Finale beim Bachl-Weekend
Der Sonntag beim Bachl-Weekend bot ein prall gefülltes Programm, das bis in den frühen Abend dauerte. Im Mittelpunkt standen die beiden Finalprüfungen im Freispringen, gefolgt vom Freilaufcup für die drei- und vierjährigen Dressurpferde am Nachmittag. Von insgesamt 60 Springpferden wurden jeweils 25 Youngster für die Finalprüfungen ausgewählt. Angesichts des Zeitrahmens sollte dieses Feld in Zukunft möglicherweise reduziert werden. Denn dieser Teil des Programms erforderte viel Zeit, da die Jury die Pferde sorgfältig bewertete und die Rangierung entsprechend lange dauerte. Die Ergebnisse vom Vortag wurden dabei mit der aktuellen Bewertung addiert.
Geyer's Larimar und Amir VT Z überzeugten beim Freispringcup
Die Siegerin des Rottaler Freispringcups der dreijährigen Springpferde war Geyer's Larimar (v. Cicero Z – Cayado), gezüchtet von Heinrich Geyer aus Österreich. Bereits am Vortag hatte sie die beste Leistung gezeigt und meisterte auch das Finale souverän. Sie gehörte zu den wenigen Pferden, die von den Richtern eine Note von 9,0 für das Springvermögen erhielten (gesamt: 52,2). Die Zweitplatzierte, Electric Fire (v. Zinedream – Rotgold), stammt aus Bad Birnbach und wurde von Franz und Mathias Bauer gezüchtet. Den Springcup der vierjährigen Pferde sicherte sich Amir VT Z (v. Aganix Du Seigneur - Caligula II), gezüchtet von Gräfin Jeannine von Thun und Hohenstein (B: Marcel Neukirch). Der Fuchswallach erhielt im Qualifying eine Höchstnote von 9,2 und im Finale eine 9,0 für sein Vermögen. Die Jury lobte ihn für seinen kraftvollen Abdruck und seine Übersicht beim Springen. Mit insgesamt 52 Punkten verwies er die Vorjahressiegerin Emma vom Immhoff (v. Cornet Obolensky - Cassini I), gezüchtet von Angela Immhoff, auf den zweiten Platz.
Mit über einer Stunde Verspätung begann der Rottaler Freilaufcup in der vollbesetzten Halle. Insgesamt gingen 21 dreijährige Dressurpferde an den Start, im Vorjahr waren es noch 16, während bei den vierjährigen Pferden lediglich sechs Teilnehmer vertreten waren. Die Prüfungen wurden von der Nationenpreisreiterin Katharina Hau geleitet, die zahlreiche Siege und Platzierungen bis hin zum Grand Prix Spezial vorweisen kann. An ihrer Seite saß der renommierte Ausbilder Uwe Schwanz in der Jury. Zuchtleiter Torsten Große-Freese kommentierte die Pferde und erläuterte den Zuschauern die Bewertungen.
E'mile Grazie und De La Vié im Rampenlicht bei den Dressurpferden
Andreas Schorer aus Jengen, der im Vorjahr einen Springsieger stellte, war nun auch im Dressurlager erfolgreich. Der junge Mann präsentierte die von ihm gezogene E'mile Grazie (v. Sezuan's Donnerhall – Millennium). Die elegante, blutgeprägte Stute sicherte sich mit 26 Punkten souverän die Siegerschärpe. Der Zuchtleiter beschrieb sie als modernes Pferd mit leichtfüßigem Gang und aktivem Hinterbein. Allerdings diskutierte das fachkundige Publikum darüber, ob die hohe Trabnote von 9,2 angesichts des ausgeprägten hohen Sprunggelenks gerechtfertigt war. Für ihren ausbalancierten, bergauf gesprungenen Galopp erhielt sie die Note 9,0. Auf dem Silberrang platzierte sich der Fuchshengst Valpolicello, ein typstarker Sohn des Va Bene aus einer Mutter von Florencio I. Für seinen kraftvollen Bergaufgalopp erhielt er die Höchstnote von 8,8, was zu einem Gesamtergebnis von 24,9 führte. Er ist zweifellos ein auffälliges und qualitätsvolles Pferd. Unglücklich ist jedoch der Umstand, dass Jurymitglied Katharina Hau sowohl Züchterin als auch Besitzerin von Valpolicello ist. Zudem war ihr Kollege Uwe Schwanz im Sport erfolgreich mit der Mutter des Hengstes, Fifth Avenue. Das kleine Feld der vierjährigen Dressurpferde wurde von De La Vié (v. Dynamic Dream – Zack) angeführt, die aus der Zucht von Horst Schepper stammt und im Besitz von Verena Idecke ist. Für ihren Trab erhielt die Fuchsstute die höchste Note von 9,0 und erzielte insgesamt 25,2 Punkte.
Mit der Siegerehrung endete am Abend ein langer Tag und ein gelungenes Wochenende, das erneut von der Familie Bachl und der Zuchtgenossenschaft Rottal-Inn hervorragend organisiert wurde. Leider waren zu diesem Zeitpunkt bereits viele Gäste auf ihrer teils langen Heimreise. Im Vergleich zum Vorjahr hatte die Familie Bachl den Zeitplan von drei auf zwei Tage komprimiert. Der Termin für 2026 steht bereits fest, und es wird sicherlich noch Verbesserungen im Ablauf geben. Die Aussteller und Zuschauer zollten dem Bachl-Team großes Lob: Der Ablauf war gut organisiert, die Bereitstellung von Boxen war vorbildlich, und die Qualität der jungen Pferde war sehr hoch.
Ein Ziel der Veranstaltung ist es, eine Vermarktungsplattform für junge Pferde zu bieten. Laut Hausherrin Elke Bachl gab es bereits vor Ort zahlreiche Kaufinteressenten. Im Vorjahr hatten viele potenzielle Käufer nach dem Wochenende bei der Hengststation angerufen und um die Vermittlung von Kontakten zu den Züchtern gebeten. Sie hofft natürlich, dass auch in diesem Jahr ein reges Interesse besteht und die jungen Talente in fördernde Hände gelangen.
Alle Ergebnisse unter: https://hengststation-bachl.de/ergebnisse