Balve: Die Deutschen Meister in der Para-Dressur
Die Dressur- und Springreiter treffen sich seit 2011 regelmäßig im sauerländischen Balve zu ihren Meisterschaften. 2026 sind die DM Dressur und Springen wie schon in vielen Jahren zuvor wieder im Rahmen des Turniers "Longines Balve Optimum" vom 4. bis 7. Juni im sauerländischen Balve. Mittlerweile ermitteln auch die U25-Dressurreiter ihre Deutschen Meister in Balve, seit 2024 gehören auch die Deutschen Meisterschaften der Para-Dressurreiter zum Programm. Die Meisterschärpen werden in zwei Abteilungen vergeben: In den Grades I, II und III sowie in den Grades IV und V, entsprechend dem Grad der Einschränkungen der Reiter.
Heidemarie Dresing verteidigt Titel
In beiden „Abteilungen“ wurde es spannend, wobei sich in der Gruppe der Grade I, II und III eine überlegene Spitzenreiterin zeigte, Heidemarie Dresing. Bereits in den letzten Wochen dominierte sie mit ihrer bewegungsstarken Stute Poesie auch auf internationalem Parkett die Entscheidungen in ihrem Grade. Zu den Deutschen Meisterschaften war sie nicht nur als Titelverteidigerin angereist, sondern auch als Favoritin. Und dieser Rolle wurde sie mit drei überlegenen Siegen in den drei Wertungsprüfungen mehr als gerecht. Es ist ihr sechster Titel bei den Deutschen Meisterschaften. „Ich habe in Grade fünf angefangen, jetzt bin ich in Grade zwei. Ich suche die Pferde danach aus, wo meine Schwächen sind. Die Pferde müssen das mitbringen, was ich von zuhause nicht kann“, erklärte Dresing, bei der 2011 Multiple Sklerose diagnostiziert worden war. Dresing setzte sich mit 233,017 Prozentpunkten gegen Gianna Regenbrecht mit First Florentine (217,199 Prozentpunkte) und Melanie Wienand mit Lemon’s Loverboy (215,622 Prozentpunkten). Heidemarie Dresing sollte spätestens mit diesem Titelgewinn für die Weltmeisterschaften in Aachen so gut wie sicher gesetzt sein.
Regine Mispelkamp spielt Routine aus
In der Abteilung der Grades IV und V wurde es im Vergleich dazu deutlich spannender. Nach den ersten beiden Wertungsprüfungen zeigte sich ein interessantes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Newcomerin Helen Schildhauer, die auch die zweite Wertungsprüfung für sich entscheiden konnte, und Routinier Regine Mispelkamp. Schlussendlich setzte sich Letztere aber knapp durch oder wie sie es selbst beschrieb: „Ich habe mir gedacht, jetzt zeigen wir es den jungen Damen nochmal“. Im Sattel ihres 14-jährigen Erfolgspartner Highlander Delight’s spielte die Europameisterin aus dem vergangenen Jahr ihre gesamte Routine aus und sicherte sich sowohl den Sieg in der Kür als auch Gold in der Meisterschaft. In der Kür und auch in der Meisterschaft folgte ihr die Medizinstudentin Helen Schildhauer mit ihrem bewegungsstarken Fuchswallach Vulkan Vegas vor Anna-Lena Niehues mit Vive l’amour. Helen Schildhauer entpuppte sich als die Entdeckung der Deutschen Meisterschaften und darf sich nun sicherlich auch noch Chancen auf eine WM-Nominierung ausrechnen. Die Entscheidung fällt nach einer weiteren Sichtung beim Para-Dressurturnier in Stadl-Paura.