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von Mona-Sophie Wieland am Freitag, 10.04.2026 um 06:01

Weltcup-Finale: Becky Moody und Jagerbomb werden Favoritenrolle gerecht

Becky Moody und Jagerbomb sicherten sich den Sieg im Grand Prix von Fort Worth.  /  © Lafrentz/Tiffany van Halle

Nach den Springreitern starteten natürlich auch die Dressurreiter in die FEI World Cup Finals in Fort Worth. Während die Springreiter über mehrere Prüfungen Konstanz beweisen müssen, gilt es für die Dressurreiter, in nur zwei Prüfungen auf den Punkt in Topform zu sein. Am besten gelang dies im Auftakt-Grand Prix Becky Moody und Jagerbomb. Ein Paar, das mit Sicherheit als Favoritenpaar nach Texas gereist ist.

Unschlagbar in puncto Harmonie

Man kann es gleich zu Beginn sagen: Beim Blick auf die Starterliste der Dressur-Finalisten vermisste man natürlich die Breite an den aktuell führenden Dressurreitern. So fehlen unter anderem der amtierende Europameister Justin Verboomen mit Zonik Plus, die Weltranglistenführende Cathrine Laudrup-Dufour mit Mount St. John Freestyle, die Titelverteidigerin Charlotte Fry mit Glamourdale oder auch die Dressurqueen Isabell Werth. Das Fehlen einiger Top-Reiter sollte jedoch keine Abstriche an den gezeigten Leistungen im Grand Prix von Fort Worth machen. Allen voran brillierten Becky Moody und ihr selbst gezogener Jagerbomb. Dem britischen Duo gelang eine Traumrunde, die in puncto Harmonie und Gleichmaß kaum zu übertreffen war. Zwar fehlt dem KWPN-Wallach vielleicht hier und da der letzte Ausdruck, das macht er aber mit einem durchgehend perfekten Seitenbild, höchster Zufriedenheit und Eingespieltheit mit seiner Besitzerin Becky Moody mehr als wett. Die beiden punkteten unter anderem mit gleichmäßigen Piaffen und Passagen, topzentrierten Galopppirouetten mit guter Stellung und Biegung und einer toll herausgerittenen Zickzack-Traversale, was unterm Strich ein Endergebnis von 76,7 Prozent und einen überlegenen Sieg ergab. Die Britin, die bereits bei den vergangenen Championaten vorne mitgemischt hatte, aber bislang eine Einzelmedaille bzw. einen Einzeltitel verpasst hatte, ist ihrem ersten „großen“ Titel nun einen guten Schritt nähergekommen. Und wer die beiden kennt, weiß, dass eine ihrer Paradedisziplinen das Kürreiten ist.

Ein Traumdebüt

Zwei, die sich im Vergleich dazu noch nicht so lange kennen, sind der 23-jährige US-Amerikaner Christian Simonson und der 13-jährige KWPN-Wallach Indian Rock. Der bildhübsche Wallach ging in Paris noch unter dem Sattel von Emmelie Scholtens. Vor heimischem Publikum und im Besitz der Sponsoren des FEI Dressage World Cup Finals, Zen Elite Equestrian, lag schon eine gewisse Portion Druck auf den Schultern von Simonson. Bislang hatten die beiden sechs Turnierstarts, dabei sechs Siege und drei Siege bei Weltcup-Qualifikationen verbuchen können. Sie begannen mit weit kreuzenden Trabtraversalen, gefolgt von hoch und aktiv abfußenden Piaffen und Passagen. Indian Rock spielte hier seine Stärken aus und Christian Simonson agierte mit viel Gefühl. Im Galopp zeigte sich im Vergleich zu Trab und Schritt noch nicht die letzte Selbstsicherheit. Beispielsweise gelangen die Serienwechsel fehlerfrei, aber noch nicht in absolut perfekter Selbsthaltung. Die Bereitschaft zur Lastaufnahme spiegelte sich dann noch einmal in den Galopppirouetten wider. So ergab es am Ende ein Top-Ergebnis von 75,4 Prozent. Hut ab! Auf Rang drei folgte ein echter Routinier. Die Rede ist vom Sieger des Weltcup-Finals 2024, Patrik Kittel, der auch in diesem Jahr auf sein Erfolgspferd von 2024, Touchdown, setzt. Die beiden kennen sich in- und auswendig und so spielten sie ihre Stärken voll und ganz aus und konnten so ihre gewissen Schwächen gut „überspielen“. Sie brillierten mit einer total sicheren Galopptour. Demgegenüber stand eine teilweise nicht perfekt ausbalancierte Piaff-Passage-Tour. Kittel sicherte sich mit 72,8 Prozent Rang drei. Eine kleine Überraschung gelang Julio Mendoza Loor, der sich mit Jewel’s Goldstrike und 72 Prozent Rang vier sicherte. „Ich habe nach der Prüfung geweint. Mein Pferd hat heute alles für mich gegeben“, freute er sich, der für Ecuador an den Start geht und vor zehn Jahren in die USA gezogen ist. Dort war er Chefbereiter auf einem Friesengestüt. Zwei Jahre später machte er mit seiner Frau in North Carolina einen eigenen Stall auf. Gute Bewegungsdynamik, teilweise fehlte es etwas an der letzten Ruhe, und dennoch punkteten sie unter anderem mit aktiv abfußenden Piaffen und Passagen und einer sicheren Galopptour.

Pech für "Weltcup-Küken"

Apropos Sicherheit: Der Baden-Württemberger Moritz Treffinger bewies in seinem ersten Weltcup-Finale einmal mehr Nerven und zeigte mit seinem „Professor“ Fiderdance eine super konzentrierte Runde. Der U25-Europameister aus dem vergangenen Jahr wusste einmal mehr, die Stärken seines vierbeinigen Partners gefühlvoll herauszuarbeiten. Die beiden begannen zugleich mit einer guten Grußaufstellung und schön kreuzenden Trabtraversalen. Es folgten präzise Piaffen und Passagen. Im Galopp zählten die Galopppirouetten zu den Highlights. In den Serienwechseln zeigten sich nicht alle Wechsel in der Hinterhand optimal durchgesprungen. Dennoch: Wenn man den Fidertanz-Sohn kennt, dann zeigte sich der Hengst heute in der Oberlinie losgelassener als oftmals der Fall. Das Finaldebüt von Moritz Treffinger hätte nicht viel besser laufen können und so wurden die beiden verdient mit 71,1 Prozent und Rang sechs belohnt. Dazwischen schob sich noch Sandra Sysojeva mit ihrer bewegungsstarken Maxima Bella (71,6 Prozent). Im Vergleich zu Fiderdance handelt es sich bei DSP Dieudonné von Raphael Netz noch um ein echtes „Weltcup-Küken“. Der Dante Weltino-Sohn aus der Zucht von Anton Herre hatte im Grand Prix von Fort Worth mit der Atmosphäre auch noch ganz schön zu kämpfen. Gleich zu Prüfungsbeginn gelang die Grußaufstellung nicht ganz optimal. Zudem zeigte sich nicht nur ein unruhiges Maul, sondern der Rappwallach ließ auch immer wieder die Zunge seitlich zeigen. Raphael Netz bewies einmal mehr ein beeindruckend gefühlvolles Reiten, wobei er in optimaler Art und Weise DSP Dieudonné versuchte, Ruhe und Sicherheit zu vermitteln. In den Piaffen und Passagen, Verstärkungen und Trabtraversalen zeigte sich auch das enorme Potenzial des Wallachs. Dennoch fehlte es an der letzten Losgelassenheit, was auch in der Galopptour teuer wurde. So überdrehte er beispielsweise die zweite Galopppirouette und auch die Zickzack-Traversale sowie die Einerwechsel zeigten sich nicht optimal ausbalanciert. Am Ende wurde es Rang zwölf (67,8 Prozent). Nun heißt es abhaken. Denn am Samstag geht es für die Dressurreiter in der Grand Prix Kür nicht nur um den Titel, sondern auch von „null“ los.

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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