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von Martina Scheibenpflug am Sonntag, 07.12.2025 um 20:09

Salzburg: Bayerns Reiter gut platziert

Beeindruckende Vorstellung: Jessica Neuhauser und Rockson  /  © Dill

Das sportliche Highlight der Amadeus Horse Indoors im Parcours ging heute zwar ohne bayerische Schleifen über die Bühne, doch konnten sich die weißblauen Aktiven insgesamt in der Mozartstadt gut behaupten. Im Großen Preis von Salzburg, einem Springen mit Stechen über 160cm ging der Sieg an den Briten Robert Murphy mit der 13-jährigen KWPB-Stute Hulde G. Bei seinem ersten Grand Prix auf 4*-Niveau zeigte Robert Murphy Nerven aus Stahl. Er riskierte alles und wurde belohnt: Mit über drei Sekunden Vorsprung feierte der junge Brite den größten Triumph seiner noch jungen Karriere und resümierte: „Ich war mit der Stute bereits im letzten Jahr hier. Aber das ist heute unser erster gemeinsamer Grand Prix-Sieg auf 4*-Niveau. Es ist schon eine spezielle Atmosphäre hier, Hulde G ist die Tage fantastisch gesprungen und war in Top-Form. Das ist natürlich ein tolles Saison-Finish für uns.“
Auf Rang zwei reihte sich der mehrfache Europameisterschaftsteilnehmer aus Ungarn, Tamás Mráz mit seinem Top Pferd Viva Cent, einen zwölfjährigen Hengst von Vivant, ein. Platz drei ging an Ronny Healy aus Südafrika, der in Deutschland stationiert ist. Mit seinem zwölfjährigen Wallach Conret’s Mandarino zeigte er ebenfalls eine fehlerfreie und schnelle Runde.
Bereits am Morgen stand die Amadeus Horse Amateur Tour in der Salzburgarena auf dem Programm. Die goldene Schleife in der Small Tour über 115cm sicherte sich Franziska Gerber von den Weilheimer Pffr., die Rienke van de Hoge Dijken unter dem Sattel hatte. Nächstbeste Bayerin war Michelle Grimm vom RV Karlsfeld mit Tacoma. In der Medium Tour über 125cm war es Carlotta Reisacher aus Babenhausen, die mit Haribo Gem auf Rang vier als beste Starterin des Freistaats antrat. Siegerin wurde hier die Österreicherin Jolina Moser-Spitzenstätter mit Staphael. In der Big Amateur Tour über 140cm sprang schließlich Marcel Braig (RFV Ehingen) mit dem Holsteiner Cesar zum Sieg. Die silberne Schleife ging hier an Carlotta Reisacher und Babalou, während Ava Ferch von den Weilheimer Pffr. mit ihrer 16-jährigen Schimmelstute Quintessa Lox drittplatziert wurde.
Im Finale der Youngster Tour für sieben- und achtjährige Pferde, einem Zwei-Phasen-Springen über 145cm, waren es ebenfalls ein paar Reiter aus Bayern, die sich gegen die Konkurrenz im Parcours behaupten konnten. Zwar siegte der Belgier Laurens Houben mit dem KWPN-Wallach Metropolitan. Doch bereits auf Rang drei fand sich mit Max Weishaupt aus Jettingen ein Schwabe, der ebenfalls einen KWPN-Wallach, nämlich Napoleon gesattelt hatte. Max Schmid aus Utting am Ammersee wurde mit dem bayerischen Wallach Chupa Chup (von Cordess/Caretello B) aus der familieneigenen Zucht Neunter, gefolgt von Tabea Markgraf vom RV Karlsfeld mit ihrer Holsteiner Stute Carla.
Volle Ränge gab es vor allem, als die Grand Prix Kür am Nachmittag stattfand. Schließlich sind die Amadeus Horse Indoors in Österreich das einzige Dressurturnier auf 5* Niveau und dies zeigte sich auch im hochkarätigen Starterfeld, das Glanz und Klasse bot. Dabei lag es nicht nur an der festlich geschmückten Salzburgarena, sondern vielmehr an den zehn international renommierten Paaren, die sich hier am letzten Turniertag präsentierten.
Was für ein Auftakt für die Schweiz - dieses Jahr bereits siegreich beim CDI4* in Wiesbaden, vertrat sie ihr Land ebenso bei den Europameisterschaften im französischen Croizet: Jessica Neuhauser, die bei ihrem Lebensgefährten Uwe Schwanz auf dem Waldhauser Hof in Sauerlach stationiert ist, präsentierte mit leichten Klavierklängen und Filmmusik von „The Gladiator“ den 14-jährigen Rockson in ihrer besten gemeinsamen Runde. Schwierige Übergänge, deutlich kreuzende Traversalen waren nur wenige Höhepunkte in der Vorstellung, die mit 75.680 % belohnt wurde.
„Wie der Vater, so der Sohn“ – das gilt auch für den Hengst Total Hope OLD: Kraftvoll abfußend wusste der Totilas-Sohn nahezu in jeder Phase der Kür zu imponieren. Ein Chèr-Medley hatte sich die Norwegerin Isabel Freese für ihren Strahlemann ausgesucht: eine sehr gute Wahl, denn sie waren „strong enough“ und „there is no other“ an diesem Tag, der ihr Traumergebnis von knapp über 80 Prozent zu schlagen vermochte. Das hätte auch fast gestimmt….
Doch dann kam Maxima Bella und die war heute im Viereck unter ihrer Reiterin, der Polin  Sandra Sysojeva auch maximal gut. Zu französischen Chanson-Klängen zeigten die beiden eine beindruckende Performance und bestätigten mit deutlich über 80 Prozent das, was sie sich im Vorstellungsvideo fest vorgenommen hatten; den Vorjahressieg zu wiederholen. Das konnte auch Sandra Sysojeva kaum glauben: „Dass wir erneut gewonnen haben, ist etwas ganz Besonderes. Maxima war heute so relaxed, es scheint ihr hier in Salzburg zu gefallen. Sie trägt noch so viel mehr Potential in sich als das, was sie heute gezeigt hat. Aber dafür muss ich noch weniger Fehler machen und mehr lernen, damit wir das voll ausschöpfen können“, resümierte die bescheidene Polin im Rahmen der Siegerehrung.
Über ein neues Personal Best durfte sich die Dänin Nadja Aaboe-Sloth freuen: 78.885 % erzielte sie mit ihrer harmonisch angelegten Kür und dem zwölfjährigen Wallach Favour Gersdorf von Foundation, der sich im Besitz der Reiterin befindet. Das bedeutete für das Paar in der Endabrechnung Platz drei hinter Sandra Sysojeva und Isabel Frese. Moritz Treffinger konnte erneut eine vordere Platzierung auf 5*-Niveau verbuchen und nahm mit seinem Fiderdance die Glückwünsche zu Rang vier entgegen, gefolgt von Jessica Neuhauser und Rockson.

Martina Scheibenpflug (Redaktion)

Martina Scheibenpflug gehört seit 2020 zum Team von Matthaes Medien. Nach dem Abitur absolvierte Martina Scheibenpflug ein zweijähriges Volontariat bei der Tageszeitung Münchner Merkur, danach schloss sie ihr Studium der Politikwissenschaften, Germanistik und Psychologie an der Ludwig-Maximilian-Universität in München ab. Bis zur schweren Klasse war Martina Scheibenpflug erfolgreich im Viereck unterwegs.

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