel von Karl Louis punktete sie sich zu 70n Prozent und Platz drei. Anja Gutschmidt hatte mit Fanalino gleich zum Auftakt der Prüfung mit 69,2 Prozent vorgelegt. Schlussendlich wurde es für sie Rang vier vor Lisa-Maria Klössinger mit Incredible Boy (67,9 Prozent).