Mannheim: Lisa Müller siegt in Grand Prix Kür und hohes Niveau bei den U25-Dressurreitern
Es war ein gelungener Dressur-Finaltag: erst die U25-Reiter, die mit feinstem Reiten begeisterten, oder wie es Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen treffend auf den Punkt brachte: „Wir müssen uns unheimlich glücklich schätzen, dass wir eine sehr große Anzahl an wirklich ausnahmetalentierten Reitern haben“. Im Anschluss eine schmale, aber an der Spitze gut besetzte Grand Prix Kür. Bei beidem mischten die Reiter aus Süddeutschland gewaltig vorne mit.
Wie auf Wolken
Es ist eine beeindruckende Bilanz. Moritz Treffinger siegte in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge bei der Piaff-Förderpreis Station in Mannheim. 2024 mit Cadeau Noir, 2025 mit Fiderdance und 2026 mit Morricone – besser geht’s wohl kaum. Dabei kommt der gebürtige Baden-Württemberger, wenn er über sein diesjähriges Siegerpferd spricht, schnell ins Schwärmen: „Es ist ein Genuss, wie auf Wolken, ein Bouncen durch die Prüfung hindurch. Mannheim war erst unser zweites CDI, aber es macht solchen Spaß, ihn zu reiten. Weil er sich selbst präsentieren möchte, weil er außerdem wunderschön ist und ein Riesenego hat, das er voll für den Reiter einsetzt“. Dementsprechend konnte Moritz Treffinger feinstens agieren und brillierte unter anderem mit top kontrollierten und zentrierten Galopppirouetten, schnurgeraden Zweierwechseln und fließenden Traversalen. Auch in den Piaffen und Passagen fand er genau das richtige Maß, wenn auch der Hengst in den Piaffen nicht enorm hoch abfußt. Ein Schönheitsfehler passierte den beiden in den Einerwechseln, als Morricone noch zwei Einerwechsel anhängte. Unterm Strich gab’s 71,1 Prozent, womit sich die beiden gegen ZINQ First Vienna FH FRH (70,359 Prozent) und Rose Oatley mit Alive and Kicking (70,308 Prozent) durchsetzten. Letztere, die Siegerin des ersten Tages, begeisterte erneut mit etlichen Höhepunkten, wie beispielsweise den aktiv abfußenden Piaffen und Passagen. Demgegenüber standen heute aber auch teure Fehler, wie beispielsweise Fehler in den Einerwechseln. Die beiden Vertreterinnen aus Süddeutschland, die Bayerin Katharina Schuster mit Qence (70,2 Prozent) und die Baden-Württembergerin Fiona Serafina Lukas mit Aragorn (70 Prozent), begeisterten mit feinstem und harmonischem Reiten und folgten auf den Plätzen fünf und sechs im Doppelpack. Fiona Serafina Lukas verlor durch einen in den Einerwechseln nachgesprungenen Wechsel wertvolle Punkte. Beide Damen haben auf dem weiteren EM-Sichtungsweg wahrlich realistische Chancen.
Mit viel Spaß zum Sieg
Bleiben wir in Bayern: Denn in der Grand Prix Kür gab der Freistaat den Ton an. Die Rede ist von Lisa Müller und ihrem nun 14-jährigen Hengst Gut Wettlkam’s d’Avie FRH. Die beiden groovten sich mit sicherlich viel Spaß durch die Kür und punkteten unter anderem mit einer sehr gleichmäßigen Trabtour. Hier sind die weit kreuzenden Trabtraversalen sowie die gleichmäßigen Piaffen und Passagen hervorzuheben. Im Galopp überzeugten die beiden in den Pirouetten mit guter Lastaufnahme und sicheren Zweierwechseln. In den Einerwechseln fanden sie nicht direkt gut rein und so reagierte der Hengst erst verspätet auf die Hilfe seiner Reiterin. Im Anschluss gelangen die Einerwechsel fehlerfrei. Damit sicherten sich Lisa Müller und Gut Wettlkam’s d’Avie mit 75,8 Prozent verdient den Sieg vor Simone Pearce mit Will Marq (74,1 Prozent). Die beiden punkteten einmal mehr in der Trabtour, speziell in den Piaffen und Passagen. Teuer wurde es in den Zweierwechseln, als der erst zehnjährige Wallach erst nicht auf die Hilfe reagierte und dann überhaupt nicht in den Rhythmus fand. Simone Albeck mit Haya reihte sich mit 65,4 Prozent auf Rang drei ein.