Ein letztes Mal
Am Sonntag ist es soweit, dann werden Jessica von Bredow-Werndl und TSF Dalera erneut in die St. Jakobshalle in Basel einreiten. Dieses Mal wird es nicht im Rahmen der Weltcup-Qualifikation sein. Nein, vielmehr ist es der letzte Freudenauftritt der beiden.
Nach den Olympischen Spielen und dem dortigen Doppel-Gold hatte Jessica von Bredow-Werndl verkündet, dass TSF Dalera BB nicht mehr bei einem Turnier starten wird. Eine harte Entscheidung. Ob sie diese schon bereut hat? Die Antwort der Bayerin ist ganz klar: „Die Gedanken kommen natürlich. Heute Morgen habe ich sie in Mitten der Weltcup-Teilnehmer gejoggt. Sie hat sich so gut angefühlt und ich hätte sofort in eine Prüfung einreiten können. Wenn man Dalera fragen würde, ob sie weitermachen möchte, würden wir alle die Antwort kennen. Diese gibt sie mir jeden Tag. Dann dennoch vernünftig zu sein und zu sagen, dass sie am Höhepunkt aufhört, ist hart, fühlt sich aber zu hundert Prozent richtig an. Bereut habe ich die Entscheidung nicht. Das ist auch das Motto meiner Kür „Je ne regrette rien“. Aber es ist natürlich dennoch nicht einfach“. Nach den Olympischen Spiele hatte das Erfolgsduo erst Freudenauftritte beim Trakehner Hengstmarkt. Im Anschluss machten sie einen Ausflug zu den Amadeus Horse Indoors in Salzburg und nun steht der große Auftritt beim CHI Basel bevor. „Die bisherigen Freudenauftritte haben sehr viel Spaß gemacht, aber ich hatte immer diesen Joker im Hinterkopf, dass Basel noch kommt. Jetzt ist es endgültig. Morgen wird der letzte Auftritt sein und davor graut es mir etwas. Dennoch fühlt es sich rund an“, beschreibt Jessica von Bredow-Werndl. Das Publikum in Basel darf sich noch einmal auf die „Gold-Kür“ von Paris freuen. Zudem werden nicht nur Dalera's Besitzerin Beatrice Büchler-Keller sowie die Familie Werndl das Erfolgsduo begleiten. Auch die beiden Wegbegleiterinnen, die Pferdepflegerinnen Anna Liebing und Franziska Leonhardt, werden natürlich vor Ort sein. Nach Basel wird sich für die Trakehnerstute zu Hause nichts ändern. „Dalera darf bis zu ihrem letzten Atemzug bei uns bleiben. An ihrem Tagesablauf werde ich nun nichts ändern. Dalera ist neun Jahre lang ohne Verletzungen im Spitzensport gestartet. Das spricht dafür, dass wir in der Vergangenheit alles richtig gemacht haben. Wir werden versuchen, dass sie Mama werden darf. Hier wollen wir aber nichts verzwingen“, erläutert Jessica von Bredow-Werndl. Und wie geht es für die Dressurausbilderin weiter? „Ich habe tolle Nachwuchspferde. Mit Kismet und Got it peile ich in diesem Jahr den Louisdor Preis an. Zudem habe ich im Mai letzten Jahres Discover von meinem Bruder übernommen. Ich hoffe, dass ich heute in einem Jahr hier in Basel zwischen diesen drei Pferden entscheiden darf“, lacht die Olympiasiegerin und fügt hinzu: „Auch mein Bruder hat mit Quick Decision ein ganz tolles Nachwuchspferd. Unser Ziel ist es nächstes Jahr wieder voll dabei zu sein“.
Der letzte „Freudenauftritt“ von Jessica von Bredow-Werndl und TSF Dalera BB wird am morgigen Sonntag um 11.15 Uhr stattfinden. Ausreichend Taschentücher sollte wohl jeder mitbringen.