Kronberg: Deutsche Teams auf klarem Medaillenkurs
Die Europameisterschaften der Jungen Reiter und U25-Reiter in der Dressur sind auf dem schönen Schafhof in Kronberg bereits voll im Gange. Heute stand sowohl für die Jungen Reiter als auch die U25-Reiter der erste Teil der Mannschaftsentscheidung an. Beide Teams erwischten einen guten Start ins Championat, wobei Celestine Kindler ein neues Personal Best feierte.
Celestine Kindler als „Pathfinder“
Es sind die ersten Europameisterschaften für Celestine Kindler. Deswegen nervös? Nein, bei weitem nicht. Vielmehr agierte die Schülerin von Reitmeister Hubertus Schmidt als routinierter Pathfinder für das deutsche Team. Im Sattel ihres jetzt 16-jährigen Westfalen Quotenkönig punktete sie sich zu 70,7 Prozent, womit die beiden nun nach Abschluss des ersten Teils der Mannschaftsentscheidung Platz zwei einnehmen und sich bislang nur von der Niederländerin Anniek van Dulst mit My First Choice – Dutopia geschlagen geben müssen (71,8 Prozent). Die Prüfung von Celestine Kindler und ihrem sympathischen Quotenkönig überzeugte gleich zum Prüfungsauftakt mit einer frischen, energischen und sehr gleichmäßigen Trabtour. Auch die Schritttour gelang losgelassen. Im Galopp zählten die schnurgeraden Serienwechsel sowie die top zentrierte zweite Galopppirouette zu den Highlights. Wollte man meckern, hätte sich in der ersten Galopppirouette der Durchsprung etwas aktiver präsentieren dürfen. Insgesamt wirkte der Wallach heute noch motivierter und geschlossener als es zuletzt der Fall war. "Ich war super zufrieden mit Quoti er war wirklich Spitze und so schön frisch nach vorne. Ich hatte das Gefühl dass wir beide uns heute noch geschlossener und mit mehr Leichtigkeit präsentieren konnten. Und das Feeling mit dem ganzen Team das mir den Rücken stärkt und mich anfeuert das war einfach ein mega schönes Erlebnis heute", resümierte Celestine Kindler. Micky Schelstraete mit Venicia OLD (70,6 Prozent) und Kindler’s Teamkollegin Rose Oatley mit Don Domingo (70,3 Prozent) folgten heute auf den Plätzen drei und vier. Don Domingo überzeugte in der Trabtour mit viel Mechanik und Ausdruck. Im Galopp punkteten die beiden in den Galopppirouetten. Punkte gingen in den Dreierwechseln mit einem knapp durchgesprungenen Galoppwechsel sowie einem versprungenen Wechsel nach dem starken Galopp verloren. Hier und da könnte sich der Wallach in der Oberlinie losgelassener präsentieren. Morgen ist mit Sicherheit ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Deutschland und den Niederlanden zu erwarten. Schon im vergangenen Jahr hatten diese beiden Nationen um Gold gekämpft. Schlussendlich hatte sich das deutsche Team durchgesetzt. Mal sehen, wie es in diesem Jahr ausgeht! Celestine Kindler und ihr "Quoti" gehen es morgen langsam an. "Wir haben nun sogar zwei Tage Pause, deswegen werde ich mit Quoti morgen nur ganz entspannt morgens joggen und dann ganz viel spazieren und grasen. Wir sind jetzt nun schon länger unterwegs, deshalb tut ihm ein Tag Pause auch gut - wieder Kraft tanken und dann hoffentlich genauso frisch in die Einzelwertung einreiten", erläutert Celestine Kindler.
U25-Reiter stark
Bei den U25-Reitern ist die Mission Titelverteidigung wahrlich eingeleitet. Felicitas Hendricks legte dabei als routinierte Championatsreiterin, U25-Europameisterin im Jahr 2024, eine wichtige, erste Grundlage. Im Sattel ihres „Goldpferdes“ von 2024, der jetzt 14-jährige Oldenburger Drombusch, punktete sie sich zu 71,4 Prozent. Die beiden überzeugten gleich mit einem sehr dynamischen Prüfungsbeginn. In der Piaff Passage Tour hätte sich heute eine noch aktiver abfußendere Hinterhand präsentieren dürfen. Im Galopp punkteten die beiden in der zweiten Galopppirouette und den Einerwechseln. Teuer wurde es in der ersten Galopppirouette, wo der Durchsprung verloren ging sowie mit einem leichten Spannungsmoment in den Zweierwechseln. Ein Championatsküken folgte als zweite deutsche Teilnehmerin. Die Rede ist von Elisabeth von Wulffen, die mit ihrem Triple A ein neues Personal Best von 70,7 Prozent aufs Parkett legte. Die beiden punkteten mit einer gleichmäßigen Trabtour, wobei sich die Piaffen und Passagen aktiv abfußend präsentierten. Die Übergänge gelangen noch nicht ganz fließend. Im Galopp überzeugten die beiden in den gut zentrierten Galopppirouetten. Auch die Serienwechsel gelangen fehlerfrei. Zwischen die beiden deutschen Reiterinnen schob sich heute Sara Aagaard Hyrm mit Atterupgaards Cooper (70,7 Prozent). Die deutschen U25-Reiter müssen morgen besonders die Niederlande, Dänemark und England im Auge behalten.