Fontainebleau: Nationenpreis für Deutschland und starkes Debüt für Benjamin Werndl mit Quick Decision
Erster Nationenpreis des Jahres und erster Sieg für das deutsche Team – im französischen Fontainebleau setzte sich das deutsche Team, bestehend aus Isabell Werth mit Wendy de Fontaine, Svenja Kämper-Meyer mit Amanyara FRH, Benjamin Werndl mit Quick Decision und Frederic Wandres mit Bluetooth OLD gegen starke Konkurrenz durch. Für Benjamin Werndl war es in doppelter Hinsicht ein ganz besonderer Tag.
Abgeliefert beim Debüt
Der Nationenpreis in Fontainebleau zeigte sich als erster kleiner Leckerbissen des Saison oder besser gesagt, zeigte dieser auf, dass es bei den Weltmeisterschaften in Aachen im August spannend wird. Am Ende verdeutlichte das deutsche Team um Bundestrainerin Monica Theodorescu, wo sie auch im August stehen wollen: ganz oben. Das Team setzte sich knapp gegen die Teams aus Großbritannien und Belgien durch. Die Basis legte dabei Benjamin Werndl. Der Bayer setzte in Fontainebleau erstmals Quick Decision in einem Nationenpreis ein. Überhaupt war es für die beiden erst das dritte internationale Turnier überhaupt. Für Werndl seit 2022 wieder der erste Nationenpreis. „Ich versuche es zu handhaben, wie ich es immer mache, gar nichts Besonderes, einfach versuchen, den Moment zu erwischen und dann jede einzelne Lektion zu reiten. Ich möchte ihm ein gutes Gefühl geben“, erläuterte Benjamin Werndl im Vorhinein und fügte hinzu: „Ich nehme mir gar nicht zu viel vor, sondern wir wollen einfach unser Bestes geben!“ Gesagt, getan. Bereits die Trabtour gelang schön gleichmäßig und schon hier zeigte sich Quick Decision in der Selbsthaltung noch einmal konstanter, als es zuletzt der Fall war. In der ersten Piaffe ging kurz die Balance verloren. Die Galopptour begann mit gut ins Bergauf gesprungenen Zweierwechseln. Ein Highlight im Galopp bildeten die Galopppirouetten. Alles in allem gelang den beiden eine technisch sehr sichere Runde, die mit 72,6 Prozent belohnt wurde und am Ende in der Einzelwertung für einen starken siebten Platz reichte. Hinzu kamen für das deutsche Team Svenja Kämper-Meyer mit Amanyara FRH, die ebenfalls Nationenpreis-Debüt feierte (72,3 Prozent). Frederic Wandres und Bluetooth OLD knüpften an ihre konstante Form an und lieferten mit 76,8 Prozent eine starke Runde. Angeführt wurde das deutsche Team von Isabell Werth, die sich mit Wendy de Fontaine zu 80,5 Prozent punktete. Absolute Highlights bildeten einmal mehr die Piaffen und Passagen. Auch die Serienwechsel gelangen gelassener. Punkte gab’s dann auch in den top zentrierten Galopppirouetten. Insgesamt zeigte sich Wendy wieder nachgiebiger und noch geschlossener. Schlussendlich wurde es in der Einzelwertung Rang drei.
Eine Traumrunde
Einsam an der Spitze zeigte sich der amtierende Europameister Justin Verboomen mit Zonik Plus. Die beiden lieferten eine wahre Traumrunde. Nachdem sich der zehnjährige Hengst bei seinem letzten Turnier nicht ganz konzentriert und, wenn man es ganz streng sah, nicht in absoluter Topform präsentiert hatte, meldeten sich die beiden heute wieder in gewohnter Form zurück. Eine tolle Anlehnung, ein super Seitenbild, feinste Hilfen – diese Aspekte ergaben durchweg höchste Harmonie, wobei die Highlights einmal mehr in den Galopppirouetten (siebenmal mit der Note 10 bewertet) und den Piaffen und Passagen lagen. Ein kleines Aber gab es im versammelten Schritt, der sich in der Vorhand leicht paradierend präsentierte. Außerdem könnte der Hengst in den Verstärkungen etwas freier aus der Schulter kommen. Alles in allem setzte das belgische Duo mit 83,5 Prozent einmal mehr Ausrufezeichen. Weiterhin in bester Form, gar in der Form seines Lebens, präsentierte sich der noch amtierende Weltmeister Glamourdale mit seiner Ausbilderin Charlotte Fry. Das englische Duo verlor durch ein Missverständnis beim Anpassagen ein paar wertvolle Punkte. Am Ende wurde es für die beiden Rang zwei. Morgen steht für die Reiter der CDI5*-Tour nun noch eine Grand Prix Kür an.