Basel: Raphael Netz triumphiert mit Dieudonné
Bei den CHI Classics Basel durfte am Samstagvormittag aus bayerischer Sicht so richtig gejubelt werden. Raphael Netz und Dieudonné sicherten sich den Sieg in der CDI3*-Kür und verwiesen damit die Dressurqueen Isabell Werth mit Superb auf Rang zwei.
Es ist ganz besonderer Erfolg: Vor drei Jahren zog der vielversprechende Württemberger bei Raphael Netz ein. Die hohe Qualität des nun zwölfjährigen Dante Weltino-Nachkommens war von Anfang an klar zu erkennen, nur musste alles erst einmal in die „richtigen“ Bahnen gelenkt werden. Über den Nürnberger Burgpokal, erste Starts in Dreisterne-Prüfungen bis hin vor ein paar Monaten die ersten Einsätze auf internationalem Parkett – Raphael Netz hat Dieudonné gefördert und geformt. Der heutige Sieg in der CDI3*-Kür ist mit Sicherheit ein besonderer Meilenstein im gemeinsamen Werdegang. Dabei bestach der langbeinige Hengst in Basel vor allem in den gut ausgehaltenen und ausdrucksvollen Passagen. Auch die Piaffen gelangen schon gut auf der Stelle. In der Galopptour punkteten die beiden mit gelungenen Serienwechseln auf gebogener Linie, wobei sich Dieudonné hier mittlerweile in sich noch ausbalancierter zeigt. Einzig in den Trabtraversalen hätte sich der Württemberger im Genick noch nachgiebiger präsentieren dürfen. Alles in allem durfte sich Netz mit 75,9 Prozent über den Sieg vor Isabell Werth mit Superb (74,6 Prozent) freuen. Werth überzeugte mit der 13-jährigen Surprise-Tochter einmal mehr mit weit kreuzenden Trabtraversalen, ausdrucksvollen Passagen und dynamischen Verstärkungen. Abstriche mussten heute in der Galopptour gemacht werden, wo aus der Übermotivation der Stute unter anderem Fehler in den Zweierwechseln resultierten. Delia Eggenberger mit Santa Maria komplettierte das Podest (74,5 Prozent). Apropos Galopptour: Auch Lisa Müller kassierte hier heute im Sattel von Gut Wettlkam’s Mondrian teure Fehler. So sprang der zehnjährige Wallach in der Einleitung zur Rechtspirouette um. Die beiden reihten sich noch auf Rang sechs ein (70,3 Prozent).
Henrik von Eckermann galoppiert allen davon
So etwas sieht man selten: Am Freitagabend zogen im Grand Prix über 1,60 Meter gleich 17 Paare ins Stechen ein. Damit stand das „Motto“ für jeden Reiter fest: Wer gewinnen wollte, musste im Stechen etwas riskieren. Die Mehrheit der Stechteilnehmer riskierten dabei zu viel. So blieben am Ende nur fünf Teilnehmer abwurffrei. Einer der genau das richtige Händchen hatte, war Henrik von Eckermann. Der Weltranglistenerste lieferte als vorletzter Starter des Stechens einmal mehr eine flinke Runde wie aus einem Guss und schnappte sich mit seiner zwölfjährigen Stute Iliana den Sieg (38,68 Sekunden). Auf den zweiten Platz sprang Simon Delestre. Der Franzose hatte es als letzter Starter des Stechens mit seinem Dexter Fontenis noch einmal gehörig spannend gemacht. Doch die Uhr blieb schlussendlich bei 39 Sekunden stehen. Rang drei ging an den Iren Denis Lynch mit Vistogrand. Beste Deutsche wurde Sophie Hinners mit ihrer gewaltigspringenden Dames My Prins. Auf Rang acht folgte Richard Vogel mit United Touch. Ein ärgerlicher Netzroller an einem Steilsprung verhinderte eine noch bessere Platzierung.